19.05.2017
Bibel

40.000 Besucher sahen Augsburger Bibelausstellung »Unser Buch«

Augsburg — 
Fünf Wochen dauerte die Schau. Zu sehen waren außergewöhnliche Bibelausgaben. Die Besucher nutzten aber auch die Gelegenheit, ein wenig mit dem Wort Gottes zu spielen.
Besucher der Ausstellung »Unser Buch« mit Bibelversen in der Hand.
Bibelverse machen fröhlich – könnte man zumindest meinen, wenn man diese Bilder sieht: Sie stammen von der Facebook-Seite der Ausstellung »Unser Buch«. Die Besucher der Schau konnten sich in der Kirche St. Anna selbst fotografieren und die Bilder dann direkt ins Internet hochladen.

Die Gesichter dieser Ausstellung lassen sich am besten auf Facebook studieren. Hunderte von Besuchern haben dort ein Bild von sich gepostet, wie sie sich gerade die Schau »Unser Buch« ansehen. Viele Besucher halten dabei einen Bibelvers in der Hand, fast alle lachen entspannt in die Kamera. Es sind Bilder, die zeigen: Bibel kann Spaß machen.

»Die interaktiven Angebote sind sehr gut angenommen worden«, sagt Pfarrer Bernd Fischer. Er ist Sprecher des ökumenischen Trägerkreises, der die Augsburger Bibelausstellung »Unser Buch« organisiert hat. Nicht nur die »Fotobox« sei rege genutzt worden, mit der man von der Kirche St. Anna aus die Facebook-Fotos hochladen konnte. Auch die historische Druckerpresse, die dort aufgebaut war, fand großen Anklang: »Wir mussten Druckerschwärze nachbestellen«, berichtet Fischer.

Knapp 40.000 Besucher sahen die Ausstellung, in der fünf Wochen lang an drei Orten in Augsburg das »Buch der Bücher« im Mittelpunkt stand. Wertvolle, aber auch kuriose Bibelausgaben waren im Rathaus und in den Kirchen St. Moritz und St. Anna ausgestellt. Die meisten Exponate stammten aus dem Washingtoner »Museum of the Bible«.

Die kleinste, die größte und die längste Bibel der Welt

Möglich gemacht hat die Ausstellung ein Zusammenschluss aller christlichen Kirchen in Augsburg. »Es ist schon etwas Besonderes, dass eine so breite ökumenische Zusammenarbeit zum Reformationsgedenken gelungen ist«, sagt Bernd Fischer. Ausdruck fand das auch in den Ausstellungsorten: Dass die Schau parallel in der katholischen Moritzkirche und der evangelischen Annakirche lief, habe die Bedeutung der Ökumene bei dem Projekt noch einmal unterstrichen, meint Fischer.

Ausgestellt waren an den drei Orten einerseits Kuriositäten wie die kleinste, die größte oder die längste Bibel der Welt. Andererseits gab es Kostbarkeiten wie alte Keilschrifttafeln oder antike Schriftrollen. Historische Dokumente machten die mehr als 2000-jährige Geschichte der Bibel deutlich. »Ich denke, dass gerade das viele Besucher berührt hat: zu sehen, wie die Bibel in vielen Sprachen und vielen Formen die Jahrhunderte überdauerte«, meint Fischer. Ihn selbst habe etwa ein chinesischer Bibelauszug aus vorreformatorischer Zeit sehr beeindruckt. Etwas Besonderes sei überdies die Mischung aus außergewöhnlichen Exponaten und einem engen regionalen Bezug in der Ausstellung gewesen. So war unter anderem ein Originalbrief zu sehen, den Martin Luther im Jahr 1518 nach Augsburg geschrieben hatte.

Ihr Ziel, die Bibel und das Wort Gottes in die Öffentlichkeit zu tragen, habe die Ausstellung auf jeden Fall erreicht, glaubt der Pfarrer. Jeder, der »Unser Buch« besucht habe, habe sich auch intensiv mit der Bibel auseinandergesetzt. Und sei es nur spielerisch: An einer Station etwa konnten die Besucher eine Bibelstelle aus dem Petrusbrief mit Tinte nachschreiben. Die 1.000 Vordrucke dafür waren weit vor Ende der Ausstellung vergriffen. Die Bibelstelle lautete: »Das Wort des Herrn bleibt in Ewigkeit.«

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