07.12.2017
Ehrenamtspreis der Landeskirche

Jugendliche für Kapellenbau ausgezeichnet

Die evangelische Jugend im Dekanat Sulzbach-Rosenberg hat auf dem Knappenberg ihre eigene Kapelle gebaut. Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm weihte sie am 26. November ein. Nun haben die Jugendlichen für ihr Projekt den landeskirchlichen Ehrenamtspreis erhalten.
Kapelle auf dem Knappenberg.
Eine Idee wurde Wirklichkeit: eine Holzkapelle für Andachten.

 

Sie liegt unauffällig im Wald und ist schlicht aus Holz gebaut. Trotzdem ist die Kapelle am Knappenberg unweit von Sulzbach-Rosenberg ein besonderes Zeichen im Jahr des Reformationsjubiläums. Jugendliche aus dem Dekanat Sulzbach-Rosenberg haben hier die Initiative ergriffen, um sich beim Jugendhaus einen spirituellen Raum zu schaffen. »Jugend baut Kirche« hieß das Projekt, für das sie Unterstützer geworben, Anträge geschrieben und auf der Baustelle gearbeitet haben. Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, einer der prominentesten Förderer, weihte die Kapelle vor zwei Wochen ein.

»Die Sehnsucht unserer Jugendlichen nach einem spirituellen Raum hat ein Ziel gefunden«, sagte der Sulzbach-Rosenberger Dekan Karlhermann Schötz. Nicht nur viele sichtlich stolze Jugendliche zogen mit ihm zur Kapelle, sondern auch die beiden Schirmherren, der Landesbischof und der Amberg-Sulzbacher Landrat Richard Reisinger (CSU), außerdem Vertreter der politischen und der kirchlichen Gemeinden, dazu zahlreiche Mitglieder der bayerischen evangelischen Landessynode, die in Sulzbach-Rosenberg eröffnet wurde. Das kleine Holzgebäude bot nicht Raum genug, sie alle zu fassen.

Sehnsucht nach Spiritualität

Landesbischof Bedford-Strohm begann seine Predigt mit einem Lob für die Jugendlichen, die mit vereinten Kräften und Durchhaltevermögen eine Idee Wirklichkeit werden ließen. Aus einer Zeichnung und aus Hölzern sei ein wunderbarer spiritueller Raum geworden, betonte Bedford-Strohm. Solche Gebetsorte seien nötig, an denen man Dankbarkeit feiern und spirituell nach der Lebensquelle bohren könne. Entscheidend sei jedoch nicht die Quantität, sondern die Qualität, stellte der Prediger fest: »Ich denke, wenn wir nur einmal am Tag Gott danken, dann ändert sich unser Leben bereits Schritt für Schritt in ein friedliches Miteinander.«

Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm weihte die Kapelle auf dem Knappenberg ein.
Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm weihte die Kapelle ein.


Im Fürbittgebet baten Jugendliche und Pfarrer Daniel Heller aus dem ostmährischen Partnerdekanat darum, dass die Kapelle ein Raum der Offenheit und des Respekts werden möge. Alle, die dorthin kommen, sollten etwas spüren von dem Geist, der Kraft und der Liebe, die die Jugendlichen und die Förderer beim Bau beflügelt haben.

Der Landesbischof weihte die Kapelle ein und bat Gott: »Lass alle Menschen an diesem Ort deine Liebe erfahren.« Dann übergab er Thomas Weiß als Vertreter der Jugendlichen ein Exemplar der revidierten Lutherbibel als Altarbibel für den spirituellen Raum.

Preis für mutiges Engagement

Weiß berichtete anschließend über die Entstehungsgeschichte der Kapelle, die nun auf dem Fundament des alten Jugendhauses auf dem Knappenberg steht. Die Kapelle sei »unser Traum, den wir mit unseren eigenen Händen wahr gemacht haben«, sagte Weiß. Er dankte den zahlreichen Unterstützern und schloss mit dem Bibelwort, das ihr Leitspruch gewesen sei: »Alles ist möglich dem, der da glaubt.«.

Für ihr Engagement erhielten die Jugendlichen auch den Ehrenamtspreis der bayerischen Landeskirche. »Eine große Herausforderung wurde mutig angepackt«, hieß es in der Begründung. Und weiter: »Ehrenamtliche wurden gefördert, indem sie verantwortlich eingebunden und bei den verschiedenen planerischen und handwerklichen Tätigkeiten angeleitet und begleitet wurden.« Insgesamt wurden vier Preise von jeweils 1000 Euro durch die Präsidentin der Landessynode, Annekathrin Preidel, den Augsburger Regionalbischof Michael Grabow und die Sprecherin des Fachbeirats Ehrenamt, Christa Bukovics, übergeben. Letztere betonte, dass in einer sich weiter ausdifferenzierenden Gesellschaft differenzierte Zugänge zu Glauben und Kirche geboten werden müssten. Dies sei gelungen.

Share Facebook Twitter Google+ Share

Weitere Artikel zum Thema:

Sonntagsblatt