18.05.2017
Evangelisch wandern

Mit einer App die evangelische Seite des Allgäus entdecken

Allgäu — 
Zu Fuß von der Auferstehungskirche Scheidegg zur Versöhnerkirche Lindau-Zech oder mit dem Rad von Kranzegg zur Dreifaltigkeitskirche Bad Hindelang: Das Dekanat Kempten hat in der Handy-App »Komoot« 29 Wanderrouten, Mountainbike- und Radtouren eingerichtet. Wie die virtuelle Wanderkarte funktioniert und warum sie eingerichtet wurde, erklärt Pfarrerin und Initiatorin Jutta Martin.
Los geht es in Lindau: Bei den Touren ist für jeden etwas dabei. Es gibt elf Wanderrouten, 15 Rad- und drei Mountainbike-Touren.
Los geht es in Lindau: Bei den Touren ist für jeden etwas dabei. Es gibt elf Wanderrouten, 15 Rad- und drei Mountainbike-Touren.

Ob Martin Luther sie wohl auch genutzt hätte? Die Wander-App, mit der man jetzt auf 29 Pilgerwegen zu Fuß oder auf dem Fahrrad die evangelische Seite des Allgäus entdecken kann. Der Dekanatsbezirk Kempten hat die Routen unter dem Titel »Evangelisch im Allgäu« eingerichtet. Die Idee für diese »moderne Spurensuche« im Jubiläumsjahr der Reformation geht auf Pfarrerin Jutta Martin zurück. Sie ist im Dekanat zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit, hat vor beinahe 10 Jahren bereits das Lesebuch »Evangelische Streifzüge zwischen Bodensee und Königswinkel« geschrieben – und ist aktuell auch für das ausgiebige Programmheft zu 500 Jahre Reformation im Dekanat zuständig.

»Erst dachte ich an eine Art Schnitzeljagd, doch dann gefiel mir die Idee von Wander- und Radtouren auf dem Smartphone besser«, erzählt die Pfarrerin. Den Fans gefällt es: Inzwischen interessieren sich bereits über 4.600 Follower für die Touren von »Evangelisch im Allgäu«.

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Touren lassen sich beliebig ergänzen

Der Tipp zur Umsetzung kam vom stellvertretenden Dekan Joachim Spengler. Er erzählte Jutta Martin von Komoot, einer Firma in Berlin, die im Rahmen einer App Wege und Routen mit Tipps zu Sehenswürdigkeiten hinterlegt und für jede Tour Angaben zu Dauer, Schwierigkeitsgrad und Höhenprofil macht.

Mit der Firma schloss Jutta Martin einen Deal: Damit man die speziell benötigten Regionen kostenlos nutzen kann, erhält man einen Gutschein in Höhe von 8,99 Euro, der über einen QR-Code aktiviert werden kann. Anschließend kann der Nutzer »Evangelisch im Allgäu« folgen und hat so Zugriff auf die Touren, die dort hinterlegt sind. Zusammengenommen lassen sich die 29 Routen zu einer großen Pilgertour verbinden, die alle evangelischen Gemeinden und Kirchen im Dekanat umfasst. Wer will, kann die Touren mit eigenen Tipps und Fotos ergänzen. Evangelisch im Allgäu bietet rund 50 Highlights im Dekanatsbezirk an. Neben Kirchen und Kapellen gehört auch der Alpsee dazu. In der Komoot-App kann man aber auch eigene Wander- und Radrouten speichern.

»Wenn man die Profile der Nutzer anschaut, kann man sagen, dass man mit der App eine Klientel zwischen 25 und 45 Jahren erreicht«, hat Jutta Martin festgestellt. Also Werbung für die Kirche mal ganz anders? »Ja, es tut schon gut, dass wir uns in einer fremden Community mal präsentieren können«, meint Martin, die beim Erstellen auch selbst etwas über das Dekanat Kempten gelernt hat. So erfuhr sie etwas über die St. Leonhardkapelle bei Lindau: »Ich bin zwar schon öfter daran vorbeigefahren, wusste aber nicht, dass die Kapelle zu unserem Dekanatsbezirk gehört.«

Zum Download

Die App Komoot, mit der Sie auf die Pilgerrouten von »Evangelisch in Bayern« zugreifen können, finden Sie für Android-Geräte hier und für iOS-Geräte hier. Wer von einem Computer auf die Touren zugreifen möchte, klickt hier.

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