17.08.2017
40. Todestag des »King of Rock'n'Roll«

Sonderausstellung zu Elvis Presley in Grafenwöhr

Grafenwöhr — 
Er ist und bleibt unsterblich: Auch heute noch sind Millionen Fans von Elvis Presley, dem »King of Rock’n’Roll«, fasziniert. Das Kultur- und Militärmuseum in Grafenwöhr widmet ihm zum 40. Todestag eine Sonderausstellung.
Elvis Presley im Bookstore am Truppenübungsplatz in Grafenwöhr.
Elvis Presley im Bookstore am Truppenübungsplatz in Grafenwöhr.

 

Die Stadt Grafenwöhr in der nördlichen Oberpfalz in Bayern ist seit über 100 Jahren für ihren Truppenübungsplatz bekannt. Richtig berühmt aber wurde der Ort mit militärischer Tradition wegen eines Weltstars: Elvis Presley wurde während seiner Armeezeit von 1958 bis 1960 zweimal zum Manöver dorthin abkommandiert. Zum 40. Todestag des Weltstars (16. August) widmet sich das Kultur- und Militärmuseum Grafenwöhr in einer Sonderausstellung bis 5. November den beiden Aufenthalten des damaligen Soldaten und GIs in Grafenwöhr.

Mit 23 Jahren zum Militärdienst

Das Leben des 23-Jährigen bestand bereits seit vier Jahren aus Millionenhits, Filmrollen und Fernsehauftritten, als er 1958 als weltweit bekanntester Star auf dem Höhepunkt seiner Karriere zu zwei Jahren Militärdienst in die US-Army eingezogen wurde. Nach einer Grundausbildung in Texas folgte die Abberufung nach Deutschland für insgesamt 18 Monate. In dieser Zeit kam der GI zweimal in die Oberpfalz auf den Truppenübungsplatz Grafenwöhr zu einem Wintermanöver.

Seine Einheit, eine Panzeraufklärergruppe, wurde bald nach seiner Ankunft in Deutschland zu einem sechswöchigen Manöver nach Grafenwöhr abkommandiert. Am 3. November kam er an und war in einer Baracke im Camp Algier untergebracht.

Patrouille-Einsätze

Als Scout, als Erkunder, war es seine Aufgabe, vor der Truppe herzufahren und Feindbeobachtung zu betreiben. In der Oberpfalz hieß das, dass Elvis zu Patrouillenfahrten entlang der tschechischen Grenze eingesetzt war.

Während des Manövers 1958 übte sich Elvis im Kartenlesen, nahm an Scharfschützenübungen teil und observierte die feindlichen Stellungen. Wie alle anderen Kameraden litt er unter der schrecklichen Kälte und den primitiven Lebensbedingungen der Wintermonate. Sein Kommandeur sagte: »Presley war es kalt, er war nass und er stand knöcheltief im Schnee, wie alle anderen auch. Einmal sagte er zu mir beim Manöver: ›Junge, ich kann diese Scheiße einfach nicht ab.‹«

 

Elvis vor seiner Baracke im Camp Algier
Elvis vor seiner Baracke im Camp Algier

 

Quellen berichten einstimmig, dass Elvis ein mustergültiger Soldat war. Besonders sein uneitles Auftreten und sein freundliches Wesen wurden gelobt. Der Weltstar fügte sich mühelos in den Militäralltag ein und habe jede Sonderbehandlung abgelehnt.

Das Kultur- und Militärmuseum Grafenwöhr zeigt mit Bildaufnahmen und Zeitdokumenten in der Sonderausstellung »Elvis als GI – der King in Grafenwöhr«, welche Spuren der prominente Soldat in der Oberpfalz hinterlassen hat. Zahlreiche Mythen und Anekdoten ranken sich um die Besuche Presleys in der Oberpfalz. »Viele Orte und Leute in der Region behaupten, er wäre auch bei ihnen gewesen, Belege gibt es jedoch überwiegend nur für Grafenwöhr«, sagt Museumsvorstand Wilhelm Buchfelder.

Seltene Sammlerstücke

Zu sehen sind Original-Autogramme, Fotoschnappschüsse und Zeitzeugenberichte, aber auch seltene Original-Sammlerstücke des Journalisten und Elvis-Kenners Wolfgang Houschka, Porträtzeichnungen von Marion Schmid sowie zahlreiche Memorabilien aus der Sammlung von Sandra Doß.

Mehr zu Elvis Presley gibt es auch in der Dauerausstellung des Museums, in der unter anderem der Flügel gezeigt wird, an dem der berühmte GI einen Überraschungsauftritt in der legendären Grafenwöhrer Micky-Bar hatte.

 

Ausstellung

Die Sonderausstellung ist bis zum 5. November 2017 zu den Öffnungszeiten des Museums von Dienstag bis Donnerstag sowie am Sonntag von 14 bis 17 Uhr zu besichtigen.

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