DJI-Studie: Kindergärten droht massiver Personalmangel

Kindergärten und Kitas droht ein massiver Fachkräftemangel. Gleichzeitig wählen immer weniger Menschen den Ausbildungsweg für die Frühe Bildung.
Personalbedarf in Kindertagesstätten und Kitas steigt DJI München
Personalbedarf in Kindertagesstätten und Kitas steigt - Infografik des DJI München.

Den Kitas in Deutschland droht bis zum Jahr 2025 ein massiver Fachkräftemangel. Das geht aus den Daten des "Fachkräftebarometers Frühe Bildung" hervor, die das Deutsche Jugendinstitut (DJI) in München ausgewertet hat. Allein zwischen 2012 und 2015 sei der Bedarf an pädagogischen Fachkräften um 15 Prozent gestiegen, heißt es in einer Analyse, die in der jüngsten Ausgabe des DJI-Forschungsmagazins "Impulse" erschien. Demnach sind in den Kitas derzeit 615.000 Personen beschäftigt - ein neuer Höchststand.

Zwar wurde der Erhebung zufolge die Zahl der Ausbildungs- und Studienplätze für die Frühe Bildung zwischen 2007-2008 und 2014-2015 um 43 Prozent erhöht, doch deutet sich ein Ende des Wachstums an. Die Zahl derer, die eine Erzieherausbildung aufnimmt, ging zuletzt um ein Prozent zurück. Und auch die Zahl der Studienanfänger in diesem Fachbereich stagniert den Angaben zufolge.

Personalbedarf  für Kitas ist weiterhin hoch

»Die Zahlen sind angesichts des weiterhin großen Personalbedarfs brisant«, schreiben die Autorinnen Carola Gruber und Anke König. Denn mit den bis 2025 ausgebildeten Nachwuchskräften gelinge es nur, die rund 171.000 altersbedingt ausscheidenden Beschäftigten zu ersetzen: »Benötigt wird jedoch deutlich mehr Personal.«

Das habe seinen Grund vor allem im Anstieg der Geburtenrate, der anhaltenden Zuwanderung sowie der großen Nachfrage nach Betreuungsplätzen für unter Dreijährige. Allein für den sogenannten U-3-Ausbau würden 64.000 neue Fachkräfte benötigt. »Für einen besseren Betreuungsschlüssel bleibt laut einer für das Fachkräftebarometer erstellten Prognose kein personeller Spielraum«, betonen die Autorinnen. Deshalb müsse nicht nur die Attraktivität des Berufsfeldes dringend erhöht werden, sondern auch die Zahl der Ausbildungs- und Studienplätze steigen.

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