Jugendliche oft wegen sexueller Orientierung diskriminiert

München — 
Jugendliche werden oft wegen ihrer sexuellen Orientierung ausgegrenzt. Deswegen meiden viele Jugendliche bestimmte Orte. Alle Ergebnisse einer Studie des Deutschen Jugendinstituts.
Jugendliche am Lagerfeuer.
Abends am Lagerfeuer: Zeit für Gespräche.

Junge Menschen werden sehr oft wegen ihrer sexuellen Orientierung ausgegrenzt. Nach einer Studie des Deutschen Jugendinstituts werden mehr als 80 Prozent der Jugendlichen, die lesbisch, schwul, bisexuell oder transsexuell sind, diskriminiert. Am häufigsten erlebten sie dies in der Öffentlichkeit, in der Schule und am Arbeitsplatz, teilte das Institut in München mit. Dies hätten eine bundesweite Online-Befragung von 5.000 jungen Menschen im Alter von 14 bis 27 Jahren sowie 40 persönliche Interviews ergeben.

Danach wird fast die Hälfte der betroffenen Jugendlichen in der Schule oder am Arbeitsplatz diskriminiert. Dort seien sie Spott, Beleidigungen und Beschimpfungen ausgesetzt, auch würden sie sozial ausgegrenzt oder sogar körperlich attackiert. In ihrer Familie seien die Jugendlichen vor allem damit konfrontiert, dass ihre sexuelle Orientierung oder geschlechtliche Zugehörigkeit nicht ernst genommen oder ignoriert werde.

Diskriminierung wegen Sexualität

Auch im Freundeskreis kommt es nach der Studie neben vielen positiven Erfahrungen auch zu Diskriminierungen. Um die negativen Erfahrungen »konstruktiv zu verarbeiten«, sei der Rückhalt durch Freundinnen und Freunde wichtig, schreiben die DJI-Forscherinnen. Auch das Internet spiele eine große Rolle, um sich zu informieren, auszutauschen und zu vernetzen - zum Beispiel über spezifische Beratungs- und Freizeitangebote.

Um befürchtete Diskriminierungen zu vermeiden, übten die Betroffenen häufig Verzicht: So vermeiden laut Studie überdurchschnittlich viele nicht-heterosexuelle Jugendliche Vereinssport. Bis zum Coming-out vergehen meist mehrere Jahre. Die Reaktionen auf das erste Coming-out würden fast durchgehend als sehr gut oder eher gut bewertet, heißt es in der Studie. Zwei Drittel der Jugendlichen vertrauten sich zuerst einer Person aus dem Freundeskreis an. Innerhalb der Familie spielten Mütter die wichtigste Rolle: An sie wenden sich zwölf Prozent der Jugendlichen beim ersten Coming-out.

Die komplette Studie zum Nachlesen gibt es hier.

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