Multireligiöse Feiern zum Schulanfang liegen im Trend

Heilsbronn — 
Schulgottesdienste sind beliebt. Allerdings starten viele Schulen inzwischen auch mit einer multireligiösen Feier in das neue Schuljahr. Schulexpertin Sabine Keppner erklärt die Unterschiede zwischen Schulanfangs-Gottesdienste, Schulgottesdienste und multireligiöse Feiern.
Schulanfang: Stifte, Schere, Kleber in Regenbogenfarben

Multireligiöse Feiern zum Schulanfang sind beliebt. Immer häufiger wollten Schulen zum Schuljahresbeginn eine Feier für Kinder aller Religionsgemeinschaften anbieten. Allerdings sei die »Unsicherheit groß, wie diese Feiern aussehen können«, erklärt Religionspädagogin Sabine Keppner vom Religionspädagogischen Zentrum Heilsbronn (RPZ).

Multireligiöse Feiern zum Schulanfang sind beliebt

Viele Schulen seien auf der Suche nach der richtigen Form. »Etliche Fragen sind noch nicht geklärt«, sagt Keppner. Soll die Feier in der Aula stattfinden? Sollen die Vertreter der Religionsgemeinschaften sprechen? Und wie ist die Schulleitung beteiligt? Hier gebe es viel Spielraum für Interpretationen. »Oft überlassen die Schulen die Organisation den Religionslehrern und verteilen nur die Einladungen«, sagt Keppner. Auch deshalb gebe es inzwischen eine »Richtlinie für multireligiöse Schulfeiern« der bayerischen Landeskirche.

Gottesdienst für Schulanfänger

Andererseits beobachtet die Grundschulexpertin Keppner auch eine Rückkehr zu den traditionellen Gottesdiensten. »Die Gottesdienste in einer Kirche für Schulanfänger kommen bei Kindern und Eltern sehr gut an«, so die Erfahrung der RPZ-Mitarbeiterin. Diese Schulanfangs-Gottesdienste finden meist früh morgens vor Schulbeginn in einer naheliegenden Kirche statt. Dabei werden die Schulkinder für den neuen Lebensabschnitt gesegnet.

Ökumenische Schuljahresgottesdienste

Über alle Schularten hinweg gehört auch der Schuljahresgottesdienst zum festen Repertoire des Jahres. Diese Gottesdienste werden meist von Pfarrerinnen oder Pfarrern organisiert und werden häufig auch ökumenisch gefeiert, so Keppner. Weil immer häufiger auch Religionslehrerinnen und Lehrer einen Gottesdienst in der Schule feiern, gibt es in der Ausbildung inzwischen sogar ein eigenes Modul, das die Lehrer auf diese liturgische Tätigkeit vorbereitet.

Schulanfang Brett mit ABC Buchstaben

Drei Tipps für multireligiöse Schulfeste

Christliche Schulfeier mit Gästen

Bei einem ökumenischen Gottesdienst, der von einem evangelischen und katholischen Geistlichen geleitet wird, werden Gäste anderer Religionsgemeinschaften eingeladen. Der Imam kann beispielsweise ein Grußwort sprechen. Der Gottesdienst verzichtet auf das Abendmahl und bietet auch Mitmach-Aktionen an. Diese »liturgische Gastfreundschaft« kann den Weg ebnen hin zu einer multireligiösen Feier.


Multireligiöse Feier

Evangelische und katholische Pfarrer, Imame und Rabbiner sind gleichwertige Partner einer gemeinsamen Feier. Sie bereiten die Feier gemeinsam vor und gestalten sie auch mit Elementen, die für alle passend sind. Als Raum eignet sich hier die Aula einer Schule oder die Turnhalle. Texte und Lieder sollten die anderen nicht vereinnahmen oder provozieren, sondern respektvoll neben- oder nacheinander stattfinden.


Schulfeier mit religiösen Elementen

Bei einer allgemeinen Schulfeier können Vertreter der Religionsgemeinschaften mit eingebunden werden. Sie gestalten einzelne Elemente der Feier. Dazu kann eine meditative Besinnung einer Pfarrerin gehören, das Gebet eines Priesters oder die Koran-Lesung eines Imams. Der Schulchor kann ein Spiritual singen oder es gibt einen buddhistischen Tanz.

Das PDF mit den ausführlichen Richtlinien für multireligiöse Schulfeiern der bayerischen Landeskirche, Oberkirchenrat Detlev Bierbaum, Leiter der Abteilung »Gesellschaftsbezogene Dienste« kann hier eingesehen werden.

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