03.06.2017
Reformationsjubiläum

Reformationsfest in Augsburg mit Kunstnacht und Open Air-Gottesdienst

Augsburg — 
Zum Jahrestag des »Augsburger Bekenntnisses« stellen sich in der Innenstadt alle evangelischen Gemeinden und Einrichtungen vor. Beim »Fest der Freiheit« am 24. und 25. Juni in Augsburg ist noch mehr los: Unsere Tipps für ein schönes Fest-Erlebnis.
Lutherstatue im Museum Lutherstiege in der Augsburger Annakirche.
Lutherstatue im Museum Lutherstiege in der Augsburger Annakirche: Die »Gasse der Freiheit« reicht von St. Anna bis zum Rathausplatz. Dort erfährt man an verschiedenen Stationen auch etwas über Leben und Werk des Reformators.

Noch stehen sie gut verpackt in zwei Kartons und warten auf ihren Einsatz: 100 kleine Lutherfiguren aus Draht, Stoff, Leder und Papier. Gebastelt haben sie Mitglieder der evangelischen Kirchengemeinde Gersthofen. Beim »Fest der Freiheit« am 24. Juni in der Augsburger Innenstadt sollen sie am Stand der Kirchengemeinde verkauft werden.

Der Stand ist einer von etwa 50, die an diesem Tag zwischen Annahof und Rathausplatz aufgebaut sein werden. Mit einem Mammut-Programm begehen Stadt und Dekanat das zentrale Veranstaltungswochenende zum Reformationsjahr. Am 24. und 25. Juni gibt es nicht nur das »Fest der Freiheit« als Kirchentag für alle evangelischen Gemeinden im Dekanat. Am Abend geht das Fest gleich in eine lange Kunstnacht über, die »Nacht der Freiheit«. Und am Tag darauf feiern die Gemeinden einen großen Freiluft-Gottesdienst auf dem Augsburger Rathausplatz. Titel: »standhaft.mutig.frei.« Prediger dort ist der bayerische evangelische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm.

»Wir wollen nicht alleine feiern, sondern mit vielen anderen«, sagt die Augsburger Stadtdekanin Susanne Kasch. Das Wochenende hat das Dekanat bewusst gewählt. Es fällt auf den Jahrestag der »Confessio Augustana«. Das »Augsburger Bekenntnis« wurde am 25. Juni 1530 in Augsburg erstmals verlesen. Die Zusammenfassung der Lehre Luthers ist bis heute die Bekenntnisschrift der lutherischen Kirchen weltweit.

»Confessio« als Alleinstellungsmerkmal

Augsburg habe mit der »Confessio« ein »Alleinstellungsmerkmal«, meint Kasch. Man sei mit diesem zentralen Datum der Reformation bundesweit konkurrenzlos: »Den 25. Juni feiert sonst niemand.« Nicht zuletzt deshalb gelang es den Verantwortlichen, den bayerischen Landesbischof für das Wochenende nach Augsburg zu lotsen.

Beim »Fest der Freiheit« stellen die Gemeinden und Einrichtungen der evangelischen Kirche ihre Arbeit vor. In einer »Gasse der Freiheit« wird es dabei Bühnen und Stände geben (siehe Kasten). »Man soll dort nicht nur Informationen bekommen«, sagt Pfarrer Frank Kreiselmeier, der den Kirchentag organisiert: »Es ist eine Einladung zum mitfeiern, ein Fest in der Stadt – und ein Fest für die Stadt.« Auch die anderen Kirchen seien ausdrücklich dazu eingeladen.

Gemeinsam wolle man sich an diesem Wochenende zu seinem Glauben bekennen – und dankbar sein, dass man diesen Glauben auch in Freiheit leben könne, meint Susanne Kasch. Man wolle am Kirchentag »aber auch für die einstehen, die wegen ihres Glaubens und ihrer Religion entrechtet sind«. Das »Fest der Freiheit« sei eine Gelegenheit, diese Themen in die Öffentlichkeit zu tragen, erläutert die Dekanin: »Ich hoffe, dass wir mit ganz vielen Menschen darüber ins Gespräch kommen.«

CONFESSIO-FESTWOCHENENDE

Gasse der Freiheit: Am Samstag ab 16 Uhr gibt es zwischen Annahof und dem Rathausplatz Informationen, Diskussionen, Spiele und Theater. Gemeinden, Diakonie, die Evangelische Diakonissenanstalt, der kirchliche Dienst in der Arbeitswelt – sie alle stellen sich an rund 50 Ständen vor. Auf drei Bühnen wird Musik aufgeführt. Auch für Kinder und Jugendliche gibt es viele Angebote. Das vollständige Programm findet man im Internet: www.reformation2017augsburg.de

Mitsingprojekt: Unter dem Titel »2017 Stimmen« sollen mindestens 2017 Besucher gemeinsam das Lied »Die Gedanken sind frei« anstimmen. »Es können natürlich auch gerne mehr Mitwirkende sein«, meint Pfarrer Frank Kreiselmeier. Wer mitmachen will, findet sich am Samstag ab 19.15 Uhr auf dem Augsburger Rathausplatz ein.

Nacht der Freiheit: An 50 Spielorten bietet die lange Kunstnacht am Samstag ab 19 Uhr mehr als 200 Programmpunkte. Darunter seien zahlreiche »hochkarätige« Musikaufführungen, meint Augsburgs Kulturamtschefin Elke Seidel. Es gibt aber auch Vorträge, etwa von Hassan Ali Djan, der über seine Flucht aus Afghanistan berichtet. Außerdem haben die Besucher die Möglichkeit, einem Kunstprojekt im Gefängnishof der ehemaligen Justizvollzugsanstalt im Augsburger Domviertel beizuwohnen, erläutert Seidel – »einem Ort, an dem man buchstäblich fühlt, was es bedeutet, keine Freiheit zu haben«. Das Programm steht im Internet unter: www.langekunstnacht.de

Freiluft-Gottesdienst: Zum Abschluss des Kirchentags predigt Bayerns evangelischer Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm am Sonntag ab 10 Uhr auf dem Rathausplatz. Es werde ein »vielseitiger und lebendiger Gottesdienst« werden, meint Dekanin Susanne Kasch. Gestaltet wird er von den Kirchengemeinden. Danach gibt es einen Kirchenkaffee unter freiem Himmel.

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