Predigt: Warten auf Heilig Abend (Lk 12, 35-38)

Das geduldige Warten, das uns die Adventszeit abfordert, kann auch lästig sein. Dennoch ist Warten können in Gelassenheit und Zuversicht ein wichtiger Lernprozess. Predigt von Dekan Axel Piper aus Weilheim.
Predigt Warten Weihnachten

Weihnachten am 4. Advent

Nur alle 7 Jahre gibt es das: Der 4. Adventssonntag fällt auf den Tag von Heilig Abend. Die Adventszeit bis um eine Woche kürzer. Advent und Weihnachten in einem sozusagen. Und manche freuen sich über die kurze Adventszeit und die fehlende 4. Adventwoche. Die Kinder zum Beispiel. Der funkelnde Weihnachtsbaum, die Geschenke. Die Überraschung: Was wird es wohl geben? Am 4. Advent schon gibt’s die Auflösung. Und für manche älteren haben die ganzen Vorbereitungen, Einladungen, die Adventsfeiern, das Backen, das Überlegen und Suchen nach geeigneten Geschenken endlich ein Ende.

Geduld

Geduldiges Warten ist ja nicht gerade eine moderne Tugend. Es ist einfach lästig. Der Advent fordert es uns trotzdem ab und ich mag gerade das an dieser Zeit. Gerade weil ich auch so ein ungeduldiger Warter bin. Da komme ich zum Postamt und sehe die lange Schlange vor mir. Mein erster Impuls. Nur weg hier. Nicht Schlange stehen. Aber der Brief muss weg. Ich zähle und rechne: Vier Schalter sind geöffnet. Wenn jede und jeder vor mir nur drei Minuten braucht, dann stehe ich hier eine halbe Ewigkeit. Am Ende bin ich nach lächerlichen 15 Minuten wieder draußen. Soviel Stress habe ich mir gemacht für nichts und wieder nichts. Nein, ich muss geduldiger werden, denke ich mir.

Mit meiner Ungeduld bin ich nicht allein. Wer, zum Beispiel, ist heute noch bereit, länger auf das Päckchen vom Internetanbieter zu warten. Das muss express gehen! Und wenn ich heute eine WhatsApp Nachricht oder E-Mail schicke, dann erwarte ich doch umgehend eine Antwort. Früher, ja. Da hat man einen Brief geschrieben. Und auf Antwort gewartet. Jeden Tag den Briefkasten geöffnet und enttäuscht festgestellt, dass immer noch keine Antwort da ist. Ist mein Brief vielleicht gar nicht angekommen?  Also warten bis zum nächsten Tag. Früher da wurde man zum Warten erzogen. Buchstäblich aber auch im geistlichen Sinne.

In einem Gleichnis erzählt Jesus in eindrücklichen Bildern vom Warten. Dass die Öllampe nicht ausgeht, darauf muss man achten. Es ist also ein aktives Geschehen, es hat mit Wachheit, mit Wachsamkeit zu tun. Und sich bereithalten für eine besondere Begegnung:

Haltet euch bereit und sorgt dafür, dass eure Öllampen brennen! Seid wie Leute, die darauf warten, dass ihr Herr von einem Hochzeitsfest zurückkehrt. Wenn er dann kommt und anklopft, können sie ihm sofort aufmachen. Glückselig sind die Diener, die der Herr wach vorfindet, wenn er nach Hause kommt! Amen, das ich sage euch:
Er wird sich eine Schürze umbinden und sie zu Tisch bitten. Dann wird er hinzutreten und sie bewirten. (Lk 12, 35-38)

Das erfüllte Warten endet mit einem Fest!

Vor kurzem ist mir beim Bücherentrümpeln ein altes, zerfleddertes Taschenbuch in die Hand gefallen: Mein Lieblingsbuch zu meiner Studentenzeit. Jupiters Reisen von Ted Simon. Ein Klassiker für alle Motorradfahrer mit Fernweh. Ted Simon schildert hier seine Erlebnisse auf seiner Weltumrundung: In vier Jahren hunderttausend Kilometer auf einer Triumph Tiger. Sein Buch beginnt mit einer Schilderung von Gelassenheit. Ted Simon ist zehn bis fünfzehn Meilen vor Gaya in Indien, mitten im Nirgendwo. Das Benzin ist ihm ausgegangen. Er schiebt das Motorrad unter einen knorrigen Baum und wartet. Und wartet. Er schreibt:

Ich stopfte meine Handschuhe in den Helm und blickte, am Motorrad stehend die Landstraße hinauf und hinunter. Ich sah hinüber auf ein grünes Weizenfeld und fragte mich, wer mir diesmal helfen würde und wohin das führen mochte. Ich zweifelte nicht daran, dass Hilfe kommen würde und mit ihr höchstwahrscheinlich irgendeine unerwartete Wendung meines Geschicks. Es hat Jahre gebraucht, dieses Maß von Zuversicht und Ruhe zu gewinnen…( Ted Simon, Jupiters Fahrt, Hamburg, 1983, S. 6)

Dass es wohl Jahre dauert, bis man diese Form der Geduld gelernt hat, glaube ich gerne. Wie fremd mir die Gedanken von Ted Simon heute vorkommen. Heute frage ich mich: Wie kann einem denn das Benzin ausgehen, da muss man doch vorsehen? Das kann man sich doch ausrechen, wie weit man mit einer Tankfüllung kommt. Dazu noch ein Sicherheitszuschlag. Und fertig. So denke ich bei der Vorstellung, dass der Autor in der Einöde strandet, ausgerechnet aus Benzinmangel. Und: Stünde ich unter diesem Baum in Indien, würde ich mir alle mögliche Szenarien ausdenken, was passieren könnte. Vielleicht kommt einer der völlig überladenen Lastwagen angefahren und ich kann mir Benzin abzapfen. Ach, geht wahrscheinlich nicht. Der fährt ja mit Diesel. Und so weiter. Nicht so der gestrandete Weltreisende Ted Simon. Der denkt sich gar nicht aus, was passieren könnte. Der denkt nur: Ich lass mich überraschen – und wartet. Und weiß gar nicht, auf was genau. Übrigens sollte er mit seinem geduldigen Optimismus  Recht behalten. Nach etlicher Zeit halten ein Radfahrer, ein Motorradfahrer und ein Auto. Gemeinsam gelingt es, Benzin für den Weltreisenden abzuzapfen.

Im Buch geht es auch nicht wirklich um Motorräder und Benzin und technische Fragen. Es geht auch zum Teil nur um die äußere Reise. Das Wichtigere ist die innere Reise. Zu sich kommen, zur Ruhe kommen. Auch Gelassenheit und Geduld lernen. So schreibt Ted Simon:

Ich hatte mich auf eine Reise rund um den Globus katapultiert, aber ich schien auf einer anderen Reise zu sein, auf einer großen Entdeckungsreise in mein Unterbewusstsein.  (Ted Simon, Jupiters Fahrt, Hamburg, 1983, S. 6)

Warten schafft Platz für Neues

Warten können in Gelassenheit und Zuversicht - das ist wohl ein Lernprozess. Ein wichtiger. Es ist die Erfahrung, dass die Zeit des Wartens keine vertane Zeit ist. Einfach nur warten, ruhig werden. Das kann möglicherweise auch ganz schön langweilig werden und ist schon deshalb nicht mehr zeitgemäß. Dabei war die Langeweile, das Warten ohne Tun, im 19. Jahrhundert noch hoch geschätzt als Muße. Friedrich Nietzsche bezeichnet die Langeweile als die „Windstille der Seele". Ein ersehntes Gefühl. Und heute mahnen Psychologen: Menschen, gerade auch Kinder, sollen sich manchmal langweilen, sollen das Warten lernen ohne Ablenkung und Zerstreuung. Denn das Warten in Ruhe ist eine wichtige Voraussetzung für eigene Ideen und Kreativität. Die Mystiker schätzten und schätzen das ruhige Warten als Voraussetzung von Gotteserfahrung. Erst wenn der Mensch leer wird von all den Gedanken, Plänen, Tun-Müssen, kann Gott einkehren. Wenn ein Mensch warten muss, dann kann er nichts dazu tun. Das, auf was er wartet, kommt von außen, entzieht sich dem eigenen Schaffen. „Es kommt ein Schiff geladen bis an sein höchsten Bord“ – dieses Adventslied setzt mich an das Pier eines Hafens, wo große Schiffe aus aller Herren Länder anlanden, und eine kostbare fremde Fracht an Bord haben. Und man steht da und hält Ausschau auf das, was da kommt an Neuem, Unerwartetem.

Ein Lernender in Sachen Geduld war der Prophet Elia. Die Bibel berichtet von ihm so ausführlich und persönlich, wie sonst kaum von einem Propheten. Er hatte gerade eine Zeit der Prüfung, der Bewährung hinter sich, so wird erzählt.  Sein Glaube und sein Gott standen auf dem Spiel und damit er selbst in seiner ganzen Existenz. Vierhundertfünfzig Priester des Gottes Baal forderten ihn zum Duell. Welcher ist der richtige Gott: Der Gott des Elia, Jahwe, also unser Gott oder Baal? Ein Brandopfer sollte darüber entscheiden. Elia setzte alles auf eine Karte und hatte Erfolg und zerstört die fremden Altäre und tötet die falschen Priester. Aber dadurch schwebt er nun selbst in größter Lebensgefahr einerseits und ist andrerseits zum Nichtstun verdammt. Was wird aus ihm werden? Angst hat er, müde ist er – und nun muss er erst einmal abwarten. 40 Tage lang in der Wüste mit ungewissem Ausgang. Wenn er nur eine Idee bekäme! Eine göttliche Eingebung! Und wie das mit dem Warten manchmal so ist: Gott kommt tatsächlich mit der Eingebung, aber ganz anders als Elia sich das beim Warten vorgestellt hätte: Nicht im Orkan, nicht im Erdbeben, nicht im Feuer sondern völlig überraschend: In einem stillen, sanften Windhauch. Und mit ihm die neue Perspektive für Elia: Das Warten hat ein Ende. Jetzt weiß er, was zu tun ist. Er kennt seinen Auftrag, hat eine Idee. Das gehört auch für ihn zum Warten. Still werden, ruhig werden, damit Neues Platz gewinnen kann.

Und auch die Erkenntnis: Es kommt dann manchmal ganz anders als gedacht und ausgemalt. Und gerade dazu hilft Wartezeit: Dass man offen wird, sich die Erwartungen weiten können oder ganz verblassen. Und damit Platz wird auch für das Unerwartete.

Im Kleinen kenne ich das schon auch, wie sich im Warten neue Perspektiven ergeben. Ich kann mich noch gut erinnern. Als ziemlich junger Pfarrer hatte ich das Gefühl, ich sollte die Stelle wechseln. Lange genug war ich in meiner Gemeinde. In zwei verschiedene Richtungen habe ich überlegt, habe Gespräche geführt. Wir haben in der Familie diskutiert. Beide Möglichketen zerschlugen sich und auf einmal war das Gefühl da: Ich bleibe zwar gerne noch in der Gemeinde – aber ohne Zukunftsperspektive ist es doch ein bisschen leerer geworden. Ich solle abwarten, sagte mir mein Dekan damals. Irgendwann würde sich schon eine Türe öffnen. Geraume Zeit später bin ich bei einer Fortbildung. In der Mittagspause gehe ich mit einem Kollegen spazieren. Der erzählte mir von einer Stelle, auf der er auch schon mal war. Die sei wieder frei. Und er erzählte und erzählte. Niemals wäre ich darauf gekommen. Von der Stelle gelesen hatte ich, aber wirklich nur die Überschrift. Viel zu weit weg. Entsprach so gar nicht meinen Gedanken und Plänen und Schwerpunkten bisher. Es wurde schließlich meine neue Stelle und bedeutete glückliche Jahre dort. Für was manchmal das Warten auch gut ist!

Geduld und Ungeduld

Aber auch das gehört wohl zum Warten: Die Ungeduld. Die Bibel erzählt so viele Wartegeschichten. Geschichten der Geduld und der Ungeduld. Noah wartet mit seiner Familie und all den Tieren in der Arche, bis das Wasser der Sintflut abgeflossen ist. Drei Mal schickt er ungeduldig die Taube aus, die auskundschaften soll, ob sich nun endlich Anzeichen der Trockenheit finden lassen. Oder der Urvater Abraham und seine Frau Sarah warten auf Nachwuchs. Jahre und Jahrzehnte. Schließlich muss die Magd Hagar einspringen, weil ihre Geduld am Ende ist, weil das Warten scheinbar keinen Sinn mehr gibt. Oder diese große Wartegeschichte: Mose wird von Gott beauftragt, sein Volk Israel aus der Sklaverei in Ägypten  zu befreien und die Menschen nach Palästina zu führen, in das gelobte Land, in das Land, in dem Milch und Honig fließen, das also reich und begehrenswert und lebenswert ist. Die Flucht gelingt, jedoch nur bis in die Wüste. Dort in der kargen Einöde wartet das Volk Israel 40 Jahre lang. Dass den Menschen mehrmals die Geduld ausgeht, ist nur zu verständlich. Sie klagen, sie murren, sie revoltieren. Und besonders tragisch: Mose, der die Menschen immer wieder bei der Stange gehalten hat, darf das Ende des Wartens nicht mehr erleben, erlebt nicht mehr den Einzug ins gelobte Land.

Weihnachten: Nicht das Ende des Wartens

Ja, selbst mit Weihnachten hat das Warten, theologisch gesprochen, kein Ende. Unser Warten in dieser Adventszeit vielleicht. Und so hoffen wir ab heute Abend auf ein schönes Fest, harmonische Gespräche, besinnliche Stunden, leuchtende, frohe Augen. Hoffentlich wird der eine Teil unseres Wartens erfüllt mit einem rundherum schönen Weihnachtsfest. Und trotzdem: Erfüllt hat sich die Weihnachtsbotschaft bis heute nicht. Ja Weihnachten ist eigentlich auch eine Wartegeschichte. Die, die einen mächtigen König zu Weihnachten erwartet haben, werden enttäuscht. Statt eines Herrn der Herrlichkeit, statt eines Königs, statt eines Herrschers liegt dort ein kleines, wehrloses Kind, in der Futterkrippe. Es muss erst groß werden. Erzogen werden. Reifen. Bis er zu einem Halt für Menschen werden kann, zu ihrem Messias. Es heißt warten. Und bis auf die Weisen aus dem Morgenland und die Hirten und ja, auch bis auf den grausamen Herodes nimmt niemand groß Notiz von dem  Erlöser. Der muss sich erst durchsetzen. Reden, Wunder tun, überzeugen, vorleben. Bis die Menschen ihn wahrnehmen und entweder vertrauen oder verteufeln.  Alles muss klein beginnen, auch der Erlöser, auch die frohe Botschaft. Warten, Geduld.

Frieden auf Erden. Das verkünden die Engel den Hirten. Auf den Frieden warten so viele geschundene und geflohene Menschen auf dieser Welt bis heute. Und sie werden weiter warten müssen.  Sehnsüchtig und bange. Oder: Maria ist sich sicher: Mit Ihrem Kind Jesus beginnt eine neue Zeit. Jesus wird die Tyrannen dieser Welt vom Thron stoßen, die Hungrigen werden satt und die Ungerechtigkeit der Welt wird ein Ende haben. Ein Blick in die Nachrichten auch heute Abend wird uns eines schlechteren belehren. Die Tyrannen dieser Erde werden nicht weniger. Der Hunger in der Welt ist noch lange nicht besiegt. Und wenn es darum ginge, das Unrecht in dieser Welt ja selbst nur in unserem Umfeld zu benennen, würde wohl jedem und jeder etwas dazu einfallen. Leider. Nein. Mit Weihnachten endet das Warten auf eine erlöste Welt nicht. Es beginnt.

Warten ist wie eine Triebfeder

Das macht Weihnachten aber nicht wertlos. Im Gegenteil. Wer wartet, hat ein Ziel. Wer wartet hat eine Vorstellung. Wer wartet hat eine Triebfeder in sich, eine Motivation. Ja, die Welt, so kann die Motivation heißen, ist nun wirklich nicht in Ordnung. Aber Weihnachten sagt: ich muss mich mit diesem Befund nicht abfinden. Ein neues Wort ist über diese Welt gesprochen. Und weil das so ist, kann ich die Welt, können wir die Welt verändern. Wir können beitragen, dass sie gerechter wird, barmherziger, freundlicher, fröhlicher. Was nicht endgültig ist, lässt sich auch zum Guten verändern.  Gott lässt diese Welt nicht allein. Weihnachten ist ein Anfangspunkt, ein Versprechen, so etwas wie ein Samenkorn.

So wie in der kleinen Geschichte:

Ein junger Mann betrat im Traum einen Laden. Hinter der Theke stand ein Engel. Hastig fragt er ihn: „Was verkaufen Sie in Ihrem Laden?“ Der Engel antwortete freundlich: „Alles, was sie wollen.“ Der junge Mann begann aufzuzählen: „Dann hätte ich gerne das Ende aller Kriege in der Welt, bessere Bedingungen für die Randgruppen der Gesellschaft, Beseitigung der Elendsviertel in Lateinamerika, Arbeit für die Arbeitslosen, mehr Gemeinschaft und Liebe und...., und....“ Da fiel ihm der Engel ins Wort: „Entschuldigen Sie, junger Mann, Sie haben mich falsch verstanden. Wir verkaufen keine Früchte, wir verkaufen nur den Samen.“

Mir gefällt der Gedanke: Weihnachten ist wie Samenkorn. Mit Weihnachten ist nicht Frieden. Aber er ist angelegt. Dieser Samen braucht jetzt eine kundige Hand, die ihn aussät. Er braucht guten Boden. Er braucht Pflege und Zeit: Bis aus dem Samen Triebe entstehen und Früchte. Es braucht Gottes Segen, es braucht Sonne und Regen. Und, ja, es braucht geduldiges Warten, wie Jesus es in seinem Gleichnis beschreibt. Ein waches, ein aktives Warten: "Haltet euch bereit und sorgt dafür, dass eure Öllampen brennen! Seid wie Leute, die darauf warten, dass ihr Herr von einem Hochzeitsfest zurückkehrt. Wenn er dann kommt und anklopft, können sie ihm sofort aufmachen.

Sehr beeindruckt hat mich eine Reportage in der Zeitschrift Chrismon über Menschen, die sich für den Frieden einsetzen. Zum Beispiel der Bericht über Staffan de Mistura, Diplomat bei den Vereinten Nationen. Seit 47 Jahren vermittelt er Frieden im Sudan, in Albanien, Afghanistan, im Irak, in Bosnien. Jetzt soll er in Syrien vermitteln, und helfen, eine Lösung zu finden. Es klingt im Moment noch unmöglich. Dutzende Kriegsparteien sind in den Konflikt verwickelt, ein Dutzend Länder wollen ihre Interessen dort durchsetzen. Aber de Mistura weiß, wie wichtig seine Mission ist für die Überlebenden, für die fünf Millionen Flüchtlinge und sieben Millionen Vertriebenen. Und er fühlt sich in seiner Megamission nicht allein. Jeden Morgen hilft ihm sein Gebet: „Das hilft mir daran zu glauben, dass wir eine Lösung für den furchtbaren Konflikt finden werden“ (Chrismon, 12/2017, S.15), sagt er.

Zu einem aktiven, wachen Warten gehört auch das Gebet, das Eingeständnis, dass wir es alleine nicht schaffen können und nicht schaffen müssen. Die Gewissheit, dass wir Gott an unserer Seite haben.

Eines meiner Lieblingsweihnachtlieder stammt von John Lennon: Happy Christmas! Frohe Weihnachten!, heißt es und da singt ein Backgroundchor von Kindern: War is over, if you want it. Der Krieg ist vorbei, sofort, wenn du es willst. Das Samenkorn Weihnachten ist in dein Herz gelegt.

Evangelische Morgenfeier vom 24.12.2017 (4. Advent) mit Dekan Axel Piper, München. Thema: Warten (LK 12, 35-38)

 

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