Die Ergebnisse der Landessynode in Amberg im Überblick

Amberg — 
Die Partnerschaft mit der Kirche von Papua-Neuguinea, der Haushalt für 2018 und der kirchliche Reformprozess »Profil und Konzentration« standen zum Ende der bayerischen Herbstsynode in Amberg am Donnerstag auf der Tagesordnung. Was dabei herauskam und was beschlossen wurde.
Das Plenum der bayerischen Landessynode im November 2017 in Amberg.
Das Plenum der bayerischen Landessynode im November 2017 in Amberg.

Landeskirche will Partnerschaft mit Papua-Neuguinea vertiefen

Zum Abschluss ihrer Herbsttagung hat die bayerische Landessynode am Donnerstag einen ausgeglichenen Haushalt beschlossen und mit einem neuen Partnerschaftsvertrag mit der Kirche von Papua-Neuguinea den Blick weit über den bayerischen Tellerrand gerichtet. Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, Synodenpräsidentin Annekathrin Preidel und der Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche von Papua-Neuguinea (ELK-PNG), Jack Urame, unterzeichneten vor dem in Amberg tagenden Kirchenparlament erstmals einen Partnerschaftsvertrag der beiden Kirchen. »Allein sind wir schwach, zusammen sind wir stark«, sagte Urame am Donnerstag: »Heute ist daher ein wichtiger Tag in unserer Partnerschaftsbeziehung.« Eine Partnerschaft bedeute, dass man nicht allein sei, sie bestehe aus gegenseitigem Geben und Nehmen.

Bayerische Landessynode beschließt Haushalt 2018

Der von der Synode einstimmig beschlossene Haushalt für 2018 hat ein Gesamtvolumen von 923 Millionen Euro und bietet neben den laufenden Kosten auch Spielraum für Sonderaufgaben und Projekte. Für die Arbeit mit Flüchtlingen sollen im nächsten Jahr 6,5 Millionen Euro aufgewendet werden, vor allem für die Integration, Beratung und Begleitung geflüchteter Menschen, sagte der kirchliche Finanzchef Erich Theodor Barzen. Mit über 14 Millionen Euro soll »sozial orientierter Wohnungsbau« gefördert werden. Den Hauptanteil der Ausgaben machen jedoch mit 460 Millionen Euro die Zuwendungen an die 1.540 evangelischen Gemeinden aus. Darin sind die Gehälter der Pfarrerinnen und Pfarrer enthalten. Wegen der guten Konjunktur rechnet die Landeskirche mit wachsenden Kirchensteuer-Einnahmen auf über 750 Millionen Euro.

Zwischenbilanz zu »Profil und Konzentration«

Den kirchlichen Reformprozess »Profil und Konzentration« (PuK), mit dem sich die Kirche neu aufstellen und die Menschen mit ihren heutigen Lebensfragen ansprechen will, hat Konturen angenommen. Wie der landeskirchliche Planungsreferent Thomas Prieto Peral in einer ersten Zwischenbilanz ausführte, gab es in allen Bereichen der bayerischen Landeskirche mehr als 60 Veranstaltungen zu dem Reformkonzept. Dadurch sei die Debatte um die Kirche der Zukunft in Gang gesetzt worden. Ende 2018 sollen erste Vorschläge zur Umsetzung vorliegen und zur Diskussion gestellt werden. Dauerthema bleibe aber, um Vertrauen für das Reformvorhaben zu werben

Mit einem weiteren Beschluss vereinfachte die Synode die kirchliche Verwaltung. Die 1.050 einzelnen Pfründestiftungen, aus denen früher die Pfarrer ihren Lebensunterhalt gezogen haben, sollen zu einer einzigen Stiftung zusammengefasst werden.

Bedford-Strohm wünscht sich weiteren evangelischen Feiertag

Bedford-Strohm sagte vor der Synode, er hätte gerne noch einen weiteren evangelischen gesetzlichen Feiertag. Auf einen bestimmten Feiertag wollte er sich in Amberg nicht festlegen. Infrage kämen aber zum einen der Buß- und Bettag Mitte November, der 1995 zur Finanzierung der Pflegeversicherung als gesetzlicher Feiertag gestrichen wurde. Der zweite infrage kommende Feiertag wäre der Reformationstag, der in diesem Jahr wegen des 500. Reformationsjubiläums als einmaliger gesetzlicher Feiertag begangen wurde.

Er wolle sich für keinen der beiden Feiertage explizit aussprechen, sagte Bedford-Strohm, der auch Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirchen in Deutschland (EKD) ist. Denn es solle nicht der Eindruck entstehen, dass einer zugunsten des anderen geopfert werden soll. Er betonte aber, dass der Reformationstag vor allem bei den jungen Menschen stärker im Bewusstsein verankert sei als der Buß- und Bettag. Der Reformationstag am 31. Oktober habe außerdem im Lutherjahr 2017 einen starken Schub bekommen.

Die Landessynode ist das Kirchenparlament der rund 2,4 Millionen bayerischen Protestanten mit weitreichenden Befugnissen. Die Synode bestimmt den Kurs der Kirche, verabschiedet die Kirchengesetze und den Haushalt und wählt den Landesbischof. Die 108 Synodalen, in der Mehrzahl Laien, kommen zu ihren Tagungen zwei Mal im Jahr in unterschiedlichen bayerischen Städten zusammen. Zu ihrer Frühjahrstagung 2018 kommt die Synode in Schwabach zusammen.

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