Nigerianischer Erzbischof wird Präsident des Lutherischen Weltbundes

Der Nigerianer Musa Panti Filibus ist zum neuen Präsidenten des Lutherischen Weltbunds gewählt worden. Er will sich während seiner Amtszeit gegen den Terror einsetzen. Und noch ein Bereich ist ihm besonders wichtig.
Der neugewählte Präsident des Lutherischen Weltbundes Musa Panti Filibus aus Nigeria

Der neugewählte Präsident des Lutherischen Weltbundes (LWB), der Nigerianer Musa Panti Filibus, will sich für Gendergerechtigkeit und den Kampf gegen Terror starkmachen. »Ich halte es für dringend notwendig, sich mit der Frage der religiös motivierten Gewalt in der heutigen Welt auseinanderzusetzen«, sagte der Theologe nach seiner Wahl am Samstagabend in Windhuk. Filibus stammt aus dem Norden Nigerias, wo die islamistische Terrorgruppierung Boko Haram regelmäßig Anschläge verübt.

Die Kirchen in Nigeria hätten in diesem Konflikten niemals geschwiegen, sagte der 57-Jährige. Dennoch hätten vor zwei Jahren viele Kirchengemeinden ihre Aktivitäten einstellen müssen. Die Gefahr von Attacken durch Boko Haram auf Gottesdienste sei zu groß gewesen. Der Erzbischof der Lutherischen Kirche Christi in Nigeria wurde von der LWB-Vollversammlung mit 274 Ja- und 4 Nein-Stimmen bei 25 Enthaltungen gewählt.

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Lutherischer Weltbund (LBW) - Vollversammlung in Namibia

LogoDer Lutherische Weltbund (LWB) trifft sich vom 10. Mai bis 16. Mai zur Vollversammlung in Windhuk (Namibia). Unsere Redakteurin Christiane Ried berichtet live aus Namibia. In unserem Dossier finden Sie alle aktuellen Artikel zum Thema: www.sonntagsblatt.de/weltbund

 

 

 

 

Nachfolger von Bischof Munib Younan

Starkmachen will Filibus sich auch für die Gleichstellung von Mann und Frau. So war er an der Entwicklung eines LWB-Grundsatzpapiers zur Gendergerechtigkeit beteiligt. Er kündigte an, sich für dessen Umsetzung zu engagieren. Dabei gehe es auch darum, »wie man Mitgliedskirchen im Blick auf das Verständnis und die Auseinandersetzung mit diesen Fragen unterstützen kann«. Zugleich betonte er, dass der LWB keiner Mitgliedskirche etwas aufzwingen wolle, sondern sich für Dialog einsetze.

Filibus stand als einziger Kandidat zur Wahl. Er ist in seinem neuen Amt Nachfolger von Bischof Munib Younan aus den palästinensischen Gebieten, der seit 2010 an der LWB-Spitze stand und nicht wiedergewählt werden konnte. Die 12. Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes in Namibia dauert noch bis Dienstag. Im Abschlussgottesdienst wird Filibus, der erst der zweite Afrikaner in diesem Amt sein wird, offiziell als Präsident eingeführt.

Younan und Junge sichern Unterstützung zu

Der scheidende LWB-Präsident Munib Younan gratulierte Filibus zu dessen Wahl. Es sei eine Ehre, Filibus für die kommenden sechs Jahr als Präsidenten zu haben. Genauso wie Generalsekretär Martin Junge sicherte er dem nigerianischen Erzbischof Unterstützung zu. Junge sagte, dass er sich auf die Zusammenarbeit freue. Er kenne Filibus schon lange. Beide hätten sie vor Jahren gut als Regionalreferenten zusammengearbeitet - Filibus für Afrika und Junge für Lateinamerika.

Der Präsident des päpstlichen Einheitsrates, Kardinal Kurt Koch, würdigte in seinem Grußwort während der Wahl den intensiven Dialog zwischen Lutheranern und Katholiken. Er erinnerte aber auch an das Leid, das man sich über Jahrhunderte auf beiden Seiten angetan habe. Dieses könne nicht aus dem historischen Gedächtnis gelöscht werden. Umso mehr freue er sich heute, dass man gemeinsam das 500. Reformationsjubiläum begehen könne, sagte der aus der Schweiz stammende Kurienkardinal. Der LWB repräsentiert nach eigenen Angaben mehr als 74 Millionen Christen aus 145 Mitgliedskirchen und 98 Ländern.

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