Synode Amberg: Immobilien in der Diskussion

Wird die Bildungstätte Rothenburg verkauft? Und was geschieht mit der neu erworbenen Immobilie in Nürnberg? Zur Diskussion über die Immobiliengeschäfte der Landeskirche auf der Landessynode in Bamberg.
Immobilie Nürnberg Landeskirche

Nach kontroversen Diskussionen über Immobiliengeschäfte innerhalb der bayerischen Landeskirche zeigt sich Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm besorgt über die "Kommunikationskultur in unserer Kirche". Vor der in Amberg tagenden Landessynode sagte er am Montag: "Misstrauen und Gerüchtebildung sind keine gute Grundlage für Erneuerungsprozesse." Es sei verständlich, dass schnell Aufregung herrsche und Verlustängste hochkämen, "wenn irgendwo über Veränderung nachgedacht wird".

Vor wenigen Wochen war bekanntgeworden, dass die Landeskirche über einen Verkauf ihres Wildbades Rothenburg nachdachte. Aus der Region gab es daraufhin große Proteste, unter anderem wurde eine Unterschriftenaktion für den Erhalt des Wildbades in kirchlicher Hand initiiert. Der Landeskirchenrat entschied sich nach einem mehrwöchigen Prüfungsverfahren schließlich gegen einen Verkauf.

Im Landeskirchenrat habe man entschieden, größtmögliche Transparenz walten zu lassen, sagte Bedford-Strohm in seinem Bericht. Dennoch müssten auch bei solchen Geschäften übliche Vertraulichkeitsbedingungen eingehalten werden, "die dann allerdings als Geheimnistuerei erscheinen und Fantasien befördern". Man könne verantwortlich Handelnde aber nicht dafür kritisieren, dass sie noch nicht alle Angaben machen könnten, die eben erst Teil des Prüfprozesses seien.

Landeskirche kauft Immobilien in Nürnberg

Neben dem Wildbad Rothenburg sorgt auch der Kauf der Immobilie Bayreuther Str. 1 in Nürnberg für Aufregung. So hatte unter anderem der bayerische Pfarrer- und Pfarrerinnenverein Anfang Oktober verlauten lassen, die Immobilie sei hässlich "und stünde der Kirche nicht gut zu Gesicht". Das Gebäude gelte als "eine der großen architektonischen Todsünden" Nürnbergs.

Die Landeskirche hatte das Gebäude mit etwa 25.000 Quadratmetern Büroflächen am östlichen Rand der Altstadt für einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag zunächst als Ertragsimmobilie gekauft. Inzwischen gibt es Überlegungen, ob dort Dienststellen einziehen können, die auf Nürnberg verteilt sind. Ein besonderes Interesse hat die Evangelische Hochschule Nürnberg angemeldet, die am bisherigen Sitz Raumnot hat.

Bildungsstätte Rothenburg ob der Tauber
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