Das jüdische Pessach – das Fest der ungesäuerten Brote

In der Karwoche, am Montagabend (10.4.), beginnt dieses Jahr auch das jüdische Pessachfest, das »Fest der ungesäuerten Brote«. Es heißt so, weil Juden jetzt sieben (in der Diaspora acht) Tage lang Matzen essen. Der Bayerische Müllerbund war kürzlich extra nach Israel gereist, um vor Ort das Geheimnis der Matzen und des Matzemehls zu lüften.

Was das Besondere ist, an dem speziellen Mehl für die Matzen, den flachen Fladen für Pessach, hat der Vorsitzende des Bayerischen Müllerbundes Josef Rampl auf seiner Studienreise nach Israel erfahren. Er war kürzlich mit einer Gruppe von Müllern dort um sich mit jüdischen Kollegen auszutauschen.

»Wir waren speziell in einer Mühle, die nur Matzemehl herstellt, unter sehr strengen Auflagen für diese ungesäuerten Brote zu Pessachfest und die Mühle wird jetzt zum Pessachfest wieder abgestellt und erst Ende des Jahres wieder in Betrieb genommen.«

Eine Mühle, die nur für ein paar Monate öffnet, um ein spezielles Mehl herzustellen, war für ihn neu. Und auch, dass bei der Herstellung des Matzemehls das Getreide vor der Vermahlung nicht in Berührung mit Wasser kommen darf. Denn in Deutschland wird den Körnern dann Wasser zugefügt, damit sich die Schale besser vom Korn trennen lässt.

Bayerische Müller in Israel
efa-Radiobeitrag

Josef Rampl war fasziniert von den strengen jüdischen Speisegesetzen und dass die Lebensmittelherstellung von Rabbinern überwacht wird. »Die erste Lebensmittelüberwachung der Welt«, nennt er sie schmunzelnd. Diese extra dafür ausgebildeten Rabbiner heißen Maschgiach und sie entscheiden, ob ein Lebensmittel koscher ist, das heißt, frei von verbotenen Substanzen oder Zusätzen.

An Pessach vergeben sie ein spezielles Zertifikat, das die Nahrungsmittel als koscher für Pessach auszeichnet. Denn alles, was Sauerteig oder Gesäuertes enthält, also Kuchen, Pizzateig oder auch Bier ist strengstens verboten. In Israel ist es einfach, die strengen religiösen Speisegesetze einzuhalten, denn es gibt kein Brot, weder in den Bäckereien, noch in den Hotels. In Deutschland ist es dagegen schon schwieriger. Aber auch in Bayern gibt es Rabbiner, die darauf achten, welche Lebensmittel koscher für Pessach sind. Der Münchner Maschgiach Rabbiner David Nußbaum arbeitet bei Feinkost Danel, dem einzigen koscheren Lebensmittelgeschäft in München. Dort gibt es Matzemehl zu kaufen, aber auch fertige Matzen.

Für deren Zubereitung braucht man nur zwei Zutaten:
»Nur Wasser mit Mehl und sie muss gebacken sein, aber nicht mehr als 18 Minuten«, erklärt Rabbi Nußbaum. Das ungesäuerte Brot ist ein Produkt der Eile und soll daran erinnern, dass das jüdische Volk vor über 3000 Jahren aus der Sklaverei in Ägypten befreit wurde und ganz schnell vor dem Pharao fliehen musste. »Und es war keine Zeit, den Teig gehen zu lassen und deshalb blieb die Matze flach.«

Und als Erinnerung an diese Flucht essen Juden bis heute Matzen, so wie Gott es ihnen durch Mose befohlen hat: »Sieben Tage sollt ihr ungesäuertes Brot essen« (2. Mose 12,15) Die Matzen schmecken wie Knäckebrot ohne Salz. Ziemlich fad, aber wenn man sie mit Aufstrichen oder anderen Zutaten kombiniert, können Matzen ganz köstlich sein. Ob als Pizzateig verarbeitet, als feines Gebäck oder als Matzeknödel in Hühnerbrühe. Diese feine Suppe passt gut zum Sedermahl, dem Festmahl am ersten Abend von Pessach. Denn an Pessach geht es nicht ums Fasten, sondern die Speisen sind dazu da, Juden bis heute daran zu erinnern, dass sie Sklaven waren und jetzt frei sind.

Rezept für Matzeknödelsuppe

Matze-Knödel (jidd. Knedlach) werden folgendermaßen zubereitet.
1 Tasse Eier
1 Tasse Mineralwasser
1 EL Öl
Salz
Matzemehl

1 Tasse Eier (oder mehr) und die gleiche Menge Mineralwasser in eine Schüssel geben. Das Öl und eine Prise Salz hinzufügen und mit einem Schneebesen fest schlagen. Matzemehl dazugeben, bis der Teig eine Konsistenz bekommt, er soll aber nicht fest sein! Anschließend für 30 Minuten in den Kühlschrank stellen. Sollte der Teig jetzt nicht fest genug sein, um Knödel zu formen, noch ein wenig Matzemehl dazugeben.

Einen großen Topf mit viel Wasser, 1 EL Öl und Salz aufkochen lassen. Aus dem Matze-Teig nicht zu große Knödelchen formen und in das siedende Wasser geben. Ca. 10 Minuten ziehen lassen. Dann die Matze-Knödel vorsichtig herausnehmen und warm halten.

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efa