17.02.2017
Starkbierzeit

Der »Innovator« haut rein

München — 
Das »Giesinger Bräu« und die Lutherkirche teilen sich die gleiche Adresse: Martin-Luther-Straße. Aus der Nachbarschaft von Sud- und Gotteshaus ist jetzt das Jubiläumsbier »Innovator« zum Reformationsjahr entstanden. Pünktlich zur Starkbierzeit ist es in vielen evangelischen Gemeinden Münchens erhältlich.
Innovator Giesinger Bräu
Flaschenetikett »Giesinger Innovator«.

Der »Innovator« haut rein: Pünktlich zur Starkbierzeit im Reformationsjahr bringt die kleine Münchner Brauerei »Giesinger Bräu« einen dunklen Doppelbock auf den Markt. Die Idee dazu kommt aus der benachbarten Lutherkirche. »Luther war kein Asket, er liebte das gemeinsame Essen und Trinken in großer Runde – selbstgebrautes Bier gehörte dazu«, sagt Pfarrerin Verena Übler. Also heckten die beiden Nachbarn in der Martin-Luther-Straße am Giesinger Berg den Plan für ein Jubiläumsbier aus.

»Wir wollen mit diesem süffigen, kräftigen Bier den Reformator Luther ehren«, sagt Brauerei-Chef Steffen Marx. Eine Besonderheit ist das Etikett der Flaschen: Normalerweise prangt dort die katholische Heilig-Kreuz-Kirche, das Giesinger Wahrzeichen. Doch für das Jubiläumsbier haben die Brauer die evangelische Lutherkirche aufgedruckt. Die Kirchturmuhr zeigt 15.17 Uhr, also das Jahr der Reformation, und das Namensschild »Innovator« ist wie mit einem Nagel angeschlagen – in Erinnerung an Luthers Anschlag seiner Thesen.

»Viele Menschen wissen heute nicht mehr viel über die Reformation«, sagt Kirchenvorstand Markus Graf von Armansperg. Mit dem Bier zum Lutherjahr wolle die Gemeinde einen Anstoß geben, wieder über die Reformation und ihre Bedeutung fürs Leben nachzudenken. Der »Innovator« wurde zum ersten Mal beim gemeinsamen Starkbier-Anstich nach dem Gottesdienst am vergangenen Sonntag ausgeschenkt. Ab sofort ist der Jubiläums-Bock in vielen Münchner evangelischen Kirchen erhältlich, im gut sortierten Getränkehandel sowie als Starkbier vom Fass im Bräustüberl an der Martin-Luther-Straße.

Starkbieranstich Giesinger Bräu
Süffig und stark: Simon Rossmann (hinten), technischer Leiter, und Steffen Marx, Gründer vom »Giesinger Bräu«, zapfen sich ein Glas »Innovator«.

Solange der Vorrat reicht: 6000 Liter des kräftigen Hopfentees schwappt in den Tanks von Brauer Steffen Marx. »Vor 500 Jahren waren die Biere schwächer, nicht so voluminös und charaktervoll«, erklärt der Experte. Marx ist sich aber sicher: »Unser Innovator hätte Luther bestimmt geschmeckt.«

Das Reformationsbier ist ein weiterer Baustein in der guten Nachbarschaft von Brauerei und Lutherkirche. Zwei gemeinsame Sommerfeste mit Turmführungen wurden schon gefeiert. Mittlerweile gebe es immer wieder Tauf- oder Hochzeitsfeiern, »die bei uns in der Kirche beginnen und in der Brauerei fortgesetzt werden«, berichtet Pfarrerin Übler.

Auch der »Innovator« wird die Gemeinde im Reformationsjahr weiter begleiten: Bei der Vernissage zur Ausstellung »Frauen der Reformation« am 21. Februar gibt es neben dem üblichen Prosecco auch Starkbier. Schließlich war Luthers Frau Katharina von Bora dafür bekannt, das Bier im Hause des Reformators selbst zu brauen.

Der »Innovator« kann beim Giesinger Bräu bestellt werden. Ein Kasten mit 20 Flaschen à 0,33 Liter kostet 24 Euro.

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