14.05.2017
Ökumene-Pop

Die Cadolzburger Band »Himmelleicht« macht Songs für beide Konfessionen

Sie ist schmissig, geht ins Ohr, regt zum Mitmachen an und ist ökumenisch. Die Musik der Gruppe »Himmelleicht« will die Konfessionen verbinden und sendet dazu einfache, aber treffende Botschaften in Texten, die von katholischer wie evangelischer Seite auf ihren verbindenden Gehalt hin »gegengecheckt« sind. Echter Ökumene-Pop, mit dem die Cadolzburger Band am 26. und 27. Mai sogar auf dem Evangelischen Kirchentag in Berlin spielt.
Himmelleicht-Bandleader Thomas Döpfert (rechts) mit drei seiner Musiker: Tom Segl, (Keyboard), René Jung (Bass) und Sängerin Birgit Wolfram.
Himmelleicht-Bandleader Thomas Döpfert (rechts) mit drei seiner Musiker: Tom Segl, (Keyboard), René Jung (Bass) und Sängerin Birgit Wolfram.

»Wir sind alle Gottes Volk« tönt es dreistimmig aus den Kehlen von Tom Segl, Birgit Wolfram und Thomas Döpfert, die in ihrem Proberaum in der Erlöserkirche in Fürth-Dambach gerade an den neuesten Arrangements feilen und alte auffrischen.

Die Botschaft ist deutlich. Hier geht es um Gemeinschaft der Christen, egal, welches Gesangbuch man hat. Mit »Schatz des Glaubens« geht es weiter, einem eingängigen Folk-Song, wie er jederzeit auch über den Äther laufen könnte. Es sind einfach gestrickte Stücke, die Thomas Döpfert für seine Band »Himmelleicht« komponiert.

Das jedoch ist genau die große Pop-Kunst: »Hits« schreiben, die sich schnell ihre Bahnen in die Gehörgänge fräsen und noch unter der Großhirnrinde verweilen, wenn der letzte Ton schon längst verklungen ist. Döpfert beherrscht diese Kunst, und er verbindet sie mit klaren Aussagen: Mut zum Glauben, Einladen zur Gemeinschaft im Sinne Jesu, Verkündigung durch das vereinende Element der Musik.

Konzerte auf dem Kirchentag

Die Wortwahl ist nicht frömmelnd, aber konkret. »Leben im Glauben gibt Richtung und Ziel«, heißt es da, vom »Fest des Lebens feiern« ist die Rede. Und bei aller Schlichtheit der Musik: Auf die Umsetzung kommt es an. Jeder Musiker spielt »songdienlich«, spielt Figuren, wenn diese auch wirklich passen, sorgt für den nötigen Groove, ohne sich in den Vordergrund zu begeben, der Satzgesang ist immer mehrstimmig und auskomponiert. Die klassische Band-Besetzung (Gitarre, Bass, Schlagzeug, Keyboards) wird um Saxofon, Klarinette und Querflöte erweitert. Das klingt gut und kommt an.

So gut, dass »Himmelleicht« schon mehrfach zu Gast auf größeren Events waren. Bald spielt die Band gleich zwei Mal auf dem Evangelischen Kirchentag in Berlin, ansonsten regelmäßig in den Kirchen Mittelfrankens, je nachdem, welche Gemeinde einen solch »besonderen Gottesdienst« mit »Himmelleicht« auf die Beine stellen will.

Hierfür gibt es von der Band neben Einzelstücken sogar das »Rundum-sorglos-Paket« in Form der beiden »Cadolzburger Messen«. Das sind Liederreigen, die als Ablauf für einen kompletten Gottesdienst mit Abendmahl herangezogen werden können. Dazu hat Döpfert Faltblätter mit den Texten und Noten vorbereitet, die der Gemeinde als Wegweiser dienen und die man sich auch auf der Homepage www.himmelleicht.de neben Hörproben herunterladen kann. »Meist spielen wir die Stücke einmal vor, dann kann sie jeder mitsingen«, sagt Döpfert.

Das Gegenteil von »erdenschwer«

Musik mit christlichen Texten als Plattform, den ökumenischen Gedanken als Katalysator – so könnte man den lyrischen Hintergedanken bezeichnen. Die Bandmitglieder sind konfessionell gemischt, die Auftritte finden in beiderlei Kirchen statt, und das nicht nur bei ökumenischen Gottesdiensten, auch wenn es in einem Song heißt, dass die Glaubenden in Christus zusammengeschweißt werden. »Wir drängen niemandem die Ökumene auf, lassen lieber die Musik sprechen, zu deren Texten sich dann jeder seine eigenen Gedanken machen kann«, erklärt Döpfert. Dass der Inhalt theologisch einwandfrei ist, sodass sowohl Katholiken als auch Protestanten ihn unterschreiben können, dafür sorgen »Geistliche im Hintergrund«, denen Döpfert seine Songs vorlegt.

Bleibt die Frage, woher der Namen »Himmelleicht« eigentlich kommt. »Das Gegenteil von erdenschwer«, zitiert Döpfert einen in der christlichen Lyrik gebräuchlichen Topos. So nahe liegt manchmal die Antwort. Und so nahe sind Katholiken und Protestanten in der Botschaft, wenn man die »Himmelleicht«-Songs hört.

 

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Sonntagsblatt