Feuerwerk und Glasflaschen sind vielerorts tabu

Immer mehr Kommunen in Bayern weisen für die Silvesternacht größere Verbotszonen für Feuerwerk aus. Die Gründe dafür sind in der Regel der Schutz historischer Bauwerke in den Innenstädten und der Bürger in dichtem Gedränge vor Pyrotechnik und anderen gefährlichen Gegenständen.
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Die Stadt Augsburg hat für den Jahreswechsel 2017/2018 die Schutzzone deutlich ausgeweitet und dafür eine Verordnung »über Menschenansammlungen in der Maximilianstraße« sowie für die Straßen und Plätze ringsherum erlassen. Auch in Städten wie Nürnberg, Regensburg und Würzburg gibt es solche Zonen, wie eine Umfrage des Evangelischen Pressedienstes (epd) ergeben hat.

In Augsburg ist in der besagten Schutzzone neben dem Mitführen und Abbrennen von Pyrotechnik auch die Mitnahme von Glasflaschen und Bierkrügen sowie anderer gefährlicher Gegenstände nicht mehr erlaubt. Die Verordnung gilt nicht nur an Silvester, sondern das ganze Jahr und hat eine Gültigkeit von 20 Jahren, wie die Stadt mitteilte. Für die neue vergrößerte Sperrzone soll es zwar keine Zugangskontrollen geben, sagte eine Stadtsprecherin dem epd. Auch in den Vorjahren hatte es schon eine kleinere Sperrzone gegeben. Die Einhaltung der neuen Verordnung soll aber verstärkt von Mitarbeitern des städtischen Ordnungsdienstes und der Polizei kontrolliert werden.

Grundsätzlich gilt überall die Erste Verordnung zum Sprengstoffgesetz.

In Paragraf 23 ist festgelegt, dass ausschließlich am 31. Dezember und am 1. Januar überhaupt Feuerwerk von jedermann entzündet werden darf, niemals aber in unmittelbarer Nähe von Kirchen, Krankenhäusern, Kinder- und Altersheimen sowie besonders brandempfindlichen Gebäuden.

In der Regensburger Altstadt gibt es - neben der allgemeingültigen Ersten Verordnung zum Sprengstoffgesetz - zwar kein generelles Verbot von Feuerwerk. »Seit mehreren Jahren ist aber die Steinerne Brücke in der Silvesternacht gesperrt und ebenso ein kilometerlanges Areal an der Donau zwischen Eisernem Steg und Eiserner Brücke«, teilte die Stadt auf Anfrage mit. Auf und unterhalb der Brücke sei es vor einigen Jahren zu solch einem Gedränge gekommen, dass Menschen durch Feuerwerk und Glasscherben verletzt wurden. Ganz ähnlich ist es in Würzburg, dort ist zwischen Alter Mainbrücke, Marktplatz, Augustinerstraße und Kiliansdom das Mitnehmen von Glasflaschen und Feuerwerk grundsätzlich tabu.

Auch in Bamberg gibt es solche Sperrzonen: Feuerwerk-Verbot herrscht am Domplatz, am Kloster Michelsberg und an der Altenburg, wobei letztere beide in der Silvesternacht komplett für den Publikumsverkehr gesperrt sind. Auf dem Domplatz sind Feuerwehr und Polizei im Einsatz, um mögliche Gefahren abzuwehren.

In Fürth gilt lediglich die Sprengstoffverordnung, ebenso in der unterfränkischen Stadt Marktheidenfeld - dort allerdings ist wegen der dichten historischen Bebauung die gesamte Innenstadt feuerwerksfreie Zone. In Nürnberg dagegen sind bereits seit 2001 im Bereich der Burg Feuerwerkskörper verboten. Vergangenes Jahr wurde die Zone ausgeweitet, 2016 gab es erstmals Zugangskontrollen. Keine expliziten Verbotszonen für Feuerwerk oder Glasflaschen gibt es der epd-Umfrage zufolge hingegen in Schwabach, Weißenburg, Hof, Bayreuth, Aschaffenburg und Schweinfurt.

 

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