Lange Nacht der Märchen in Würzburg

Würzburg — 
Alle zwei Jahre treffen sich Märchenerzähler aus nah und fern in Würzburg, um den Gästen in der Evangelischen Studierendengemeinde (esg) die »Welt der Märchen« näherzubringen. Am 18. November laden die beiden Organisatoren Kerstin Lauterbach und Robert Schneider zur inzwischen »3. Langen Nacht der Märchen« ein. Sie startet um 16 Uhr mit einem Kinder- und Familienprogramm bis 18.45 Uhr, für die erwachsenen Zuhörer geht es ab 19 Uhr für drei Stunden weiter.
Buch Märchen Fantasie Traum

Drei Fragen an die Organisatoren der 3. »Langen Nacht der Märchen« in Würzburg

 

Märchen - das klingt für viele nach angestaubt, altbacken, langweilig. Warum finden Sie Märchen so toll?

Lauterbach: Märchen sind Mutmachgeschichten. Sie verschönern nichts. Sie zeigen, dass das Leben kein Honigschlecken ist, dass man Gefahren bestehen muss und dass einem nicht alle Menschen wohlgesonnen sind - aber: Man kann das Leben meistern, es kann gelingen.

Schneider: Für mich sind diese uralten Geschichten einfach zeitlos. Sie können stärken und aufbauen, heiter und fröhlich stimmen und anregen, über sich und sein Tun nachzudenken. In dieser schnelllebigen Zeit beim Zuhören zur Ruhe zu finden und auch einfach nur einmal abschalten und sich selbst Zeit zu schenken

 

Wen wollen Sie - und vor allem: wie? - bei der langen Nacht der Märchen hinter dem Ofen hervorlocken?

Lauterbach: Wie schon der Zustrom der ersten beiden Langen Märchennächte zeigte, ist das Interesse an Märchen und Geschichten groß. Viele Institutionen haben uns unterstützt, so dass wir nicht nur Märchen bieten können, sondern auch Musiker, die das Programm begleiten, und Aktivitäten im Foyer - zum Beispiel Spinnerinnen am Spinnrad, ein Nähstübchen, ein Holzschnitzer und das Café Punktlandung.

Schneider: Der Nachmittag richtet sich an Familien, Klein und Groß sind herzlich willkommen und das Team der Erzähler stellt sich auf das Publikum ein, indem es altersgerechte Märchen für und mit den Kindern erzählt. Dabei wird es auch für Eltern und Großeltern interessant werden. Der Abend ist den Erwachsenen vorbehalten, neben Volksmärchen werden auch Weisheits- und Schöpfungsgeschichten alter Völker erzählt, und auch der Humor wird nicht zu kurz kommen.

 

Was tragen die Erzähler dann vor, wenn nicht doch wieder Grimms Märchen - oder eine Hans-Christian-Andersen-Erzählung...?

Lauterbach: Die Brüder Grimm haben mehr als 200 Märchen in ihrer Sammlung - und wie viele davon sind bekannt? Wenn es hoch kommt, werden wir 20 Märchen zusammenbringen, die wir aus Kindertagen kennen. Glauben Sie mir, ich könnte einen ganzen Abend Grimm'sche Märchen erzählen, ohne dass man sie als solche erkennen würde. Märchen sind mehr als Rotkäppchen und Schneewittchen, sie sind lebendig im Hier und Jetzt.

Schneider: Alle Kulturen rund um den Erdball haben ihre Märchen und ihre Erzählkultur. Und doch finden sich in all diesen unterschiedlichen Erzählungen ähnliche Träume, Wünsche und Sehnsüchte der Menschen wieder. Es wird ein buntes Programm an Märchen aus allen Bereichen, für Jung und Alt, für Groß und Klein.

 

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