Landesbischof Bedford-Strohm im Neujahrsgespräch

2017 ist für die Evangelische Kirche ein ganz besonderes Jahr. Worauf Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm sich besonders freut und was er Ihnen für den Jahreswechsel mit auf den Weg geben möchte, erfahren Sie hier im Neujahrsgespräch mit dem Evangelischen Pressedienst und dem Evangelischen Fernsehen.
Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm

Es kommt auf die Quellen an, aus denen sich das Herz nährt. Der christliche Glaube - davon bin ich überzeugt und erfahre es selbst immer wieder - ist eine besonders kraftvolle Quelle. Die biblischen Texte, die gerade jetzt in der neuen Lutherbibel 2017 vielen Menschen wieder besonders nahe kommen, sind die Grundlage dafür. Sie sind eine Quelle der Liebe und der Hoffnung. Die Liebe hat ihren Ursprung in der bedingungs- und grenzenlosen Liebe Gottes zu allen Menschen. Sie hat Gott selbst Mensch werden lassen. Das ist die Botschaft von Weihnachten, die einmal im Jahr groß gefeiert wird, aber immer gilt.

Diese unbedingte Liebe Gottes hat - sozusagen auf ihrer Rückseite - die Hoffnung: Wenn Gott uns Menschen so liebt, dass er auch und gerade dort ist, wo Kummer, Schmerz, Sorge und Leid wohnen, dann ist die Lage eben nicht hoffnungslos. Vielleicht immer wieder ernst - das schon -, aber nicht hoffnungslos. Wer dem liebenden Gott vertraut, für den wird die Bibel zu einer großen Hoffnungsgeschichte. Der Gott, der das Volk Israel aus der Knechtschaft in Ägypten herausgeführt hat, der kann auch uns herausführen aus Angst und Beklemmung. Wer auf den liebenden Gott vertraut, der kann mit dem Psalmbeter sagen: »Der Herr ist mein Hirte… Und ob ich schon wanderte im finsteren Tal, fürchte ich kein Unglück, denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich.«

Wer sein Vertrauen und seine Hoffnung auf Gott setzt, macht es sich nicht leicht, indem er einfach eine rosarote Brille überzieht. Die Zukunft - sie bleibt ungewiss. Aber im Vertrauen auf Gott, der unbedingt auf unserer Seite steht, verliert das Kommende seinen Schrecken, das Nicht-Wissen seinen bösen Bann. Und damit lässt sich leben, lässt sich gestalten, was in unserer eigenen Hand und Kraft liegt.

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