27.09.2017
ZEITZEICHEN

Die Wissenschaft vom Gelächter - oder: »60 Sekunden«

»Ein fröhliches Herz tut dem Leibe wohl; aber ein betrübtes Gemüt lässt das Gebein verdorren«, weiß die Bibel schon lang. Aber auch die Wissenschaft bestätigt: Hartnäckiges Lächeln hält gesund. Aber nur, wenn man sich wirklich bemüht. Mindestens 60 Sekunden am Stück – nicht zehnmal sechs Sekunden, das nützt nichts.
Unsere Stimmungen spiegeln sich in anderen Menschen oder: Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus.

 

Lachen ist gesund. Diese alte Volksweisheit ist längst wissenschaftlich bestätigt. Beim Lachen wird verstärkt Serotonin ausgeschüttet – was auch als Glückshormon bezeichnet wird. Lachen stärkt das Immunsystem und senkt den Stresspegel.

Es wird zum Beispiel bei Herzinfarktpatienten eingesetzt: Sie lachen unter medizinischer Aufsicht, verringern dadurch ihren Blutdruck und damit die Gefahr eines neuen Infarkts.

Schon König Salomon wusste um den Zusammenhang zwischen Humor und Gesundheit: »Ein fröhliches Herz tut dem Leibe wohl; aber ein betrübtes Gemüt lässt das Gebein verdorren«, schrieb er (Sprüche 17, 22).

Doch wie bekommt man so ein »fröhliches Herz«? Wie schafft man es, gut gelaunt und zum Lachen aufgelegt zu sein?

Die Managementtrainerin und Sachbuchautorin Vera F. Birkenbihl hat der Welt ein einfaches Rezept hinterlassen: Lächeln. Auch wenn einem nicht danach ist. Denn: »Jedes Mal, wenn Sie sich 60 Sekunden lang zwingen, den Mund zum Grinsen zu verziehen, denkt Ihr Körper, es ginge Ihnen gut – und dann produziert Ihr Gehirn Freudehormone – aber man braucht 60 Sekunden am Stück – nicht zehnmal sechs Sekunden, das nützt nichts.«

Auf YouTube kann man Mitschnitte ihrer Auftritte finden. Beeindruckend. Leider ist die Frau bereits 2011 gestorben. Aber ihre Auftritte bleiben uns dank Internet erhalten und begeistern.

Besonders diese kurze Anleitung, um bessere Laune zu bekommen. Es ist wirklich einfach. 60 Sekunden lächeln – einfach so. Es wirkt. Zumindest meistens. Es sollte zum geflügelten Wort werden: »60 Sekunden«. Und jeder weiß, was gemeint ist – und lacht.

 

»Gehirn-gerechte Einführung in die Gelotologie (Wissenschaft vom Gelächter)« - oder: Die Rolle von Humor in unserem Leben. Vera F. Birkenbihl hielt jahrelang ein November-Happening an der TU in München und führte unterhaltsam in ein Wissensgebiet ein, das eigentlich als trocken oder besonders schwierig verschrien ist.
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