20.04.2017
Obama auf dem Kirchentag

Das »Wahlchristentum« des Barack Hussein Obama

Barack Obama hat als US-Präsident wenig erreicht, manche nennen ihn sogar einen »abgehalfterten Messias«. Dennoch verkörpert er bis heute eine tiefe Sehnsucht nach Wahrhaftigkeit und Glaubwürdigkeit. Zur aktuellen Politik äußert er sich spärlich. Sein Auftritt am 25. Mai beim Kirchentag in Berlin dürfte auch deswegen sehr spannend werden. Aber was glaubt Barack Obama? Ist er Christ? Bei den Angriffen, denen sich Barack Obama vor und während seiner Amtszeit als Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika ausgesetzt sah, ging es auch immer wieder um die Gretchenfrage nach der Religion.
Yes, he comes - Grafik zur angekündigten Teilnahme Barack Obamas am Kirchentag 2017 in Berlin.
Yes, he comes. Barack Obama kommt zum Kirchentag 2017 nach Berlin

»Amazing Grace« – vielleicht war es dieser Moment im Juni 2015, der klarer als manches andere auf den Punkt brachte, wer Barack Obama ist. Millionen Menschen weltweit hat es bewegt, wie der US-Präsident nach einer Trauerrede für die Opfer eines Terroranschlags auf eine Kirche in Charleston dieses Kirchen- und schwarze Volkslied anstimmte.

Ein junger weißer Rassist hatte in der Bibelstunde um sich geschossen, den Pfarrer und Bürgerrechtler Clementa Pinckney sowie acht weitere schwarze Gemeindemitglieder ermordet. Auf der Trauerfeier sprach der Präsident. Er sprach wie ein Prediger in einer »Black Church« – immer wieder unterbrochen von den Amen-Rufen der 6000 Menschen auf der Trauerfeier.

»Es war eine Tat, die – so glaubte er [der 21-jährige Attentäter] – Angst, Anschuldigungen, Gewalt und Misstrauen säen würde. Eine Tat, die – so meinte er – die Gräben vertiefen würde, die bis zur Erbsünde unserer Nation zurückreichen«, sagte Obama mit Blick auf die Sklaverei. »Aber Gott arbeitet auf wundersamen Wegen. Gott hat andere Ideen.« Dann stimmte Obama »Amazing Grace« an. Den Text des Kirchenlieds verfasste vor mehr als 200 Jahren John Newton, ein britischer Seemann, der sich vom Sklavenhändler zum Gegner der Sklaverei wandelte. Und die Trauergemeinde stimmte mit ein.

 

US-Präsident Barack Obama singt »Amazing Grace« bei der Trauerfeier für den evangelischen Pfarrer und Senator von South Carolina Clementa Pinckney, der im Juni 2015 von einem weißen rassistischen Attentäter zusammen mit acht Mitgliedern seiner Gemeinde während einer Bibelstunde erschossen wurde.

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Kirchlicher Sozialarbeiter in der »South Side« von Chicago

1995, als Barack Obama seine politische Karriere begann, schrieb er seine erste Autobiografie »Dreams from My Father«. Obama hat das Buch als »eine Art Meditation des Rassenthemas« bezeichnet. Ein ganzes Kapitel darin widmete er seiner Kirche und wie er zum christlichen Glauben kam.

Obama war 23, als er 1985 – inspiriert von der Bürgerrechtsbewegung – als Sozialarbeiter für Kirchen in der schwarzen und armen »South Side« von Chicago anfing. Seine Aufgabe: Programme entwickeln zur Berufsberatung für Arbeitslose, zur Nachmittagsbetreuung von Schülern, Hilfe bei Behördengängen. Sein Gehalt: die »fürstliche Summe« (Obama) von 13 000 Dollar im Jahr.

Immer wieder hätten ihn die Pastoren seiner Kirchen gedrängt, sich zum Glauben zu bekennen, weil das seine Arbeit glaubwürdiger erscheinen lasse. Aber so einfach wollte es sich der junge Barack Obama, der selbst zwischen den Rassen, Religionen und Kontinenten aufgewachsen ist, eben gerade nicht machen.

Er ist das Kind einer weißen Mutter und eines schwarzen Vaters, 1961 in Honolulu auf Hawaii geboren. Seine Mutter Ann war noch keine 19 Jahre alt, sein Vater Barack 25, beide studierten noch. Sein Vater stammte aus einer muslimischen kenianischen Familie, seine Mutter aus einer christlichen. Die Religion ihrer Elternhäuser praktizierten beide nicht.

 

Pastor Jeremiah A. Wright mit US-Präsident Bill Clinton 1998 bei einem Gebetsfrühstück im Weißen Haus.
Ein Foto aus der Zeit, als er in Chicago Obamas Pastor war: Jeremiah A. Wright mit US-Präsident Bill Clinton 1998 bei einem Gebetsfrühstück im Weißen Haus.

Skepsis gegenüber allen religiösen Absolutheitsansprüchen

Nach drei Jahren ließen sich Obamas Eltern scheiden, seine Mutter promovierte in Anthropologie und ging nach Indonesien in die Entwicklungshilfe. Dort heiratete sie erneut. Auch Obamas Stiefvater Lolo Soetoro war säkularer Moslem.

Obama besuchte eine katholische Schule, ging mit seiner Mutter aber auch in Moscheen und buddhistische Tempel, so wie sie zuvor in den USA in Kirchen gegangen waren: Ihr Sohn sollte einen möglichst weiten Horizont erhalten, Ehrfurcht vor den Weltreligionen und der Schöpfung lernen. 1971 kehrte Obama nach Hawaii zurück, wo er bei seinen weißen Großeltern aufwuchs.

Von seiner Mutter habe er sich die Skepsis gegenüber allen religiösen Absolutheitsansprüchen und eine »säkulare« Seite seines Glaubens bewahrt, sagte Obama später. Glaube müsse immer auch Raum für den Zweifel bieten. »Im Namen von religiösen Gewissheiten wird auf der Welt eine Menge Schaden angerichtet.«

Als Barack mit dem Studium beginnt, erst in Kalifornien, später in New York, spielt die Religion in seinem Alltag noch keine Rolle. Doch dann, in der South Side Chicagos, verbringt er »unglaublich viel Zeit mit ›Church Ladies‹ zwischen 50 und 60«, wie sich Obama in einem Interview erinnert hat. Das blieb nicht ohne Folgen. Nicht zuletzt durch sie habe er den Wert und die lebendige Tradition der schwarzen Kirche kennen- und lieben gelernt.

Barack Obama besuchte regelmäßig die Gottesdienste in der Trinity United Church of Christ, und irgendwann 1988 hat er dann auf einen »Altarruf« von Pfarrer Jeremiah Wright geantwortet. Weltweit bekannt gemacht hat dieses »evangelikale Sakrament« der baptistische Erweckungsprediger Billy Graham (geb. 1918). Auch Barack Obama folgte im Gottesdienst einem solchen Aufruf, trat vor zum Altar und bekannte vor der Gemeinde, er übergebe fortan sein Leben dem Herrn und Heiland Jesus Christus.

 

»Hope«: Gemälde des britischen Symbolisten George Frederic Watts (1817-1904) aus dem Jahr 1886 (Tate Gallery, London).
»Hope«: Gemälde des britischen Symbolisten George Frederic Watts (1817-1904) aus dem Jahr 1886 (Tate Gallery, London).

Hoffnung, Heiliger Geist und Politik

2004 ging Obamas Stern im ganzen Land auf. Der junge schwarze Senator der Demokraten aus Illinois wurde immer populärer – und immer heftiger angefeindet. Mit Erdrutschsiegen gewann Obama erst die demokratischen Vorwahlen, dann die Wahl zum US-Senat in seinem Heimatstaat. Der Slogan seiner Kampagne stammte aus einer Predigt, die Trinity-Pastor Jeremiah Wright 1990 gehalten und die Obama nachhaltig beeindruckt hatte: »The Audacity of Hope – Die Kühnheit der Hoffnung«. Das Motto »Hoffnung« sollte Obama bis ins Präsidentenamt tragen.

Pastor Wright hatte in dem Gottesdienst – wie vor ihm 1959 schon Martin Luther King in seiner Predigt »Zerschmetterte Träume« – das Bild »Hope« des englischen Symbolisten George­ Frederic Watts (1817-1904) meditiert. Das Gemälde zeigt eine Frauengestalt, die mit verbundenen Augen auf einem Globus sitzt. Alle Saiten der Lyra, die sie hält, sind gerissen –­ bis auf eine einzige. »Die Kleidung in Fetzen, der Körper vernarbt, verwundet, blutend, und mit nur noch einer Saite auf der Harfe hat sie die Verwegenheit, zu musizieren und Gott zu loben. (…) Die eine Saite zu nehmen, die dir geblieben ist, und die Kühnheit der Hoffnung zu haben (…), das ist das wahre Wort, das Gott uns hören lässt (…)«, sagte Wright damals.

Barack Obama ist ein charismatischer Redner. In einem Interview hat er auch das in einen kirchlichen Kontext gestellt. Manchmal schielten Prediger auf ein »Amen« der Gemeinde oder Applaus. Doch es gebe Momente in Predigten, in denen der Geistliche aus seinem Ego heraustrete und aus einer tieferen Quelle heraus spreche, sagte Obama auf die Frage nach dem Heiligen Geist. »Wenn ich selbst vor Menschen spreche und etwas Wahres sage, dann spüre ich eine Kraft, die aus diesen Worten kommt, die anders ist, als wenn ich nur schlagfertig oder clever bin.«

 

Der »Nation of Islam«-Führer Elijah Muhammad bei einem Auftritt im Jahr 1964.
Der »Nation of Islam«-Führer Elijah Muhammad bei einem Auftritt im Jahr 1964.

Die »Nation of Islam«, die Trinity-Kirche und Obamas Pastor Jeremiah A. Wright

Was war das für eine Kirche, in der sich die christliche Erweckung des Barack Hussein Obama Jr. ereignete? In der er 1992 Michelle Robinson heiratete und beide die gemeinsamen Töchter taufen ließen?

Die Trinity Church hat 8500 Mitglieder. Sie steht nur fünf Meilen entfernt von der Kirche, in der wenige Jahre bevor Obama als Sozialarbeiter anfing, der Kultfilm »Blues Brothers« gedreht wurde. Mit dem Musiker James Brown, dem »Godfather of Soul« als »Reverend Cleophus James« setzte der Film auch den »Black Churches« und ihrer Musik ein Denkmal.

Hier, in der South Side von Chicago, dem armen und schwarzen Süden der Stadt, schneiden sich Rassen- und Religionsfragen auf besondere Weise.

Die »Great Migration« von Schwarzen aus dem ländlichen Süden den Mississippi hinauf nach Norden auf der Suche nach einem besseren Leben ohne Lynchmorde und Rassentrennung, mit besseren Jobs und größerer Freiheit, brachte nicht nur den Delta-Blues nach Chicago oder machte den Jazz in der Welt der Weißen salonfähig.

Sie war auch der Lebensweg von einem wie Elijah Muhammad, der 1897 als Elijah Robert Poole im ländlichen Georgia geboren und getauft wurde und 1975 in Chicago als Moslem starb. Unter Muhammads Führung stieg die politisch-religiöse Sekte der »Nation of Islam« von einer kleinen Bewegung radikaler schwarzer Emanzipation zu einem landesweiten Imperium auf. Auch in Chicago konvertierten Tausende Afroamerikaner vom Christentum zur »Nation of Islam«.

 

Die einzige Begegnung der beiden charismatischen Bürgerrechtler: Martin Luther King und Malcolm X am 26. März 1964.
Der christliche Bürgerrechtler Martin Luther King, Jr. (1929-1968, links) und sein »Black Muslim«-Gegenspieler Malcolm X (1925-1965) begegneten sich nur einmal persönlich: am 26. März 1964 im Zusammenhang mit einer Senatsanhörung zum Civil Rights Act. Ihr Treffen dauerte nur eine Minute. Beide Schwarzenführer wurden ermordet: Malcolm X im Februar 1965, Martin Luther King im April 1968.

Umkehrung des Rassismus

Die rassistische Ausgrenzung, die sie erfahren hatten, kehrten die »Black Muslims« um. Sie lehrten die rassische Überlegenheit des schwarzen Mannes – und dass man nicht gleichzeitig schwarz und Christ sein konnte. Zu den vielen, die nach ihrem Beitritt zur »Nation of Islam« ihren »Sklavennamen« ablegten, gehörte auch der Bürgerrechtler Malcolm X (1925-1965). Er machte aus seinem Geburtsnamen Little ein X mit der Begründung, er kenne ja seinen wahren Namen nicht, und pilgerte nach Mekka. Aus dem Boxer Cassius Clay wurde 1964 Muhammad Ali (1942-2016) – auch er kam über die »Nation« zum Islam.

Malcolm X und Muhammad Ali haben sich später beide von der »Nation of Islam« distanziert und zum orthodoxen Islam bekannt. Bis heute sorgen Führer der »Nation of Islam« immer wieder mit rassistischen und antisemitischen Bemerkungen für Kontroversen.

Dies alles bildet den Hintergrund für den Obama-Pastor Jeremiah Wright und die Trinitiy-Kirche, an der er seit 1972 wirkte. Wright gehörte zu denen, die versuchten, den muslimischen Missionserfolgen unter den Schwarzen entgegenzutreten, indem er die radikalere schwarze Emanzipationsbewegung und das Christentum zusammenbrachte.

Engagierte Sozialarbeit und dezidiert christlicher politischer Aktivismus bildeten dafür das Fundament.

 

Unscheinbares Äußeres, fast 10.000 Gemeindemitglieder: die Trinity United Church of Christ Chicago in einer Google-Streetview-Ansicht.
Die Trinity United Church of Christ in einer Google-Streetview-Ansicht.

Was Obama mit Paul Tillich verbindet

Die Trinity Church mit ihrem »linken« und toleranten Profil verbindet dabei Barack Obama mit dem bedeutenden Theologen und religiösen Sozialisten Paul Tillich, der 1933 vor Hitler in die USA floh. Als preußisch-unierter Christ wechselte Tillich damals in die »Evangelische Synode von Nord-Amerika«, dem US-Ableger der »Kirche der Altpreußischen Union«.

Bereits ein Jahr später verschmolz diese Kirche mit der Reformierten Kirche in den USA. 1957 vereinigte sich die so entstandene »Evangelische und reformierte Kirche« dann mit den kongregationalistischen Kirchen, deren Anfänge bis zu den englischen Pilgervätern des frühen 17. Jahrhunderts zurückreichen. Theologisch prägend für die neu entstandene »United Church of Christ« (UCC) war neben dem deutschstämmigen Theologen Reinhold Niebuhr (1892-1971) Paul Tillich, der von 1962 bis zu seinem Tod 1965 an der Universität Chicago lehrte.

Pastor Wright und das Ehepaar Obama wurden auch privat gute Freunde. Kurz vor seiner Präsidentschaft wäre Barack Obama beinahe über diese Freundschaft gestolpert, als seine politischen Gegner die Äußerungen Wrights unter die Lupe nahmen: In einer Predigt hatte der Pastor 2003 gefordert, statt »God bless America« (Gott segne Amerika) müsse es wegen des Irakkriegs »God damn America« (Gott verdamme Amerika) heißen. Nach dem 11. September 2001 äußerte Wright in einer Predigt zum Fall Jerusalems die Überzeugung, mit den Anschlägen auf das World Trade Center falle die rassistische und unterdrückerische Politik der USA auf diese selbst zurück. Und er zitierte Malcolm X: »Jetzt werden Amerikas Hühnchen zu Hause gegrillt.«

Obama distanzierte sich von »seinem« Pastor und trat 2008 mit seiner Familie aus der Trinity-Kirche aus. Er versuchte aber auch mit seiner Rede »A More Perfect Union« den geschichtlichen und sozialen Hintergrund der Äußerungen Wrights zu erklären.

 

Die Gottesdienstszene des Kultfilms »The Blues Brothers« entstand in einer Kirche im Süden Chicagos, nur wenige Kilometer von der Kirche entfernt, in der Barack Obama zum christlichen Glauben fand. James Brown, »The Godfather of Soul«, spielt den Reverend Cleophus James, John Belushi (der das Licht sieht) und Dan Aykroyd sind die Blues Brothers, kurz ist auch die Soul- und Popsängerin Chaka Khan als Chorsängerin zu sehen.

»Birthers« und die Krypto-Moslem-These

Herkunft und Religion – seit er die landesweite politische Bühne betrat, haben seine Gegner immer wieder die Identität Barack ­Obamas infrage gestellt und angegriffen.

»Birthers« heißen in den USA jene, die öffentlich bezweifelten (und bezweifeln), dass Barack Obama auf dem Territorium der USA geboren und damit zur Präsidentschaft berechtigt war. Auch Obamas Nachfolger Donald Trump stieß immer wieder in dieses Horn.

»Birthers« sind oft auch der Ansicht, Barack Hussein Obama habe sich nur für seine politische Karriere taufen lassen und sei in Wahrheit ein Moslem, der an der Islamisierung der USA arbeite. Anders als seine Geburtsurkunde hat Obama einen Taufschein nie veröffentlicht. Wasser auf die Mühlen der rechten Verschwörungstheoretiker.

»Egal, was wir vorlegen, die Diskussionen werden weitergehen«, erkannte Obama im Zusammenhang mit seinem Geburtsort. Ob es einen Obama-Taufschein gibt oder nicht: Fest steht, dass Michelle und Barack Obama ihre beiden Töchter Malia Ann (geb. 1998) und ­Sasha (geb. 2001) von Pastor Wright taufen ließen.

Der Anteil der Amerikaner, die Obama für einen heimlichen Moslem hielten, wuchs während seiner Präsidentschaft dennoch. Eine Umfrage des renommierten Pew-Meinungsforschungsinstituts ergab im August 2010, dass 18 Prozent der US-Amerikaner und 30 Prozent der Republikaner fest von der Krypto-Moslem-These überzeugt waren.

 

Michelle Obama und US-Präsident Barack Obama beim Gottesdienst zur Amtseinführung im Januar 2013.
Michelle Obama und US-Präsident Barack Obama beim Gottesdienst zur Amtseinführung im Januar 2013.

Obamas Glaubensbekenntnis

Der Präsident reagierte damals mit einem öffentlichen Glaubensbekenntnis: »I am a Christian by choice«, erklärte er. Ein Satz, für den es keine eindeutige deutsche Übersetzung gibt. Ein »Bavarian by choice« wäre ein »Wahlbayer«. Mit der Formulierung seines »Wahl­christentums« drückte Obama aus, dass ihm der christliche Glaube nicht in die Wiege gelegt worden sei. In »Christian by choice« klingt aber auch an, Obama sei »ganz bewusst Christ«.

Aus seiner Amtszeit ist bekannt, dass er jeden Tag mit der Lektüre eines spirituellen Texts aus der Bibel oder der Tradition begonnen hat. Beim Nationalen Gebetsfrühstück 2011 sagte Obama: »Mein christlicher Glaube hat sich für mich als tragende Kraft erwiesen in diesen letzten Jahren, und dies umso mehr, als Michelle und ich immer wieder erfahren, dass unser Glaube infrage gestellt wird.« Doch weder Obamas öffentliche Bekenntnisse noch öffentliche Kirchgänge konnten bis zum Ende seiner Amtszeit am Verbreitungsgrad der alternativfaktischen Überzeugungen über ihn rütteln. 

Auch sein Auftritt beim Deutschen Evangelischen Kirchentag in Berlin wird das vermutlich nicht ändern.

»Amazing Grace«: Obama bei seiner Trauerrede für Pfarrer Clementa Pinckney und die Opfer eines Terroranschlags auf eine Kirche in Charleston im Juni 2015.
»Amazing Grace«: Obama bei seiner Trauerrede für Pfarrer Clementa Pinckney und die Opfer eines Terroranschlags auf eine Kirche in Charleston im Juni 2015.
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