Der erste Arbeitstag

An seinem ersten Tag in der Redaktion begleitet Stipendiat Tobias Mathies aus Brasilien ein Team aus Journalisten zu einer Bierverkostung in der Nähe von München. Spezielle Biere zu Ehren Martin Luthers - die Idee findet er spitze.

Mein erster Arbeitstag in Deutschland verlief ganz anders als erwartet. Ich verbrachte nicht den ganzen Tag in der Redaktion, sondern besuchte eine Bierprobe. Es war eine ganz neue Erfahrung und ein tolles Begrüßungsprogramm! Der Sommerlier probierte vier verschiedene Biere, die anlässlich des 500. Reformationsjubiläums gebraut wurden, und bewertete sie. Es wurde ein Video aufgenommen und der Sommelier wurde für das Radio interviewt. Meine Kollegin Lara und ich hatten die Aufgabe, kurze Videos aufzunehmen und Fotos für ein Making-of-Video zu machen. Das war eine lustige Erfahrung, weil wir nur mit unseren Smartphones ausgerüstet waren, aber mit ein bisschen Kreativität am Ende unser eigenes Ergebnis herstellen konnten:

Ein Blick hinter die Kulissen - Das Making-of zum Lutherbier-Test in Feldkirchen bei München.

Ich glaube, solche Termine sind wichtig, um auf kirchliche Feste aufmerksam zu machen. In Brasilien feiern wir dieses Jahr auch das Reformationsjubiläum. Die Kirche veröffentlicht Bücher und Comics, es gibt Schokolade, Aufkleber, Schlüsselanhänger, Briefmarken und andere Geschenke. Ein Luther-Bier ist bislang aber noch nicht im Angebot. Eine tolle Idee, die ich mit in meine Heimat nehmen werde - vor allem, weil ich aus Blumenau komme. Das ist eine Region in Brasilien, wo viele Biere gebraut werden.

Die Aufnahmen wurden in einem schönen Restaurant namens Flugwerk Feldkirchen in München gemacht. Die Protagonisten waren gut, die Stimmung war fröhlich und das Team sehr motiviert. Zum Schluss haben wir typisch bayerisches Essen zum Mittag gegessen und durften das Luther-Bier selber probieren. Die Atmosphäre erinnerte mich an meine Heimat. Die Menschen dort mögen es auch, bei gutem Essen und einem Bier eine schöne Zeit mit Freunden zu verbringen. Die Kolonialisierung der Gegend um Blumenau durch deutsche Einwanderer Ende des 19. Jahrhunderts hat offenbar deutliche Spuren der bayerischen Kultur hinterlassen. Fühlte mich zuhause. Ein Prosit!

 

»My first day at work in Germany was very different from what I had expected. I did not spend the day at the office but went to a beer tasting. It was a new experience and a great welcome program! The sommelier tasted four different beers brewed on the occasion of the 500th anniversary of the reformation and made comments on each of the flavors. A video was recorded and the sommelier was interviewed for the radio. My colleague Lara and I were supposed to record videos and take photos for a behind-the-scenes video. It was a very funny experience, since we  were only equipped with our smartphone, but with a little creativity we were able to create our own product at last.

I think events like this are important to draw attention to church festivities. In Brazil we also give special attention to the reformation commemoration this year, publishing books and comics and offering chocolates, labels, keyrings, stamps and other gifts. However, Luther beers are not among the options – yet. It is a great idea to take back to my country, especially since I live in Blumenau, a region of Brazil where many types of beers are brewed.

The recording took place in a nice restaurant in Munich called Flugwerk Feldkirchen. The protagonists performed very well, the atmosphere was very joyful and the staff was very motivated. Finally, we had lunch with typical Bavarian food and had the opportunity to taste Luther beers ourselves. The atmosphere reminded me of my home town Blumenau. The people there also enjoy good food with a beer and have fun among friends. The colonization of that region in Brazil by German immigrants at the end of the 19th century left strong marks of the Bavarian culture obviously. Felt at home. Ein Prosit!«

Übersetzung ins Deutsche: Katharina Hamel

Link-Tipp

Stipendienprogramm Journalismus und Religion

Das Stipendienprogramm Journalismus und Religion wurde 2016 vom Evangelischen Presseverband für Bayern e.V. ins Leben gerufen. Es fördert den Austausch von Medienschaffenden innerhalb der Kirchen und Religionsgemeinschaften. Zum Programm gehören Reisestipendien und ein Austauschprogramm. Mehr unter www.newsroom-weltreligionen.de .

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