Theologe Moltmann mit »Tutzinger Löwe« ausgezeichnet

Der international renommierte Theologe Jürgen Moltmann (91) hat den »Tutzinger Löwen« der Evangelischen Akademie Tutzing erhalten. Moltmann gilt als einer der bedeutendsten evangelischen Theologen des 20. Jahrhunderts. Er wurde durch seine »Theologie der Hoffnung« bekannt, die in zahlreiche Sprachen übersetzt wurde.
»Das Gemeinwohl der Erde hat Vorrang«: Jürgen Moltmann.
»Das Gemeinwohl der Erde hat Vorrang«: Jürgen Moltmann.

Wie der bayerische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm in seiner Laudatio sagte, sei dieses Werk Moltmanns zum Symbol für einen theologischen Aufbruch geworden, der nachhaltige Wirkungen auf die Gesellschaft ausgeübt habe. Unzählige Theologen seien durch das große theologische Programm Moltmanns inspiriert worden. Der Name Moltmann stehe dafür, dass Frömmigkeit wache politische Zeitgenossenschaft nach sich ziehen müsse, sagte Bedford-Strohm laut Redemanuskript. Diese Theologie Moltmanns sei auch der Grundstein für die lateinamerikanische Befreiungstheologie gewesen. In der Ökumene habe Moltmann immer wieder wichtige Impulse in Richtung katholischer und orthodoxer Theologie gesetzt, sagte Bedford-Strohm.

Jürgen Moltmann begann seine theologischen Studien in englischer Kriegsgefangenschaft. Von 1953 bis 1957 war er Pfarrer in Bremen. Im Anschluss folgte eine Professur an der Kirchlichen Hochschule Wuppertal. Von 1967 bis zur Emeritierung 1994 lehrte er Systematische Theologie und Sozialethik an der Universität Tübingen. Bis heute veröffentlicht Moltmann Bücher und hält Vorträge.

Der »Tutzinger Löwe« der Evangelischen Akademie Tutzing geht als undotierte Auszeichnung an Persönlichkeiten, die für Toleranz und Weltoffenheit eintreten. Bisherige Preisträger sind etwa die frühere Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch, Altkanzler Helmut Kohl (CDU), die frühere FDP-Politikerin Hildegard Hamm-Brücher, der Physiker Carl-Friedrich von Weizsäcker, die früheren bayerischen Landesbischöfe Hermann von Loewenich und Johannes Friedrich sowie zuletzt der Hollywood-Regisseur Oliver Stone.

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