19.12.2013
Weihnachtslieder

Wie man sich Texte von Weihnachtliedern merken kann

München — 
Noch wenige Tage bis zum Heiligen Abend. Wer jetzt nicht die Strophen der Weihnachtsliederhits auswendig kann, wird sich beim Mitsingen schwer tun. Oder er baut sich ein paar Eselsbrücken.

Jedes Jahr hört man sie wieder, die altbekannten Weihnachtslieder, doch spätestens bei der zweiten Strophe verfallen viele in ein Mmmmm oder Lalala. Der Text ist weg, was tun? Tiki Küstenmacher der bekannte Autor von Ratgebern wie »Simplify your life« ist auch gelernter evangelischer Pfarrer und man möchte meinen, dass er textsicher ist. Aber auch er ist schon mal in der dunklen Kirche gestanden und wusste bei dem Lied »Oh du fröhliche« nicht mehr weiter. »Wie peinlich, wenn man bei so einem einfachen Lied nachschlägt«, sagt er.

Um sich und anderen das Leben in solchen Situationen leichter zu machen, hat Küstenmacher vor ein paar Jahren ein Büchlein herausgegeben: »Alle Jahre Widder« erzählt seinen Leser, wie sie beim Singen im Weihnachtsgottesdienst mit Eselsbrücken bis zur dritten Strophe und länger mithalten können.

Darin schlägt er die »Ankermethode« vor. »Man stellt sich Bilder vor, und in denen ist dann der Anker für die nächste Strophe drin», erklärt der Mann, der sich auch mit Bilder gut auskennt. Denn schließlich ist er der Zeichner vieler bekannter Kirchencartoons. Auf zunächst mal recht kompliziert wirkenden Vorstellungen ruhen die Eselsbrücken.

Oh du...stille Nacht!

»Man fragt sich erst mal, warum belaste ich eigentlich mein Gehirn mit so viel Zeugs«, sagt Küstenmacher, »aber unser Gehirn kann sich eben Bilder sehr viel besser merken als Text«. Und so taucht in dem Lied »Alle Jahre wieder« ein Mann mit einem Kehrbesen vor dem geistigen Auge des Sängers auf und geleitet ihn in den nächsten Vers hinüber. (Kehrt mit seinem Segen ein in jedes Haus).

Im Lied »Oh du fröhliche« empfiehlt Küstenmacher den Anker namens »Weltchristhimmel« zu werfen. In der ersten Strophe steht die Welt am Anfang, in der dritten zweiten Strophe der »Christ«: »Christ ist erschienen, uns zu versühnen.« Wer möchte, könne sich für den Text das kleine Christkind auf Schienen vorstellen, schlägt der Pfarrer vor. »Das ist eine sehr windige Eselsbrücke, aber dafür ist ja auch der Reim in diesem Teil des Lieds sehr windig«, entschuldigt sich Küstenmacher.

Auch für »Stille Nacht«, »Ich stehe an deiner Krippen hier« und fünf andere Songs hat sich Küstenmacher solche Bilder ausgedacht. Wer sie befolgt, bei dem werden während des weihnachtlichen Singens neben der Krippe und Maria und Josef auch noch verschiedene Tiere, Trauringe, Ein- und Ausschalter oder Leitern durch das Gesangbuch geistern.

 

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