Was Sie über die Taufe wissen sollten

Die Taufzeremonie ist oft ein großes Familienfest. Aber was steckt hinter dem Sakrament der Taufe? Und was müssen Eltern zur Vorbereitung wissen?
Taufe in der evangelischen Kirche

Warum feiern evangelische Christen die Taufe? Welche biblische Bedeutung hat die Taufe?

Die Taufe ist eines von zwei Sakramenten in der evangelischen Kirche: Abendmahl und Taufe dienen dazu, Gott nahe zu sein.

Bei der Taufe empfängt der Täufling durch das geweihte Wasser die Gnade Gottes und wird in die Gemeinschaft der Christen aufgenommen. Eltern und Taufpaten versprechen während der Zeremonie das Kind im christlichen Glauben zu erziehen. Mit der Konfirmation bestätigen die Getauften ihr Bekenntnis zur evangelischen Glaubenslehre.

Die christliche Taufe knüpft an die »Taufe der Buße zur Vergebung der Sünden« (Markus 1,4) an. Johannes der Täufer taufte im Jordan alle Menschen, die unter dem Eindruck seiner Predigt Buße tun wollten. Auch Jesus von Nazareth ließ sich von Johannes im Jordan taufen (Markus 1,9-11).

Als Jesus nach der Auferstehung auf seine Jünger traf, verkündete er:

»Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Darum gehet hin und lehret alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.« (Matthäus 28, 16-20)


Was ist der Unterschied zwischen einer evangelischen und einer katholischen Taufe?

Egal, ob evangelisch oder katholisch, die Bedeutung der Taufe ist in beiden Konfessionen gleich: Der Täufling wird im christlichen Glauben aufgenommen. Der Unterschied liegt in der Ausgestaltung des Tauf-Gottesdiensts.

Bei der Taufzeremonie gibt es zunächst einige Gemeinsamkeiten. In beiden Kirchen wird der Kopf des Täuflings dreimal mit Weihwasser übergossen oder ins Taufbecken eingetaucht. Dabei spricht der Geistliche die Formel »Ich taufe dich im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.« Auch das Aufsagen des Glaubensbekenntnisses gehört zur Zeremonie.

Die evangelische Taufe

Die evangelische Taufe kann relativ frei gestaltet werden. Neben den bereits genannten Elementen können die Eltern selbst entscheiden was sie noch in die Tauffeier einbauen. Viele Eltern, Verwandte oder Paten geben dem Kind einen Taufspruch mit auf seinem Lebensweg.

Die katholische Taufe

Eine katholische Taufe ist wesentlich umfangreicher und durchgeplanter als eine evangelische Taufe. In der katholischen Kirche gehören diverse Riten zur Tauffeier. Dazu zählen zum Beispiel:

  • Kreuzzeichen auf der Stirn des Täuflings
  • Gebete und vorgetragene Bibelstellen
  • Anrufung der Heiligen
  • Abhalten der Fürbitten
  • Gebet des Seelsorgers für den Schutz vor dem Bösen

Dossier

Taufe & Patenamt

Die Taufe ist für viele Familien ein großes Ereignis. Mit ihr wird ein Kind in der evangelische Glaubensgemeinschaft willkommen geheißen. In unserem Dossier beantworten wir Fragen rund um das Thema Taufe. Welche biblische Bedeutung hat die Taufe? Wie können sich Eltern auf die Taufe vorbereiten? Welche Aufgaben haben Paten? Welche Fürbitten und Taufsprüche gibt es? Lesen Sie mehr auf sontagsblatt.de/taufe.


Welche Konfession müssen die Eltern haben?

In der Regel übernimmt das Kind die Konfession der Eltern. Haben die Eltern unterschiedliche Konfessionen, müssen sie entscheiden, in welchem Glauben ihr Kind getauft werden soll. Ist ein Elternteil aus der Kirche ausgetreten, wird das Kind in der Konfession des anderen Elternteils getauft.

 

Ist eine Taufe auch möglich, wenn die Eltern nicht in der Kirche sind?

Sind die Eltern nicht getauft oder aus der Kirche ausgetreten und möchten ihr Kind taufen lassen, dann entscheidet die zuständige Kirchengemeinde vor Ort, ob eine Taufe dennoch möglich ist. Für evangelische Taufen gilt in diesem Fall: Der Taufpate muss – als Bindeglied zur Kirchengemeinde – evangelisch sein. In allen anderen Fällen ist es wünschenswert, aber nicht notwendig, dass der Pate evangelisch ist.


Wann und wo melde ich die Taufe meines Kindes an?

Eltern melden die Taufe ihres Kindes im Pfarr- oder Gemeindebüro der gewünschten Gemeinde an. Die Anmeldung muss persönlich erfolgen und kann nicht von einem Stellvertreter übernommen werden. Um einen Wunschtermin zu erhalten, sollte die Taufe so früh wie möglich angemeldet werden.

 

Wie alt sollte mein Kind für die Taufe sein?

Die Mehrzahl der Kinder wird im ersten Lebensjahr zwischen dem dritten und achten Monat getauft. Aber es gibt keine Altersbeschränkung für eine Taufe. Bis zum 14. Lebensjahr zählt eine Taufe noch zur Kindertaufe. Ab dem 15. Lebensjahr - dem Alter der Konfirmation - spricht man von einer Erwachsenentaufe.

 

Welche Unterlagen brauche ich? Was muss für die Taufe vorbereitet werden?

Die Taufzeremonie wird gemeinsam mit der Pfarrerin oder dem Pfarrer vorbereitet. Es gibt immer ein Vorgespräch, zu dem die Eltern die Geburtsurkunde des Kindes und ihre Personalausweise mitbringen. Alles Weitere klärt sich im Taufgespräch. In der Vorbereitungsphase muss außerdem die Bescheinigung über die Kirchenzugehörigkeit der Paten und ggf. die Heiratsurkunde der Eltern vorgelegt werden.

 

Was kostet eine Taufe?

Die Taufe ist kostenlos. Wenn die Eltern jedoch besondere Wünsche haben wie beispielsweise zur Dekoration in der Kirche, müssen sie dafür in der Regel selbst aufkommen.

 

Gästeliste – wer wird eingeladen?

Bei einer Taufe müssen nur Eltern, Paten und ein Pfarrer anwesend sein. Viele nutzen die Gelegenheit aber auch für ein Familienfest im engeren oder auch größeren Kreis. Wichtige Personen sind die Urgroßeltern oder Großeltern, da in ihrer Generation die Taufe einen sehr hohen Stellenwert einnimmt.

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Brauche ich einen Paten? Wer kann Pate werden?

Ob es einen Taufpaten braucht, bestimmen die Landeskirchen. In Bayern ist für eine Taufe mindestens ein Pate vorgeschrieben. Es ist möglich auch mehrere Paten zu bestimmen. Eine Taufe ohne Paten muss mit dem zuständigen Pfarrer besprochen werden.

Paten müssen folgende Voraussetzungen erfüllen:

Das Thema Patenschaft sollten in jedem Fall im Taufgespräch mit dem Pfarrer angesprochen werden. Wer nicht getauft oder aus der Kirche ausgetreten ist, kann nicht Taufpate werde.

 

Welche Unterlagen brauchen Paten?

In der Patenbescheinigung ist die Übernahme des Patenamts dokumentiert. Der Pate erhält diese Bescheinigung im Gemeindebüro der Kirchengemeinde, zu der er gehört. Bei der Tauffeier erhält der Pate häufig eine Patenurkunde von der Kirche.

 

Welche Aufgaben haben Paten?

Die Aufgabe des Paten ist es, neben den Eltern eine Mitverantwortung für das Patenkind zu übernehmen. Paten begleiten ihre Schützlinge auf ihrem Lebens- und Glaubensweg. Wie das konkret aussieht, kann von Person zu Person sehr unterschiedlich sein. Paten sind häufig wichtige Vertrauenspersonen im Leben des Kindes.

Mehr zum Thema Patenschaft lesen Sie in den 7 Fakten über die Taufpatenschaft.

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