Gänseblümchen ist Heilpflanze des Jahres 2017

Naturschützer freuen sich über die »Heilpflanze des Jahres 2017«: Das Gänseblümchen ist ein Sympathieträger bei Jung und Alt. In der klassischen Medizin wird es nicht verwendet, vielfältig aber in der Volksmedizin.
Gänseblümchen ist Heilpflanze des Jahres 2017

Die Heilpflanze des Jahres 2017 hat viele Namen. Am bekanntesten ist sie unter Gemeines Gänseblümchen. Die botanische Bezeichnung des kleinen Korbblütlers ist »bellis perennis«, das »Ausdauernde unter den Schönen«. Volkstümlich heißt das maximal 15 Zentimeter hohe Blümchen mit dem gelben Zentrum und den weißen, oft rosa angehauchten Blütenblättern unter anderem Tausendschön, Maßliebchen, Augenblümchen, Marienblume, Mümmeli oder Regenblume. Letzteres, weil sie nicht nur am Abend, sondern auch bei aufziehendem Regen ihre Blüten schließt.

Heilpotenzial des Gänseblümchens entdecken

»Verein zur Förderung der naturgemäßen Heilweise nach Theophrastus Bombastus von Hohenheim, genannt Paracelsus e.V.«, kurz NHV Theophrastus, mit Sitz in München, hat das Blümchen zur »Heilpflanze des Jahres« ausgerufen. Der Verein »das Heilpotential dieser hübschen und doch robusten Wiesenpflanze hervorheben«, betont Pharmazeutin Maria Vogel.

Besonders in der Kinderheilkunde werde das Gänseblümchen gern eingesetzt: »Eine Prise soll man jeder Mischung Kindertee beifügen«, empfahl schon der Schweizer Kräuterpfarrer Johann Künzle (1857-1945). Die Blüten sollen unter anderem bei Schwächezuständen, Erkältungen und Durchfall helfen, bei Hautausschlägen, Verletzungen und bei Frühjahrsmüdigkeit. Die Erfahrungsheilkunde setzt sie auch ein als Hustenmittel und bei Menstruationsbeschwerden.

 

Gänseblümchen auf der Wiese

Mystische Hoffnung auf Glück und Verstand

Mit dem Gänseblümchen verbunden sind seit alter Zeit mystische Hoffnungen. So soll eine Gänseblümchenwurzel-Kette Glück und Verstand verleihen. »Und wer kennt nicht 'Er liebt mich - er liebt mich nicht' - das Orakelspiel mit dem Gänseblümchen«, fragt Maria Vogel schmunzelnd.

Grund für die heilsame Wirkung des Blümchens, das ab März bis November blühend zu finden ist, sind ätherische Öle, Bitterstoffe, Gerbstoffe, Mineralstoffe, Vitamine und Schleimstoffe. »Diese gesunde Blume mit viel Vitamin C, Magnesium, Eisen und anderen wertvollen Inhaltsstoffen ist unglaublich vielseitig und eignet sich sowohl für herzhafte als auch süße Rezepte«, heißt es auf der Internetseite »Kostbarenatur«.

Gänseblümchen in der Homöopathie

Als homöopathisches Produkt, als Tee, als Tinktur, als Kosmetikum und als frische Speisezutat kann das Gänseblümchen verwendet werden. Tierfreunde wissen zudem, dass auch Wellensittiche, Meerschweinchen, Kaninchen, Hamster, Schildkröten und viele Terrarientiere Gänseblümchen lecker finden. Nicht zuletzt lassen sich Blütenkränze aus Gänseblümchen herstellen.

Der Naturschutzbund (NABU) Baden-Württemberg hat die die oberpfälzische Kräuterexpertin Markusine Guthjahr um ein besonderes Gänseblümchen-Rezept gebeten. Sie rät zu in Salzlake eingelegten Gänseblümchen-Knospen, die wie Kapern verwendet werden können. »Auch als Salat-Topping, Suppeneinlage, auf dem Butterbrot und als leckeres Gelee lässt sich das Gänseblümchen zubereiten«, sagt sie.

Die Sindelfinger Gartenbauwissenschaftlerin Christine Volm gibt auf der AOK-Homepage Tipps zum Sammeln: möglichst weit weg von Autoabgasen, mit wenig Hundeverkehr und ohne Beweidung oder Düngung sollte der Platz sein. »Tabu sind Orte, bei denen der Einsatz von Pestiziden nicht ausgeschlossen werden kann, und Privatflächen. Und: niemals alle Pflanzen an einem Standort abernten oder gar mit Wurzel ausreißen«, warnt die Expertin.

 

Gänseblümchen auf der Wiese
Share Facebook Twitter Google+ Share

Weitere Artikel zum Thema: