Kirchen sollen sich für Tourismus öffnen

Bayreuth — 
Kirchen sollten sich weiter für den Tourismus öffnen. Damit können sie auch den christlichen Glauben erklären, ist Regionalbischöfin Dorothea Greiner überzeugt. Doch wie können die Kirchenschätze besser erschlossen werden?
Der Turm der Schlosskirche in Bayreuth
Der Turm der Schlosskirche in Bayreuth, die zwischen 1753 und 1758 im Auftrag des Markgrafenpaares Wilhelmine und Friedrich erbaut wurde.

Die Bayreuther Regionalbischöfin Dorothea Greiner hat dafür geworben, Kirchen weiter für den Tourismus zu öffnen und dabei den christlichen Glauben zu erklären. »Viele Touristen wollen hören, welches Glaubensgut im Kulturgut Kirche Gestalt gewinnt - unabhängig davon, ob ihnen der Glaube lieb oder fremd ist«, sagte Greiner in Bindlach (Landkreis Bayreuth).

Kirchen sollen Schätze zugänglich machen

Der Vorsitzende des bayerischen Landesdenkmalrates und frühere bayerische Kultusminister Thomas Goppel (CSU) bezeichnete es bei der Veranstaltung als ein Versäumnis, dass in Zeiten fortschreitender Säkularisierung viele Kirchen für Besucher kaum zugänglich gewesen seien. Nach seinen Worten ist es »zwingend notwendig«, solche besonderen Schätze auch ein Stück weit für andere Menschen zu öffnen, »damit sie lernen und erfahren, was Glaube früher bedeutet hat und was er heute für uns bedeuten muss«.

Greiner und Goppel sprachen bei der Gründungsfeier des Vereins Markgrafenkirchen e.V. in Bindlach. Der Verein unterstützt ein Projekt des evangelischen Kirchenkreises Bayreuth, das rund 100 Sakralbauten im Bereich der früheren Markgraftümer verstärkt für Tourismus und Bevölkerung erschließen will. Als »protestantischer Barock« stellen die Markgrafenkirchen mit ihrer reichen Bildersprache nach Worten Greiners einen bislang »ungehobenen Schatz von europäischem Rang« dar.

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249 Jahre alte Bindlacher Kirche

Beim Gottesdienst in der 249 Jahre alten Bindlacher St.-Bartholomäus-Kirche betonte die Regionalbischöfin, der Charakter der Kirchen als Kulturgut und Tourismusmagnet sei begründet in ihrer vorrangigen Bestimmung als Ort von Gebet und Gottesdienst. Deshalb könne eine Kirche erst »von ihrem Glaubensprogramm her« verstanden werden. »Kirche ist Glaube in Stuck, Malerei und Architektur«, sagte Greiner. Kirchenführungen, die auch die Glaubenswurzeln vermittelten, könnten deshalb auf eine »spirituelle Entdeckungsreise« führen.

Neue repräsentative Kirchen entstanden im 18 Jahrhundert nicht nur in den fränkischen Residenzen, sondern auch in vielen Landgemeinden. Die im Jahr 1768 vollendete St.-Bartholomäus-Kirche gilt als herausragendes Beispiel des besonderen markgräflichen Baustils. Am Bau beteiligt war unter anderem der damalige Bayreuther Hofbaumeister Carl von Gontard (1731-1791), der später für den Preußenkönig Friedrich II. in Berlin und Potsdam arbeitete.

Markgrafenkirchen entdecken: Projektstelle

Regionalbischöfin Greiner hatte zusammen mit der Kulturpublizistin Karla Fohrbeck das Impulsprojekt »Markgrafenkirchen entdecken« im Jahr 2015 gestartet. Seit 1. März leitet der frühere Bayreuther Dekan Hans Peetz eine neu geschaffene Projektstelle. Dem jungen Verein gehören bereits über 70 Mitglieder an, darunter Landkreise, Städte, Gemeinden, Dekanatsbezirke und Kirchengemeinden und etliche Privatpersonen. Im Mai hatten dazu 20 Frauen und Männer einen ersten Kirchenführerkurs abgeschlossen, um Besuchern historische, kunstgeschichtliche und theologische Hintergründe zu vermitteln.

Informationen: »Markgrafenkirchen entdecken«

Ein Tourismusführer mit dem Titel »Markgrafenkirchen entdecken« bietet eine Übersicht über die Bauwerke in der Region Bayreuth-Kulmbach. Sie können ihn hier als PDF abrufen. Mehr Infos gibt es unter www.kirchenkreis-bayreuth.de/Markgrafenkirchen.

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