Sukkot - das siebentägige Laubhüttenfest

Die Feiertage im jüdischen Glaubensleben gehen weiter. Nach den Tagen der Besinnung und Umkehr am jüdischen Neujahrsfest (21./22.9.) und dem Versöhnungstag (30.9.) folgt jetzt ein Fest der Freude: Sukkot – das Laubhüttenfest.
Sukkot Laubhüttenfest

Kleine selbstgezimmerte Hütten stehen an diesen Oktobertagen in den Höfen der Synagogen, in privaten Gärten und auch auf Balkonen. Darin feiern Juden jetzt 7 Tage lang das Laubhüttenfest –Sukkot. »Sukka« heißt Hütte auf hebräisch. Sie soll die Gläubigen an die Wanderung der Israeliten durch die Wüste erinnern. So steht es in der Tora.

»Ihr sollt 7 Tage in Hütten wohnen (….)damit eure Nachkommen wissen, dass ich die Israeliten in Hütten wohnen ließ, als ich sie aus dem Lande Ägypten herausführte.« (3. Mose 23;42)

7 Tage in der Laubhütte

Ab Mittwochabend (4.10.) sollte möglichst viel Zeit in den Hütten verbracht werden. Auf jeden Fall soll darin gegessen werden, so feine Gerichte wie Mandelbrot oder Spinat mit Datteln, Nusskuchen oder Hühnchen mit Granatapfel. Und Kinder dürfen schon auch mal darin übernachten, was natürlich sehr viel Spaß macht. Wenn das Wetter bei uns mitmacht. Denn in der Hütte ist es recht luftig:»Die Sukka schaut aus wie eine Hütte aus Zweigen mit Blättern und die Hütte muss so gebaut werden, dass jeder der drin ist, den Himmel und die Sterne sehen kann,« erzählt Nina Safyan von der jüdischen Gemeinde in München.

Sukkot ist ein fröhliches Fest, ein Fest für die Sinne nach all dem Fasten und Beten an den vorangegangenen hohen Feiertagen. Es ist auch eine Art Erntedankfest, denn man freut sich über die Obst und Weinlese. Daher ist die Hütte auch schön geschmückt mit allerlei Früchten und Blumen, ähnlich wie bei uns am Erntedankfest: » Ihr sollt euch am ersten Tag herrliche Baumfrüchte, Palmzweige, Äste von dichtbelaubten Bäumen und von Bachweiden holen.« (3. Mose 23;40).

Die Freude über die Ernte und die Tora

Aus Palm-, Weiden- und Myrtenzweigen und dem Etrog, einer herrlich duftenden Zitrusfrucht, wird dann ein Feststrauß gebunden. Der Etrog wird auch Adamsapfel oder Paradiesapfel genannt, er ist der Apfel, von dem Adam im Paradies gegessen haben soll. Der Strauß erinnert die Juden daran, dass sie dann nach 40 Jahren Wanderung durch die Wüste doch noch eine Heimat gefunden haben.

Nach den 7 Tagen des Laubhüttenfestes folgen noch 2 Feiertage, bevor dieser lange Festzyklus seit dem Neujahrsfest zu Ende geht: Am 8. Tag (12.10.) ist »Schemini Azeret«, ein Tag an dem um Regen gebetet wird und am 9.Tag (13.10.) findet das Torafreudenfest »Simchat Tora« statt, an dem der Anfang und der Schluss der Tora gelesen wird und die Rollen feierlich durch die Synagoge getragen werden.

Die feine Etrogfrucht wird übrigens nicht einfach weggeworfen nach den Feiertagen. Es wird Marmelade daraus gekocht, Kuchen und Plätzchen gebacken und sie wird sogar dem Bier beigesetzt. Das »Etrog Bier« ist die neuste Kreation einer kleinen Privatbrauerei in Tel Aviv.

 

 

Share Facebook Twitter Google+ Share

Weitere Artikel zum Thema:

Religiöse Feiertage

Hans Leonhard Schäufelein, Abendmahl, 1515, Ulmer Münster.
Nicht Weihnachten, sondern Ostern ist das höchste Fest der Christenheit. In diesem Jahr feiert die lateinische und die orthodoxe Christenheit wieder einmal zum gleichen Termin die Auferstehung des Herrn, was nur alle paar Jahre vorkommt. Aber wie berechnet sich eigentlich der Ostertermin? Warum finden das jüdische Pessach und Ostern selten, aber immer wieder gleichzeitig statt? Und warum schert die orthodoxe Christenheit genau dann immer aus einem gemeinsamen Ostertermin aus? Ein Streifzug durch die verzwickte österliche Kalendergeschichte.
Share Facebook Twitter Google+ Share
efa