13.07.2017
Auszeichnung für Toleranz

»Zelt der Religionen« erhält Bürgerpreis 2017

Bamberg — 
Es war das mulitreligiöse Zeichen der Toleranz bei der Landesgartenschau 2012 in Bamberg und lädt seit drei Jahren auf dem Markusplatz zu Andacht und Begegnung. Jetzt erhält das »Zelt der Religionen« einen der diesjährigen Bürgerpreise des Bayerischen Landtags.
Das »Zelt der Religionen«.
Drei Weltreligionen in einer gemeinsamen »Knospe«: Das »Zelt der Religionen« lädt auf dem Bamberger Markusplatz zur Begegnung ein.

Die Preisträger des Bürgerpreises 2017 des Bayerischen Landtags stehen fest. Unter dem Vorsitz von Landtagspräsidentin Barbara Stamm hat die Jury aus 104 Bewerbungen die Preisträger gekürt. Motto war dieses Jahr: »Mein Glaube. Dein Glaube. Kein Glaube. – Unser Land! Bürgerschaftliches Engagement und weltanschaulicher Diskurs für eine Gesellschaft des Respekts und der Verständigung«. Ausgezeichnet wurden Gruppierungen, die sich ehrenamtlich für das friedliche Miteinander verschiedener Glaubensrichtungen und damit für die gemeinsame Gestaltung unserer Heimat einsetzen.

Der zweite Preis geht zu gleichen Teilen (je 9.000 Euro) an das »Zelt der Religionen« nach Bamberg und den Interreligiösen Gesprächskreis Würzburg. Bambergs Oberbürgermeister Andreas Starke sprach nach Bekanntgabe der Preisträger von einer »absolut verdienten Auszeichnung«.

Zelt der Religionen ist Symbol für interreligiösen Dialog

»Das »Zelt der Religionen« ist ein deutlich sichtbares Zeichen von interreligiöser Zusammenarbeit, die in dieser Form, wie sie hier in Bamberg praktiziert wird, einmalig ist. Dieses Zeichen des gelebten interreligiösen Dialogs gilt und galt es zu bewahren«, so Starke.

Für die Stadt sei es daher eine Selbstverständlichkeit gewesen, dieses Vorhaben so gut wie möglich zu unterstützen. Das Schwierigste dabei war es, einen geeigneten Standort zu finden. Am Markusplatz wurde 2014 eine optimale Lösung gefunden.

Erstmalig in der Geschichte der Landesgartenschauen hatten sich 2012 die drei Religionen in Bamberg mit dem »GottesGarten« für ein gemeinsames Projekt zusammengefunden. Das »Zelt der Religionen« als zentraler Veranstaltungs- und Begegnungsort ist einer Pflanzenknospe nachempfunden, deren »Knospenblätter« künstlerisch die drei großen monotheistischen Religionen Christentum, Judentum und Islam thematisieren.

Dialog und Miteinander von Judentum, Christentum und Islam

Das bunte Zelt mit Schriftzeichen und Symbolen dieser drei Religionen ist ein gemeinsames Projekt der Israelitischen Kultusgemeinde, der Evangelischen und Katholischen Kirche sowie der Türkisch-Islamischen Gemeinde in Bamberg. Nach dem Ende der Gartenschau blieb das Zelt in Bamberg und gibt dem Markusplatz nun ein besonderes interkulturelles und interreligiöses Flair.

Der erste Preis geht an die Eugen-Biser-Stiftung (12.000 Euro). Seit 2002 engagiert sich die Stiftung für einen »Dialog aus christlichem Ursprung« und ein friedliches Miteinander verschiedener Glaubensrichtungen. Der dritte Preis (je 7.500 Euro) wird ebenfalls geteilt zwischen dem Etz-Chaim-Schulpokal und einem interkulturellen Integrationsprojekt mit russischsprachigen Christen, Juden und Muslimen. Die Auszeichnung der Sieger erfolgt im Rahmen einer Feier im Maximilianeum am 19. Oktober.

Share Facebook Twitter Google+ Share

Weitere Artikel zum Thema:

#Glaubensfrage

Imam Benjamin Idriz
Der Penzberger Imam Benjamin Idriz kämpft seit vielen Jahren für die Gründung eines »Forums Islam« in München. Im Gespräch mit dem EPV erklärt er, warum er sich für eine moderne Moschee in München starkmacht und warum er seine Heimat in Mazedonien manchmal vermisst. Idriz wurde 1972 im früheren jugoslawischen Skopje geboren und studierte Theologie in Damaskus, im französischen Chateau Chinon und in Beirut. Seit 1995 ist er als Imam in Penzberg tätig.
Share Facebook Twitter Google+ Share

Interreligiöse Jugendbildungsstätten

Der langjährige Präsident des Bayerischen Jugendrings (BJR), Gerhard Engel, hält die Zeit reif für eine Jugendbildungsstätte in islamischer Trägerschaft. Eine solche Einrichtung könne ein wichtiger Beitrag zur Integration junger Migranten in die demokratische Gesellschaft sein. Jugendbildungsstätten seien bürokratiefreie Lernorte.
Share Facebook Twitter Google+ Share
Sonntagsblatt