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Sonntagsblatt 26/ vom

An der Himmelspforte

»Eine Anekdote als Dankeschön«


Das Sonntagsblatt liegt vor mir und wieder einmal bin ich von der »Sprechstunde« begeistert. Sie gehen auf eine Art und Weise mit Ihren Gesprächspartnern um, die Seelsorge, Beratung und Erwachsenenbildung auf eine schöne Weise zusammenbringt. Sie nehmen jeden und jede ernst, und doch klingt es immer wieder leicht und humorvoll. Bitte geben Sie dieses Kompliment doch auch an Ihre Kolleginnen weiter.

Ihnen allen als Dankeschön eine Anekdote, mit der ich das Fragezeichen hinter der »Sprechstunde« in der Ausgabe Nr. 24 durch ein kräftiges Ausrufezeichen ersetzen will. Also nicht »Lachen erlaubt?« sondern »Lachen erlaubt!« Eine Begebenheit aus meinem Berufsalltag als Religionspädagogin und Familienberaterin, die sich tatsächlich so zugetragen hat:

»Erzählt doch einmal, was ihr abends zu Hause macht«, sagt die Religionslehrerin zu Beginn einer Unterrichtsstunde, in der es um das Abendgebet gehen soll. »Wir essen«, lauten die Antworten, »dann sehen wir fern, dann spielen wir, dann geht es ins Bett«.

Nächster Impuls. Vielleicht erscheint ja jetzt ein Stichwort zum Abendgebet: »Und was machen dann eure Eltern?« Wieder mehrere Antworten: »Sie sehen noch fern, unterhalten sich, trinken Wein, dann gehen auch sie ins Bett.«

Jetzt, jetzt muss es doch kommen, freut sich die Religionslehrerin und setzt zur entscheidenden Frage an: »Ja und, was machen sie dann?« Betretenes Schweigen im Klassenzimmer. Schließlich hebt ein Junge den Finger: »Sie wissen doch Bescheid, Frau Lehrerin, und wir wissen Bescheid, aber ist das wirklich ein Thema für die vierte Klasse?«

Frau F.

Danke für Ihre anerkennenden Worte. Ich gebe sie gerne auch an meine Kolleginnen weiter. Danke auch für die Anekdote.

Es ist immer besonders schön, wenn man über sich selbst lachen kann. Über den eigenen Beruf, das eigene Land, die eigenen Lehrsätze, auch die eigene Kirche. Ist darin nicht vieles komisch? Und manches zum Lachen? Und auch in mir selbst ist doch vieles komisch und manches zum Lachen. Ich denke, im Himmel gibt es dafür viel Verständnis.

Vor ein paar Tagen fand ich in meinem Abreißkalender die folgende Anekdote. Sie erzählt vom Humor, den es dort oben gibt, hat sich aber garantiert nicht so zugetragen:

Ein Diebestrio kommt im Himmel an. Lautes Klopfen an der Himmelspforte. Petrus eilt zu Gott: »Herr, da sind drei Diebe angekommen und wollen in den Himmel. Was machen wir?« Klare Anweisung: »Nichts da, schick sie runter in die Hölle.« Petrus entfernt sich. Aber kurz darauf kommt er ganz aufgeregt und außer Atem zurückgelaufen: »Herr, es ist unglaublich: alles ist weg!« »Wer, die Diebe?« »Nicht nur, auch die Himmelspforte.«

Lachen erlaubt? Lachen erlaubt! Danke nochmals für Ihren so freundlichen Brief.

SONNTAGSBLATT - SPRECHSTUNDE

Barbara Hauck

Wenn Sie ein Problem haben und Rat brauchen, dann schreiben Sie an die »Sprechstunde«, Birkerstraße 22, 80636 München. Die Berater antworten auf dieser Seite oder mit Brief. Sie können auch unmittelbar an einen Berater schreiben: Pfarrerin Barbara Hauck, Deutenbacher Str. 1, 90547 Stein - oder Kirchenrat Waldemar Pisarski, Hauptstr. 67, 82327 Tutzing.

Waldemar Pisarski

Wenn Sie eine längerfristige Korrespondenz wünschen, steht Ihnen die Evangelische Briefseelsorge, Postfach 600306, 81203 München, zur Seite. Alle Zuschriften werden vertraulich behandelt.

 

 

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Waldemar Pisarski