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Sonntagsblatt 38/ vom

Tauschbörse im Intranet


Im Intranet der evangelischen Kirche in Bayern gibt es eine kircheninterne Tauschbörse. »Altar zu verschenken«, lautet das erste Angebot. Den Altar samt Zubehör eine Gemeinde bei München gegen Abholung, weil sie eine Kapelle aufgegeben hat.

»Du kriegst mein Pausenbrot, dafür darf ich von dir die Hausaufgaben abschreiben!« So oder ähnlich sehen die ersten Erfahrungen mit Tauschgeschäften aus. Heutzutage, im Zeitalter des Internets, entstehen viele neue Tauschringe oder Tauschbörsen. Bei Anbietern wie Napster konnte man kostenlos Musikdateien austauschen, bei Ebay kann jeder seine alten Sachen höchstbietend verkaufen.

Seit neuem bietet nun auch das Projekt Vernetzte Kirche der ELKB eine Tauschbörse an. Allerdings nur im Intranet, zu dem nur angemeldete Mitarbeiter der Landeskirche mit Passwort Zugang haben. »Altar zu verschenken«, lautet das erste Angebot. Diesen Altar und weitere Einrichtungsgegenstände wie Ambo, Wandteppich und Liedtafeln verschenkt die Petrigemeinde in Baldham bei München gegen Abholung. Grund dafür ist die Schließung der Stephanuskapelle.

Das neue Angebot der Tauschbörse ist für alle Intranet-User der Landeskirche gedacht und beschränkt sich auf den Austausch von Gütern. Langfristig ist auch ein Angebot zum Tausch von Dienstleistungen angedacht. Unter der Rubrik »Erfahrungen teilen« können sich dann vielleicht schon bald Ruhestandspfarrer zur Predigtaushilfe anbieten.

»Insgesamt steckt dieser Service noch in den Kinderschuhen, man muss abwarten, wie er sich weiterentwickelt«, sagt Ruth Alexander vom Team Vernetzte Kirche. Ob also bald eine Pfarramtssekretärin aus Füssen mit einer Pfarrerin in Fürth ihre Abendkleider über das Intranet austauscht, bleibt abzuwarten. Infos unter: Telefon: (089) 5595-651 und  www.vernetzte-kirche.de

Constantin Greim