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Sonntagsblatt 41/ vom

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Nach dem Ausstieg der Evangelischen Kirche in Deutschland aus der ökumenischen »Einheits-Bibel«: Was sind die Folgen?

Martin Voß
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»An Ökumene von Kind an gewöhnt«

»Für mich stellt sich diese Frage überhaupt nicht - seitdem wir die Einheitsübersetzung haben. Ich kenne von Kindheit an die im Alltag praktizierte Ökumene. Das ist für mich bis heute eine normale Situation. In der Dogmatik gibt es sicherlich grundsätzliche Unterschiede. Der reinen Wortverkündigung auf evangelischer Seite stehen mehr Hierarchisches und der Katechismus auf katholischer Seite gegenüber.«

Martin Voß (43), Dekan in Ludwigsstadt

Manfred Kießig
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»Sprachliche Kraft im Luthertext«

»Ich halte an der Lutherbibel in ihrer aktuellen Fassung fest - im Gottesdienst und persönlich. In ihrer sprachlichen Kraft und Hörgewohnheit ist sie konkurrenzlos; das sieht man daran, dass etwa in Presse oder Werbung immer wieder Passagen daraus zitiert werden. Sicher gibt es auch andere plausible neue Fassungen, aber wenn biblische Stellen auslegungsbedürftig sind, liegt es nicht an der Übersetzung.«

Manfred Kießig (64), Pfarrer, Selbitz

Klaus Meyer
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»Distanz«

»Der Ausstieg aus der Einheitsübersetzung ist völlig daneben. Zuerst haben beide Großkirchen gemeinsame Sache gemacht, nun distanziert sich die evangelische Kirche. Ich kann das auch vor meinen katholischen Kollegen nicht rechtfertigen. Im Gottesdienst verwende ich allerdings hauptsächlich die Lutherbibel, da im AT die Sprache der Einheitsübersetzung nicht gut ist. Das NT jedoch ist viel verständlicher.«

Klaus Meyer (51), Pfarrer in Neuried bei München

Ekkehardt Hofmann
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»Luthers bildhafte Sprache«

»Für meine Bilder 'Schöpfungszyklus' habe ich die Bibel aus meiner Kindheit genommen und im Buch Genesis die zentralen Sätze nachgelesen. Die Bibel habe ich noch von meiner Konfirmation: 'nach der deutschen Übersetzung D. Martin Luthers'. Die elementare Sprache fand ich eindeutig und hilfreich bei der bildlichen Darstellung. Die Aussagen der Genesis finde ich in meiner unmittelbaren Umgebung wieder.«

Ekkehardt Hofmann (64), Leutershausen, Maler