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Sonntagsblatt 39/ vom

Alles neu in Augsburg

Wiedereinweihung von St. Anna nach Generalsanierung


Zuletzt war der Hauptraum sowohl für Gottesdienste als auch Besucher gesperrt. Nach knapp vier Jahren Bauzeit hat Landesbischof Johannes Friedrich am Sonntag (25. September) das Hauptschiff der St. Anna-Kirche in Augsburg wieder eingeweiht. Es war zugleich seine letzte Amtshandlung als Landesbischof.

In St. Anna hat die Reformation in Augsburg begonnen - nach vier Jahren ist die Kirche jetzt generalsaniert.
Foto: PD
   In St. Anna hat die Reformation in Augsburg begonnen - nach vier Jahren ist die Kirche jetzt generalsaniert.

        

Wer St. Anna nach der Restaurierung wieder betritt, der wird völlig überrascht sein - das verspricht Architekt Hans-Heinrich Häffner, der die Gesamtkoordination des Projektes inne hat. Die barocke Decke des Haupthauses erstrahlt in frischen Farben.

Auch die katholische Fuggerkapelle im Anbau wurde so gut wie möglich in die Ursprungsform der Renaissance-Zeit gebracht. Ein neues Lichtkonzept soll den Innenraum der Kirche optimal in Szene setzen. Auch an den Klang der Kirche wurde gedacht: Die Orgel wurde ausgebaut, in all ihre Teile zerlegt, gereinigt und neu gestimmt. »Sie klingt jetzt kräftiger und harmonischer«, sagt Dekanatskantor und Organist von St. Anna, Michael Nonnenmacher.

Eine vierte Glocke mit dem Namen »Friede«, die am 8. August zum Hohen Friedensfest von Regionalbischof Michael Grabow geweiht wurde, soll im Frühjahr 2012 die drei bisherigen Glocken »Glaube«, »Liebe« und »Hoffnung« ergänzen.

Die Stadtkirche gilt als wichtige Stätte Augsburgs als Lutherstadt. In St. Anna begann die Reformation in Augsburg. In dem ehemaligen Karmeliterkloster hielt sich Martin Luther 1518 auf, als er sich während des Reichstags vor dem päpstlichen Legaten Cajetan verantworten musste.

Die Geschichte von St. Anna reicht bis ins Hochmittelalter. Erbaut wurde die Kirche 1321. Erhalten sind heute noch die Form der Anlage, die Grundmauern im Ostchor, die große Sakristei mit Kreuzrippengewölbe, Resten von Fresken und figürlichen Schlusssteinen sowie an der Südwand Malereifragmente eines Medaillons mit der heiligen Anna.

1999 wurde in St. Anna die gemeinsame Rechtfertigungslehre von katholischer und evangelischer Kirche unterschrieben. Von den Baukosten von insgesamt knapp sieben Millionen übernimmt die bayerischen Landeskirche etwa ein Drittel. Zwei Millionen muss die Kirchengemeinde selbst aufbringen. Der Rest wird über Drittmittel etwa aus dem Entschädigungsfonds oder der Stiftung Denkmalschutz generiert.

 

 

 

Nadja A. Mayer