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Dieser Artikel: Ausgabe 07/2014 vom 16.02.2014
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Kampf für die Kindheit

Bündnis Kindersoldaten fordert Stopp deutscher Waffen-Exporte


Etwa 250 000 Kinder werden weltweit als Soldaten missbraucht. Sie müssen töten, plündern und rauben. Menschenrechtsorganisationen werfen dem Westen vor, die Konflikte mit Waffenexporten zu befeuern.

Als Lastenträger, Spione oder bewaffnete Kämpfer müssen weltweit rund 250 000 Kinder in Armeen und Rebellengruppen dienen.
Foto: dpa Picture-Alliance/epa Badri Media
   Als Lastenträger, Spione oder bewaffnete Kämpfer müssen weltweit rund 250 000 Kinder in Armeen und Rebellengruppen dienen.

        

Anlässlich des diesjährigen internationalen Tags gegen den Einsatz von Kindersoldaten, des »Red Hand Day«, haben Menschenrechtsorganisationen die deutschen Rüstungsexporte scharf kritisiert. Die deutschen Waffenexporte seien außer Kontrolle, erklärte das Deutsche Bündnis Kindersoldaten, ein Zusammenschluss von zwölf Nichtregierungsorganisationen. Dem Bündnis gehören unter anderem UNICEF, terre des hommes, der Lutherische Weltbund, die Kindernothilfe und Amnesty International an.

Es sei überdeutlich, dass die bestehenden Rüstungsexportkontrollregeln nicht funktionierten und grundlegend reformiert werden müssten, sagte der Sprecher des Bündnisses, Ralf Willinger. Deutschland sei der drittgrößte Waffenexporteur der Welt und habe laut aktuellem Rüstungsexportbericht der Bundesregierung zuletzt mehr Kleinwaffen - wie Maschinenpistolen und Sturmgewehre - ausgeführt als je zuvor.

Dem Rüstungsexportbericht zufolge wurden 2012 nur 0,7 Prozent der Anträge auf Waffenexporte abgelehnt, wie Willinger sagte. Dagegen seien im selben Jahr 66 955 Kleinwaffen aus Deutschland exportiert worden. »Diese Überflutung von Krisengebieten mit deutschen Waffen muss dringend gestoppt werden«, forderte er. »Kleinwaffen und Munition aus deutscher Produktion werden mit Genehmigung unserer Regierung in Kriegs- und Krisengebiete geliefert und gelangen dann - legal oder auch illegal - in die Hände von Kindern und Jugendlichen.« Durch Kleinwaffen würden jährlich etwa 500 000 Zivilisten weltweit getötet.

Das Bündnis Kindersoldaten forderte deshalb ein gesetzliches Verbot von Waffenexporten in Krisenregionen und Länder mit gravierenden Menschenrechtsverletzungen wie Saudi-Arabien. Für Deutschland selbst verlangte es zudem einen Stopp der Rekrutierung Minderjähriger in der Bundeswehr und mehr Geld für Kindersoldaten-Hilfsprogramme.

Derzeit würden in mehr als 20 Ländern - darunter in Syrien, Birma, Afghanistan, Kolumbien und im Kongo - Kinder in Armeen und bewaffneten Gruppen als Soldaten eingesetzt, sagte die Kinderrechtsexpertin der Kindernothilfe, Antje Weber. Selbst kleine Jungen und Mädchen würden gezwungen, bewaffnete Gruppen als Träger oder Spione zu unterstützen. Viele würden sexuell missbraucht und müssten mit der Waffe in der Hand kämpfen. »Diese Waffen stammen häufig aus deutscher Produktion«, fügte sie hinzu.

Nach Angaben des südafrikanischen Waffenhandels-Experten Andrew Feinstein sind alleine zehn Millionen G3-Sturmgewehre von der deutschen Rüstungsfirma Heckler & Koch weltweit im Einsatz. Der Export von Kleinwaffen aus Deutschland habe sich von 2011 zu 2012 verdoppelt.

Die evangelischen Hilfswerke »Brot für die Welt« und Diakonie Katastrophenhilfe forderten anlässlich des »Red Hand Day«, Kinder und Jugendliche effektiver vor der völkerrechtswidrigen Rekrutierung als Kindersoldaten zu schützen. Zudem sollen sie bei der Reintegration in die Zivilgesellschaft stärker unterstützt werden.

Anlass für die Einführung des »Red Hand Day« war das Inkrafttreten eines Zusatzprotokolls zur UN-Kinderrechtskonvention am 12. Februar 2002. Es soll Kinder unter 18 Jahren vor Krieg und Gewalt schützen.

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abgerufen 02.12.2016 - 18:55 Uhr

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