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Dieser Artikel: Ausgabe 38/2015 vom 20.09.2015
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Vier Porträts (III): Die Spezialpfarrerin

Christiane Lehner plant Aktionen und schreibt Meldungen


Pfarrerin Christiane Lehner denkt sich als Dekanatsreferentin Aktionen aus, mit denen ihre Kirche auch Kirchenferne erreichen könnte. Und sie ist für die Öffentlichkeitsarbeit im Dekanat Fürth zuständig.

Die Spezialpfarrerin: Christiane Lehner ist in Fürth Dekanatsreferentin und für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig.
Foto: epd-by
   Die Spezialpfarrerin: Christiane Lehner ist in Fürth Dekanatsreferentin und für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig.

        

Pfarrerin Christiane Lehner räumt bunte Faltblätter, Poster und Kartons vom kleinen weißen Tischchen und dem breiten dunklen Sofa in ihrem großen Büro in der Fürther Altstadt. »Ich brauche viel Platz zum Kreativsein«, sagt sie fröhlich. Die Dekanatsreferentin denkt sich Aktionen aus, mit denen ihre Kirche auch Kirchenferne erreichen könnte.

Vor zwei Jahren hat sie mit zwei Kolleginnen im Talar eine Kirchenbank durch die Fußgängerzone geschleppt. Sie plant mit dem Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) schon im dritten Sommer Fahrradtouren zu schönen Kirchen, die sie »Perlentouren« nennt, und mit der Kunstgalerie hat die 50-Jährige eine Ausstellung »Kindheit im Krieg« konzipiert.

Aber Lehner hat auch noch eine zweite halbe Stelle: Sie ist für die Öffentlichkeitsarbeit im Dekanat Fürth zuständig, schreibt Pressemitteilungen, pflegt die Homepage und gibt der Dekanatszeitung »Monatsgruß« den letzten Schliff. Pfarrer, die Öffentlichkeitsarbeit machen, gibt es inzwischen in Bayern in vielen Dekanaten.

Aber ist das Pfarrersarbeit, muss man hierfür Theologie studiert haben? Nein, gibt die Pfarrerin zu. Für die Pressearbeit sei es zwar nötig, sich bei Kirchens auszukennen, dafür brauche es das Studium aber nicht. Aber als Dekanatsreferentin müsse sie die christliche Botschaft zu Leuten am Rand der Kirche bringen, »das ist klar eine Stelle für einen Pfarrer.«

Aber eben eine ganz andere Pfarrerstelle, als sie ihr Vater innehatte. Christiane Lehner ist im klassischen Pfarrhaus groß geworden. Für ihren Vater, den Herrn Pfarrer, war »die Gemeinde das Wichtigste«. Die Mutter übernahm die Aufgaben der Pfarrfrau, die dem Mann den Rücken frei hielt. »Für mich war klar, mit diesem Pfarrerberuf wollte ich entweder nichts zu tun haben, oder es ganz anders machen«, sagt Lehner. Und weil sie den Glauben »mit der Muttermilch aufgesogen hatte«, entschied sie sich für den Pfarrerberuf.

Während des Theologiestudiums habe sie immer überlegt, ob nicht auch eine andere Aufgabe für sie infrage käme: Ein paar Semester Germanistik und politische Wissenschaft hätten auch in eine Zeitungsredaktion führen können. Dass schließlich aber doch das Vikariat am Ende der Ausbildung stand, hatte auch pragmatische Gründe, räumt Lehner ein. »Bei keinem zweiten Beruf hast du so viel Freiheit, bist im Arbeitsalltag dein eigener Herr und hast gleichzeitig finanzielle Sicherheit«.

Die Partner und Partnerinnen von Pfarrern haben heute andere Jobs als die Pfarrfrau von früher. Mit den veränderten Rollenbildern ist der Beruf des Gemeindepfarrers immer weniger kompatibel mit der modernen Familie. Mit einem Partner, der nicht sonntags, dafür aber während der ganzen Woche arbeitet, bleibt das Zusammenleben nicht unkompliziert, gibt Lehner zu bedenken. Am Wochenende Freunde zu treffen und Sonntagmorgen auf die Kanzel steigen - das ist schwer. Daher ist Lehner froh über ihre jetzigen zwei Stellen. Sie ist weiter eine Pfarrerin mit vielen Freiheiten und am Sonntag kann sie oft ausschlafen.

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Jutta Olschewski

 


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abgerufen 27.09.2016 - 19:11 Uhr

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