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Dieser Artikel: Ausgabe 38/2015 vom 20.09.2015
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Vier Porträts (IV): Die Studentenpfarrerin

Susanne Hötzel macht in Würzburg »keine Beschäftigungstherapie« für Studenten, sondern Lobbyarbeit


Pfarrerin Christiane Lehner denkt sich als Dekanatsreferentin Aktionen aus, mit denen ihre Kirche auch Kirchenferne erreichen könnte. Und sie ist für die Öffentlichkeitsarbeit im Dekanat Fürth zuständig.

Die Studentenpfarrerin: Susanne Hötzel begleitet in Würzburg Studentinnen und Studenten.
Foto: epd-by
   Die Studentenpfarrerin: Susanne Hötzel begleitet in Würzburg Studentinnen und Studenten.

        

Studenten sind anders. »Sie stehen einfach vor der Tür, rufen an, sie schreiben E-Mails - sie gehen nach ihren Bedürfnissen und fordern Zeit für sich ein«, sagt Pfarrerin Susanne Hötzel. Seit ungefähr acht Jahren ist sie in der Evangelischen Studierenden-Gemeinde (esg) Würzburg.

An klassische Büro- oder Sprechzeiten wie in vielen Ortsgemeinden ist nicht zu denken. »Und das ist auch gut so«, findet die Theologin. Oft sitzt sie während der Vorlesungszeiten am frühen Vormittag schon im Büro, der letzte Termin endet oft erst spät Abends: »Ich bin ganz gut strukturiert und nehme mir meine Auszeiten - vor allem in den Semesterferien.«

Diese große Flexibilität auf so einer Funktionspfarrstelle ist »natürlich nicht so familien- und partnerschaftstauglich«, sagt die 42-Jährige. Aber wenn junge, oft kirchenferne Menschen »zur Kirche kommen, diese Schwelle überwunden haben, dann muss man Zeit haben und kann sie nicht mit einem Termin in zwei Wochen vertrösten«.

Eine ganz wichtige Aufgabe der esg-Pfarrer ist: Vernetzen. Mit den anderen Evangelischen Studierenden-Gemeinden in der Region, vor Ort mit der Katholischen Hochschul-Gemeinde und natürlich den Einrichtungen der Hochschulen, wie etwa dem Sprachenzentrum der Uni oder dem Internationalen Büro.

Susanne Hötzel ist keine, die ihre Stunden aufschreibt. Mal sind es viele, mal weniger. Ihr Bauchgefühl sagt, wann auch mal Schluss und gut ist. »In der Diskussion um die Zukunft des Pfarrberufs geistern immer diese 48 Stunden durch den Raum - ich finde das problematisch«, sagt sie. So eine fixe Grenze erzeuge »entweder Frust, weil man Donnerstagabend schon wieder drüber ist«. Oder es nehme einem gefühlsmäßig die Freiheit, »auch mal etwas ruhiger zu machen« - eben als Ausgleich. »Unrealistisch sind 48-Stunden-Wochen als Pfarrer sowieso«, findet sie. Und die Frage, ob die esg-Kneipe Arbeitszeit ist, bleibe so oder so.

Ein Schema F, nach dem alle Pfarrstellen funktionieren, ob auf dem Dorf oder in der Großstadt, gibt es für Susanne Hötzel nicht: »Man muss jede Stelle einzeln betrachten, ihre Struktur genau anschauen.«

Die Zahl der Gemeindeglieder sage wenig über die tatsächliche Arbeitsbelastung auf einer Stelle aus. Dass die Landeskirche aus einer »Arbeitszeiterhebung« nun Missstände ableiten will, hält sie für unnötig: »Wir wissen doch aus unserer Praxis, wo die Probleme liegen. Man hätte uns einfach nur mal fragen müssen.« Dass die Kirchenleitung sich jedoch mit diesem Thema beschäftigt, sei richtig: »Das ist ein Zeichen der Wertschätzung.«

Apropos Wertschätzung. Die wünscht sie sich gerade für Pfarrstellen wie ihre, die keine Ortsgemeinde haben. »Wir vermitteln den jungen Leuten ein Bild von Kirche, das sie vorher so nicht kannten«, sagt sie. »Das ist aber keine Beschäftigungstherapie für eine Zielgruppe, das ist wichtige Lobbyarbeit.«

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Jutta Olschewski

 


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abgerufen 01.10.2016 - 01:46 Uhr

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