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Dieser Artikel: Ausgabe 38/2015 vom 20.09.2015
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»Ich muss vorsichtig sein«

Schwester Maren Martens aus Elbingerode arbeitet als Diakonisse in Russland


Maren Martens vom Diakonissenmutterhaus in Elbingerode im Ostharz tut ihren Dienst in Russland. Seit zehn Jahren lebt sie als Missionarin der Marburger Mission in dem riesigen Reich.

Die Tracht bietet auch Vorteile: Schwester Maren genießt Vertrauen, die Menschen schütten schnell ihr Herz bei ihr aus: Maren Martens wirkt seit zehn Jahren als Diakonisse in Russland.
Foto: idea/kairospress
   Die Tracht bietet auch Vorteile: Schwester Maren genießt Vertrauen, die Menschen schütten schnell ihr Herz bei ihr aus: Maren Martens wirkt seit zehn Jahren als Diakonisse in Russland.

        

Ihre Schwesterntracht zieht Sprüche an. »Du Pinguin« wurde Schwester Maren schon entgegengerufen oder »Mutter Gottes«. Ein anderer Passant fragte: »Kommst du gerade von der Love Parade?«, und auch zu Sex gegen Bezahlung wurde sie schon aufgefordert. »Wenn man schlagfertig reagiert, kommt man leicht ins Gespräch«, sagt Schwester Maren.

Die Tracht bietet auch Vorteile: Man genießt Vertrauen, die Menschen schütten schnell ihr Herz bei einem aus. Neun Jahre arbeitete Schwester Maren in einer lutherischen Kirchengemeinde in Moskau. Seit einem Jahr lebt sie in Saratow, einer 800 000-Einwohner-Stadt an der Wolga, in Grenznähe zu Kasachstan. Sie übt kleine Theaterstücke ein, die im Gottesdienst aufgeführt werden, macht Kinder-, Frauen- und Seniorenarbeit und hält Bibelstunden. Ihre Arbeit wird durch Spenden aus Deutschland finanziert.

Aufgewachsen ist Schwester Maren in einer pietistischen Familie in Ost-Berlin. In Elbingerode im Harz macht sie eine Ausbildung zur Krankenschwester. Dort lernt sie auch Dia­konissen kennen.

1990, die Mauer ist gerade gefallen, trifft Martens im Alter von 20 Jahren eine Lebensentscheidung: Sie wird Diakonisse. »Die Freude meiner Eltern war nicht so direkt spürbar«, sagt Schwester Maren. »Es war für sie wie ein Schlag.«

Oft beschert ihr ihre Tracht blöde Sprüche

Nach der Ausbildung besucht Schwester Maren das Bibelseminar Marburg und arbeitet in Frankfurt am Main mit Drogensüchtigen. In Chemnitz wirkt sie in der Gemeinschafts- und Jugendarbeit. Schwester Maren trifft sich gern mit den Außenseitern der Gesellschaft, etwa Straßenkindern oder Punks. »Ich gehöre ja auch zu einer Randgruppe«, sagt sie.

In Saratow hat Schwester Maren erlebt, dass viele Russen unter Alkoholsucht leiden. Fast jeder fünfte Russe trinkt rund einen halben Liter Wodka pro Woche. Viele Männer erleben deshalb das Rentenalter nicht; die durchschnittliche Lebenserwartung eines russischen Manns legt bei 64 Jahren. Bei Hausbesuchen macht Schwester Maren deshalb auf Beratungs- und Therapieangebote aufmerksam. Wenn sie in Saratow unterwegs ist, verzichtet Schwester Maren öfter auf die Schwesterntracht. »Ich muss in der Öffentlichkeit vorsichtig sein.« In ihrer Tracht wird sie schnell als Ausländerin betrachtet.

»In den Augen der Russen vertrete ich den Westen.« Viele Russen sind wütend auf Deutsche. Nach der Aneignung der Krim durch Russland und den Gefechten in der Ukraine haben Europa und die USA Wirtschaftssanktionen gegen Russland verhängt. Die Preise für Lebensmittel sind gestiegen. Wie ist die Situation in Russland heute? »Es ist schwer«, sagt sie schließlich. Sie lobt die Schönheit des Landes und sie sagt: »Die Menschen hoffen auf Putin. Seitdem er regiert, ist Russland wieder eine Macht.«

Sie erzählt noch mehr über die Politik in Russland. Das soll aber nicht aufgeschrieben werden. Schon jetzt ist es schwierig, eine Aufenthaltsgenehmigung zu bekommen. Kritik am Staat könnte ein Einreiseverbot zur Folge haben.

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Karsten Huhn

 


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abgerufen 02.12.2016 - 18:54 Uhr

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