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Dieser Artikel: Ausgabe 39/2015 vom 27.09.2015
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Neue Rolle für Muslime

Dolmetscher, Integrationshelfer: Muslime übernehmen Verantwortung

Kommentar von Susanne Schröder

Wir schaffen das. Oder? Während Europas Länder in der Flüchtlingsfrage noch immer um Quoten, Kontingente und Verteilschlüssel ringen und die Kommunen noch immer darum kämpfen, all die Neuankömmlinge erst einmal menschenwürdig unterzubringen, fragen sich viele Bürger längst mit gemischten Gefühlen, wie genau wir das denn schaffen sollen, was Bundeskanzlerin Merkel da versprochen hat: nämlich allein in diesem Jahr über eine Million Menschen aus fremden Ländern mit fremden Kulturen und einer fremden Religion in Deutschland eine Heimat zu geben und friedlich mit ihnen den Alltag zu leben.

Es ist ein Segen, dass so viele Ehrenamtliche dieser Ratlosigkeit ihr Engagement für Flüchtlinge entgegensetzen. Eine Überraschung aber ist es für manchen, dass darunter so viele ausländische und muslimische Bürger sind, die sich mit ihrem Können und mit großer Selbstverständlichkeit für die Neuankömmlinge einsetzen: als Dolmetscher, als Kulturvermittler, als Integrationshelfer.

Und immer: als gut integrierte Menschen, die Deutschland als ihre Heimat betrachten. Ein Türke, der Deutsch unterrichtet? Ein Muslim, der die abendländische Kultur erklärt? Es ist das Beste, was passieren kann, eine klassische Win-win-Situation: »Die Deutschen« merken endlich, welche Fähigkeiten und Kompetenzen das sind, die ihnen beim Thema Zuwanderung immer als Gewinn versprochen werden. Und »die Ausländer« erfahren einen Wandel in der öffentlichen Wahrnehmung: vom Rand mitten hinein, als unverzichtbarer, wertvoller Teil der Gesellschaft, der Verantwortung für das Ganze übernimmt.

Dieses Engagement ist nebenbei gesagt auch die richtige Antwort auf das Angebot des saudi-arabischen Königshauses, 200 Moscheen in Deutschland zu bauen. Das Geld der fernen Ölscheichs ist weder nötig noch erwünscht, denn mitten in Deutschland gibt es Muslime, die dem Land nahestehen und sich konkret und außerhalb der Moscheen bei der Integration einbringen.

Den Muslimen hierzulande erwächst durch diese Verantwortung eine neue Rolle. Sie, die »ehemaligen Zuwanderer«, die »Bürger mit Migrationshintergrund«, die »ausländischen Mitbürger«, könnten als Brückenbauer und Kulturvermittler zur Klammer werden für eine Gesellschaft, die in der aktuellen Flüchtlingskrise auseinanderzudriften droht.

Wer hätte das gedacht: Dafür hat es seit Beginn der Gastarbeiterzuwanderung nur zwei Generationen gebraucht. Auch das ist, mit Blick auf die neu ankommenden Flüchtlinge, ein hoffnungsvolles Zeichen.

 

Sonntagsblatt-Redakteurin Susanne Schröder

 

  Was denken Sie? Schreiben Sie an Sonntagsblatt-Redakteurin Susanne Schröder:  sschroeder@epv.de

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abgerufen 30.09.2016 - 06:54 Uhr

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