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Aktuelle Ausgabe: 48 vom 27.11.2016
Dieser Artikel: Ausgabe 39/2015 vom 27.09.2015
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Mitten in der Flüchtlingsnot

»Piazza Martin Lutero« in Rom eingeweiht


Vergangenen Mittwochnachmittag (16. September) war es so weit: Rund 500 Jahre nach Beginn der Reformation hat Rom, Hauptstadt Italiens und des Katholizismus, einen Martin-Luther-Platz. Roms Bürgermeister Ignazio Marino vom linken Partito Democratico weihte den Platz im Colle-Oppio-Park in der Nähe des Kolosseums im Beisein von zahlreichen Journalisten und Gästen aus Deutschland ein.

Medienrummel auf Roms neuer Piazza für Luther: im Vordergrund rechts Roms Bürgermeister Ignazio Marino, links die Oberbürgermeisterin der Lutherstadt Eisleben, Jutta Fischer (SPD).
Foto: Heinrich Frank
   Medienrummel auf Roms neuer Piazza für Luther: im Vordergrund rechts Roms Bürgermeister Ignazio Marino, links die Oberbürgermeisterin der Lutherstadt Eisleben, Jutta Fischer (SPD).

        

Zuvor hatte es in Rom noch einmal Knatsch gegeben um Martin Luther. Drei Monate vor Beginn des katholischen »Heiligen Jahrs« 2016 sei die Platztaufe durch die linke Stadtregierung ein »Affront gegen die Katholiken« und eine »Ohrfeige für den Papst«, posaunten Politiker der Rechtsaußenpartei »Fratelli d'Italia« in den Medien.

Im Vatikan selbst sieht man die Sache offenbar entspannter: Papst Franziskus hat sich für Mitte November zum Gottesdienstbesuch in Roms evangelisch-lutherischer Christuskirche angemeldet. Er wird die Predigt halten.

Der Pfarrer der Christuskirche, Jens-Martin Kruse, würdigte die Benennung während der Zeremonie denn auch als »Zeichen eines weltoffenen Roms« und »Ausdruck der gelebten Ökumene«. Evangelisch-lutherische Christen gibt es in Rom erst seit 1817. In der damals noch vollständig zum Kirchenstaat gehörenden Stadt waren die Protestanten offiziell unerwünscht. Ihre Gottesdienste konnten sie nur in der preußischen Gesandtschaft feiern.

Wo die Flüchtlinge schlafen

Zu der Zeremonie war auch die Oberbürgermeisterin von Luthers Geburtsstadt Eisleben, Jutta Fischer, mit einer Delegation aus Sachsen-Anhalt angereist. Sie lobte die Entscheidung der Stadt Rom in ihrer Ansprache als »große Würdigung für den deutschen Reformator«. Neben der Delegation aus Sachsen-Anhalt nahmen auch mehrere Bundestagsabgeordnete aus Sachsen an der Zeremonie teil, die sich zu politischen Gesprächen in Rom aufhielten.

Eine Postanschrift wird der im Park auf dem Oppio-Hügel unweit vom Kolosseum und über den Ruinen der Thermen von Titus und Trajan gelegene Platz nicht sein. Auch wenn Roms Protestanten sich zunächst einen anderen Platz als den von der Kommune bestimmten im Park gewünscht hätten - unzufrieden ist man nicht. Die Taufe des Platzes machte nämlich nicht nur in Rom auf ein aktuelles Problem aufmerksam: Im Colle-Oppio-Park lagern seit einigen Monaten immer mehr obdachlose Flüchtlinge, die unter freiem Himmel in den Ruinen der Thermen schlafen. Unter ihnen sind viele Afrikaner, die es aus Mali, Gambia oder Burkina Faso übers Mittelmeer geschafft haben.

Kruse, dessen Gemeinde eine Armenspeisung unterhält, sagt: »Wir Christen müssen da sein, wo Not und Elend dieser Welt sind.« Nicht, weil der Reformator sich über Rom eher wenig schmeichelhaft ausgelassen hat (»Sündenpfuhl«, »babylonische Hure«), sondern deswegen passt die Lage der »Piazza Martin Lutero« in Rom ganz gut.

LUTHER IN ROM

Luthers Platz im Sündenpfuhl. Epochaler Schritt, aber keine Postadresse: Rom bekommt einen Martin-Luther-Platz. Von Markus Springer. » lesen!

Mitten in der Flüchtlingsnot. »Piazza Martin Lutero« in Rom eingeweiht. » lesen!

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»Wer weiß, ob es wahr ist?« Vor 500 Jahren reiste Martin Luther nach Rom - doch es gibt nur wenig gesicherte Erkenntnisse. » lesen!

 

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Markus Springer

 


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abgerufen 03.12.2016 - 14:42 Uhr

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