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Dieser Artikel: Ausgabe 39/2015 vom 27.09.2015
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Mit dem Herzen beten

In der Augsburger Barfüßerkirche gibt es ein besonderes Meditationsangebot


Seine Ursprünge sind mehr als 1500 Jahre alt: Das Herzensgebet ist eine urchristliche Form der Meditation. In der Augsburger Barfüßerkirche kann man sie nun einüben, so Pfarrer Frank Zelinsky.

»Unsere Kirche war schon immer ein spiritueller Ort«: Pfarrer Frank Zelinsky bietet in der Barfüßerkirche mehrere Formen christlicher Meditation an.
Foto: Jalsovec
   »Unsere Kirche war schon immer ein spiritueller Ort«: Pfarrer Frank Zelinsky bietet in der Barfüßerkirche mehrere Formen christlicher Meditation an.

        

  Herr Zelinsky, woher kommt das Herzensgebet?

Frank Zelinsky: Es stammt aus der Tradition der Wüstenvölker und des frühen östlichen Mönchstums. Das Gebet wurde zunächst vor allem in der Kirche des Ostens gepflegt. Seit einigen Jahren wird es auch in der westlichen Welt verstärkt wiederentdeckt. Wenn Sie so wollen, ist es eine Art Rückkehr zu den Wurzeln christlicher Wege der Meditation.

  Woher kommt das Interesse daran?

Zelinsky: Im Herzensgebet steckt die Erfahrung vieler Jahrhunderte Kontemplation. Schon allein das ist faszinierend. Das Gebet hilft dem Einzelnen, sich angesichts vieler Zerstreuungen im Alltag auf das Innerste zu zentrieren. Es ist ein Weg zum inneren Frieden, zur inneren Gelassenheit.

  Wie kommt man dorthin?

Zelinsky: Mit viel Durchhaltevermögen. Das Herzensgebet zu verinnerlichen erfordert Disziplin und tägliche Übung. Und man braucht eine professionelle Anleitung dafür. Deswegen wird den Kurs auch der Münchner Pfarrer Andreas Ebert leiten, der eine lange Geschichte in geistlichen Übungen mitbringt und auch ein Buch über das Herzensgebet geschrieben hat (siehe rechts).

  Das klingt nach einer sehr anspruchs-
vollen Übung?

Zelinsky: Das Herzensgebet hat zwar eine einfache Form, es einzuüben ist aber nicht leicht. Im Grunde besteht das Gebet darin, den Namen Jesus Christus mit dem eigenen Atem zu verbinden. Dies wird so lange geübt, bis das Gebet verinnerlicht ist, also das Ein- und Ausatmen automatisch mit dem Namen Gottes verbunden wird.

  Was ist das Ziel dahinter?

Zelinsky: Ganz aus dem Vertrauen zu leben, dass Gott immer bei uns, ja in uns ist. Über den Atem soll die Erinnerung an seine Gegenwart unseren Alltag durchdringen. Das Gebet soll sich verselbstständigen, zu einem immerwährenden Gebet werden.

  Wie lange braucht man dafür?

Zelinsky: Es ist ein Weg für das ganze Leben. Wir bieten den Kurs ja schon zum dritten Mal an. Jeden Morgen treffen sich Menschen in der Barfüßerkirche zum Gebet in der Stille. Außerdem kommt jeden Dienstagabend eine Gruppe zum Herzensgebet zusammen.

  Die Barfüßerkirche entwickelt sich immer mehr zu einem spirituellen Zentrum in Augsburg. Welche Rolle spielt das Herzensgebet dabei?

Zelinsky: Es gibt aus meiner Sicht schon so eine Art spirituellen Herzschlag vor. Wir haben hier ja seit geraumer Zeit Oasetage, Taizé-Gebete und Straßenexerzitien. Das alles ist Teil der spirituellen Orientierung in der Barfüßerkirche. Ihren Kern bildet jedoch ganz sicher das Herzensgebet.

  Wie könnte sich das weiterentwickeln?

Zelinsky: Da gibt es keine Vorgaben. Unsere Kirche war schon immer ein spiritueller Ort. Im 13. Jahrhundert ließen sich hier Franziskanermönche nieder. Diese spirituellen Wurzeln machen sich bis heute bemerkbar. Es ist nichts, was wir bewusst gesucht haben. Das Spirituelle entwickelt sich hier ganz organisch.

Foto: Jalsovec Wichtig ist die tägliche Übung Augsburg. aj Andreas Ebert ist Pfarrer und Experte in geistlichen Übungen. Foto:

HERZENSGEBET

Andreas Ebert ist Pfarrer und Experte in geistlichen Übungen.
Foto: Tikipedia/CC BY-SA 3.0
   Andreas Ebert ist Pfarrer und Experte in geistlichen Übungen.

  Der Kurs »Christliche Meditation - Einübung ins Herzensgebet« in der Augsburger Barfüßerkirche wird vom Münchner Pfarrer Andreas Ebert geleitet. Ihm steht Renate Seifert von der Barfüßerkirche zur Seite. Ebert ist Leiter des »Spirituellen Zentrums St. Martin« im Münchner Glockenbachviertel. Gleichzeitig arbeitet er als Beauftragter für Meditation und Geistliche Übung in Südbayern. Zusammen mit Peter Musto hat Ebert das Buch »Praxis des Herzensgebets« geschrieben. Es dient als Grundlage für den Kurs in Augsburg, der insgesamt neun Abende umfasst. Wichtig sei, dass man an allen Abenden tatsächlich teilnehme, meint Barfüßer-Pfarrer Frank Zelinsky: »Und man sollte jeden Tag auch mindestens eine halbe Stunde üben.«

  Für den Kurs gibt es einen Einführungsabend am Samstag, 29. September, ab 19 Uhr in der Barfüßerkirche am Mittleren Lech 1 in Augsburg. Die Kursabende finden jeweils am Dienstag ab 19 Uhr statt. Zum Abschlusstag am Samstag, 19. Dezember, fährt die gesamte Gruppe zu einer Abendmahlsfeier ins Spirituelle Zentrum St. Martin in München. Der Kurs kostet 70 Euro. Die Kosten für das Buch sind darin enthalten. Anmeldung bis 30. September im Pfarramt Zu den Barfüßern: Telefon (08 21) 3 03 26, E-Mail: pfarramt.barfuesser.a @elkb.de

 

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Andreas Jalsovec

 


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abgerufen 25.07.2016 - 10:02 Uhr

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