Home Artikel-ID: 2015_40_anw_13_01
Diese Woche - die aktuelle Ausgabe
Themen
E-Paper: Sonntagsblatt digital
Jetzt im Sonntagsblatt-Shop bestellen!
Archiv
Die Redaktion
Abo-Service
Anzeigen-Service
Leserreisen
Leserbriefe
Impressum



    
Heute: 31.07.2016
Aktuelle Ausgabe: 29 vom 17.07.2016
Dieser Artikel: Ausgabe 40/2015 vom 04.10.2015
Alle Artikel der » Ausgabe 40/2015 im Archiv aufrufen.
  Druckversion


Tatütata, die Post ist da!

Doppelausstellung im Löhe-Zeit-Museum in Neuendettelsau


Mit dem leibhaftigen Räuber Hotzenplotz, einem Posthorn und viel Blaulicht eröffnete das Löhe-Zeit-Museum Ende September seine neue Ausstellung. Das Thema: Postboten und Gendarmen.

Die Festnahme des Räubers und die Motorisierung der Gendarmerie: Bei der Ausstellungseröffnung ging es spielerisch zu.
Foto: Mayer
   Die Festnahme des Räubers und die Motorisierung der Gendarmerie: Bei der Ausstellungseröffnung ging es spielerisch zu.

        

Wie sich Post und Polizei zwischen 1860 und 1960 entwickelten, zeigen historische Uniformen, Dokumente und Objekte in dem kleinen zeitgeschichtlichen Museum im ehemaligen Bahnhofsgebäude von Neuendettelsau. In den Augen der Ausstellungsmacher scheint es in erster Linie der technische Fortschritt gewesen zu sein, der den Arbeitsalltag der Postboten und Polizisten veränderte: Erst zu Fuß, dann mit dem Fahrrad und später mit Motorrad oder Auto kamen sie ihren Dienstpflichten nach.

Zur Ausstellungseröffnung kamen viele Einheimische, vor allem der etwas älteren Generation. Sie schwelgten in Erinnerungen an Erlebnisse mit den ehemaligen Postboten und Dorfpolizisten. Da hieß es eine gute Zeitstrecke zurückgehen. Denn bereits 1958 wurde die Polizeiwache in Neuendettelsau geschlossen. Doch vielen ist der einzige Polizist Johann Härtlein bis heute im Gedächtnis geblieben.

Dimpfelmoser kommt

Die Neuendettelsauer sind so eng mit den beiden Themen verwoben, dass sie selbst Ausstellungsstücke beisteuerten. Der heutige Polizist musste nach ein paar Minuten die Eröffnung mit seinem Motorrad verlassen. Der Grund: ein Unfall auf der Autobahn. Schade für die Kinder, die bis dahin abwechselnd auf der Maschine Platz genommen hatten. Doch nach rund einer Dreiviertelstunde kam Wachtmeister Dimpfelmoser, der dem Räuber Hotzenplotz hinterherjagte. Und die Kinder halfen tatkräftig dabei.

Einmal auf der Polizei-BMW sitzen.
Foto: Mayer
   Einmal auf der Polizei-BMW sitzen.

        

Dass es überhaupt in Neuendettelsau eine Post gab, liegt eindeutig an Wilhelm Löhe, dem Gründer der ersten Diakonissenanstalt in Bayern. »Hätte er nicht so viel geschrieben, dann wäre es wohl nichts geworden«, sagte Museumsleiter Walter Hacker in seiner Einführung.

Bezzel am Apparat

Für 25.000 Goldmark verkaufte Johann Oechsle seinen Gasthof »Zum Anker« an die Diakonissenanstalt. Bis dahin war der Wirt in dem kleinen fränkischen Örtchen zuständig für die Posthalterei und den 1875 eingeführten Telegrafendienst. Ab 1880 war der Rektor der Anstalt dann Vorstand, die praktische Arbeit übernahm eine Diakonisse, die Postschwester. Im Jahr 1904 endete die Anstaltspost, und die staatliche Post übernahm. Im selben Jahr stellte die Diakonissenanstalt einen Antrag auf ein Telefon. Hermann Bezzel war das erste Telefonat so wichtig, dass er eine Aktennotiz verfasste: »Eine Schwester teilte mit, dass eine andere Schwester in Reichenhall abgereist sei.«

Für Walter Hacker lohnt sich ein Besuch auf jeden Fall - egal ob Jung oder Alt und egal aus welcher Ecke in Bayern: »Die älteren Menschen finden sich in ihrer Zeit wieder, und die jungen sehen, wie es damals war. Davon haben ja viele keine Vorstellung mehr, spätestens wenn wir in den Bereich Kommunikation gehen. Vor 50 Jahren gab es noch eine Handvermittlung beim Telefonieren, und heute mit den Smartphones ist alles möglich.«

 

  GEÖFFNET bis Ende November sonn- und feiertags zwischen 14 und 17 Uhr. Internet:  loehe-zeit-museum-neuendettelsau.de

Kreative Gemeinde - die besten Projekte und Initiativen der bayerischen evangelischen Kirchengemeinden

 

»Musica Sacra« - herausragende Werke der Kirchenmusik

MUSICA SACRA

 

Der Sonntagsblatt-Shop und das Sonntagsblatt-Blog.
 

 

 

 

Diane Mayer

 


Valid HTML 4.01 Transitional

/news/aktuell/2015_40_anw_13_01.htm
abgerufen 31.07.2016 - 03:37 Uhr

© Sonntagsblatt 1998-2016, ImpressumWebmaster
Angebote für Webmaster / AGB

#nächstenliebejetzt: die Aktion gegen Hass und Angst des Evangelischen Presseverbands für Bayern, dem Verlagshaus des Sonntagsblatts

»Die Personen der Bibel«: der beliebte Glaubenskurs aus dem Sonntagsblatt jetzt als Buch für nur 19,90 Euro. Gleich bestellen!

Werden Sie Hoffnungsträger - und spenden Sie ein Patenschafts-Abo für Menschen in Pflegeheimen, Krankenhäusern und Gefängnissen. Jetzt mitmachen!