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Dieser Artikel: Ausgabe 41/2015 vom 11.10.2015
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Schwerhörigkeit sportlich nehmen

Sonntagsblatt-Sprechstunde


Was ein Hörgerät mit einer Niederlage bei einem Tennismatch zu hat.

Seit ein paar Jahren leide ich an zunehmender Schwerhörigkeit. Anfangs machte mir das nicht viel aus, aber es verschlimmerte sich. Im Kino, im Theater, bei Vorträgen wird es immer schwieriger. Auf Drängen meiner Frau habe ich mich vor ein paar Monaten untersuchen lassen und besitze seitdem ein Hörgerät, Aber ich spüre eine Hemmung, das Ding regelmäßig zu tragen.

Das mag mit meiner Eitelkeit zu tun haben, denn mit Anfang 60 sehe ich mich noch gern unversehrt und ohne Einschränkungen (von kleinen Zipperlein abgesehen). Das mag aber auch mit meinem Hintergrund als Sportler zu tun haben. Mein Körper hat mich bisher einfach sehr verwöhnt, war mir zu Diensten, wie und wann ich es wollte, und es trifft mich, dass er mich jetzt an einer so wichtigen Stelle im Stich lässt.

In meiner Frau habe ich eine prima Partnerin, die mir schon auch einmal sagt, wie unreif ich damit sei. Auch sagt, dass mein ständiges Nachfragen für sie oft lästig ist. Die mich ermutigt und ermahnt, doch einfach die Hilfe anzunehmen, die mir die heutige Technik zur Verfügung stellt.

Das tue ich dann auch immer wieder, aber oft genug sage ich mir auch, dass es doch noch nicht gar so schlimm sei für mich und für andere, und so bleibt mein Hörgerät oft Tage lang unbeachtet.

Herr A.

 

Unsere Selbstwahrnehmung und die Wahrnehmung durch andere gehen manchmal auseinander, nicht wahr? Ich erzähle Ihnen dazu eine lustige Geschichte: Ein älteres Ehepaar besucht den Gottesdienst. Die beiden sitzen in der Kirchenbank und folgen aufmerksam der Predigt der Pfarrerin. Plötzlich flüstert der Mann zu seiner Frau hinüber: »Ich habe gerade einen leisen Pups gelassen. Was soll ich machen?« Mit frostigem Gesichtsausdruck flüstert die Frau zurück: »Leiser Pups?? Das nächste Mal nimmst du bitte dein Hörgerät mit.«

Sind Sie locker genug für eine etwas seriösere Überlegung? Was ich auch aus eigener Erfahrung nachfühlen kann, ist die Wehmut und manchmal auch ein Erschrecken, wenn uns etwas nicht mehr so selbstverständlich zur Verfügung steht wie bisher.

Ich weiß nicht, welchen Sport Sie getrieben haben, aber vielleicht liegt hier eine Hilfe bereit. Jeder Sportler kennt die Erfahrung, an einen Punkt zu gelangen, an dem es nicht mehr weiterzugehen scheint. Der Punkt der Erschöpfung bei einem Marathonlauf, der Punkt der Resignation bei einem Tennismatch oder das Gefühl, nicht mehr zu genügen und das Team im Stich zu lassen bei einem Mannschaftssport.

Wie sind Sie mit solchen Erfahrungen umgegangen? Was hat Ihnen darüber hinweggeholfen? Welche Haltung? Wie haben Sie neue Kräfte mobilisiert? Mit Sicherheit sind Ihnen hier Ressourcen zugewachsen, auf die Sie sich mehr und mehr verlassen konnten.

Lässt sich etwas davon auch in Ihre jetzige Situation übertragen? Die Sache mit dem Hörgerät - können Sie sie genauso sportlich nehmen?

Dann würde, so stelle ich es mir vor, eine gewisse Leichtigkeit auftauchen, die Ihnen und anderen guttut.

SONNTAGSBLATT - SPRECHSTUNDE

Barbara Hauck

Wenn Sie ein Problem haben und Rat brauchen, dann schreiben Sie an die »Sprechstunde«, Birkerstraße 22, 80636 München. Die Berater antworten auf dieser Seite oder mit Brief. Sie können auch unmittelbar an einen Berater schreiben: Pfarrerin Barbara Hauck, Breite Gasse 82/84, 90402 Nürnberg - oder Kirchenrat Waldemar Pisarski, Meringer Str. 38c, 86163 Augsburg.

Waldemar Pisarski

Wenn Sie eine längerfristige Korrespondenz wünschen, steht Ihnen die Evangelische Briefseelsorge, Postfach 600306, 81203 München, zur Seite. Alle Zuschriften werden vertraulich behandelt.

 

 

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Waldemar Pisarski

 


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abgerufen 24.07.2016 - 14:46 Uhr

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