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Dieser Artikel: Ausgabe 43/2015 vom 25.10.2015
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Traurige Gewissheit

Synoden-Vizepräsident Hans-Christoph Bodenstab tot aufgefunden


Der Vizepräsident der bayerischen evangelischen Landessynode, Hans-Christoph Bodenstab, ist tot. Der 58-Jährige galt seit 30. September als vermisst. Vergangenen Sonntag dann traurige Gewissheit: Wie die Polizei mitteilte, entdeckte die Wasserwacht die Leiche des Kemptener Rechtsanwalts bei einer Übung am Ufer des Niedersonthofener Sees.

Wurde tot am Ufer des Niedersonthofener Sees gefunden: der Vizepräsident der Landessynode Hans-Christoph Bodenstab.
Foto: epd Bayern
   Wurde tot am Ufer des Niedersonthofener Sees gefunden: der Vizepräsident der Landessynode Hans-Christoph Bodenstab.

        

Laut Polizei gibt es keine Anhaltspunkte für ein Fremdverschulden am Tod Bodenstabs. Bodenstab stammt aus Kempten. Aufgewachsen ist er, wie er selbst einmal sagte, zwischen gelebter Frömmigkeit und Säkularität. Seine Mutter war fromm, sein Vater hatte mit der Kirche nicht viel am Hut. Diese Zweigleisigkeit habe ihn geprägt, sagte Bodenstab.

Er leistete seinen Militärdienst, arbeitete in der Krankenpflege und studierte Jura in Passau, Kiel, im englischen Guildford und in München. Seiner evangelischen Kirche war er eng verbunden. 17 Jahre war er Kirchenvorstand in der Kemptener St.-Mang-Kirche, 13 Jahre saß er in der Landessynode, zuletzt als Vizepräsident. »Zusammengefasst könnte man sagen, vom Kirchenkaffeekocher zum Landessynodalen«, beschrieb er seinen kirchlichen Werdegang.

Geprägt hat Bodenstab vor allem den Rechts- und Verfassungsausschuss der Synode; sechs Jahre war er dessen Vorsitzender. Die Lust an der bisweilen trockenen Kirchenparlamentsarbeit ist ihm all die Jahre geblieben. Es war ihm ein Anliegen, schwierige Sachverhalte zu klären und auch kritisch nachzufragen. Er war, wie er sagte, neugierig auf »die Unterschiedlichkeit in unserer Kirche, die Menschen, die diese Unterschiedlichkeit ausmachen«.

Am Herzen lag dem zweifachen Vater eine gute Ausstattung der Kirchengemeinden - »sodass sie den Menschen vor Ort Heimat sind und Heimat bleiben«. Außerdem wollte er, in dessen Heimatstadt Kempten deutlich weniger Protestanten als Katholiken leben, der Diaspora eine Stimme geben. »In der Diaspora, aus der ich komme, ist jedenfalls kaum bekannt, was eine evangelische Synode ist und tut.«

Reizthema war für Bodenstab die Bindung der Kirchenmitglieder. »Da bin ich grundsätzlich skeptisch, denn Mitgliederbindung heißt doch alles und nichts«, sagte er. Mit Geld jedenfalls könne man niemanden in der Kirche halten. Vielmehr müsse Kirche klarmachen, dass das, wofür sie stehe, zeitlos sei. Dafür müsse sie in Kauf nehmen, auch einmal nicht »modern« zu sein. Die Kirche müsse früh anfangen, die Bedeutung des christlichen Glaubens für jeden Einzelnen herauszustellen. Nur so könne dem Mitgliederschwund entgegengewirkt werden. In der Synode agierte Bodenstab zurückhaltend, aber mit viel Durchsetzungskraft.

Bodenstab war von seinen Angehörigen vor mehr als zwei Wochen als vermisst gemeldet worden. Zwei Zeugen hatten angegeben, den Kemptener Rechtsanwalt am Niedersonthofener See gesehen zu haben. Die Suche der Polizei dort war jedoch trotz Einsatz von Spürhunden und Hubschrauber zunächst erfolglos geblieben.

Spitzenvertreter der bayerischen Landeskirche reagierten mit Bestürzung auf den Tod von Bodenstab. Synodalpräsidentin Annekathrin Preidel zeigte sich zutiefst bestürzt: »Ich habe ihn als freien und mutigen Menschen bewundert und geschätzt. Sein Sachverstand und Scharfsinn, sein Humor und seine geistige und moralische Unabhängigkeit werden unserer Landessynode, ihrem Präsidium und auch mir selbst sehr fehlen.« Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm sagte, dass er tief erschüttert und sehr traurig über den Tod Bodenstabs sei. »Er genießt in der Landessynode große Achtung und Zuwendung. Persönlich habe ich mich ihm sehr verbunden gefühlt.«

Hans-Christoph Bodenstab hinterlässt zwei Söhne und seine Lebensgefährtin.

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Christiane Ried

 


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abgerufen 08.12.2016 - 06:53 Uhr

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