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Aktuelle Ausgabe: 39 vom 25.09.2016
Dieser Artikel: Ausgabe 43/2015 vom 25.10.2015
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Wer will hier wen heiraten?

Sonntagsblatt-Sprechstunde


Was tun, wenn die Mutter beim Vorstellungsbesuch an jeder neuen Freundin etwas auszusetzen hat?

Ich bin mit bald vierzig Jahren immer noch Junggeselle. Die beiden letzten Jahrzehnte meines Lebens habe ich auch sehr genossen. Ich bin in der Welt herumgekommen und habe viel Schönes erlebt. Faszinierende Bekanntschaften durfte ich machen, aufregende Erlebnisse und so manches Abenteuer war zu bestehen.

Allmählich aber werde ich ruhiger und sesshafter. Ich sehne mich nach mehr Stetigkeit, ja, nach einer festen Beziehung. Auch die Idee zu heiraten und eine Familie zu gründen ist für mich nicht mehr so fremd, wie sie bis vor Kurzem noch war.

Ein großes Problem sind meine Eltern. Wann immer ich jemanden nach Hause bringe - ich weiß, das steht jetzt im Kontrast zu meiner Weltläufigkeit - und dort vorstelle, haben sie etwas auszusetzen. Meine Mutter spielt hier eine unrühmliche Rolle. Einmal ist ihr meine Bekannte zu gebildet, einmal zu ungebildet, einmal zu schüchtern, einmal zu forsch, einmal zu arm, einmal zu begütert, einmal zu städtisch, einmal zu dörflich...

Ich habe schon überlegt, solche Vorstellungsbesuche ganz einzustellen. Aber das wäre für mich der allerletzte Schritt. Ich bin über die ganze Situation einfach betrübt.

Herr L.

 

Neulich habe ich in meinem Abreißkalender etwas Lustiges gelesen, das nicht so weit von dem weg ist, was Sie erleben. Vielleicht kann ich Sie aufmuntern.

»Ein vierzigjähriger Junggeselle trifft seinen alten Spezi. Der fragt ihn, warum er nicht verheiratet sei. Ja von mir aus gern, antwortet der, das große Problem ist meine Mutter. Immer wenn ich jemand nach Hause bringe, hat sie etwas auszusetzen.

Dem Spezi kommt ein genialer Gedanke. Schau doch zu, meint er, ob du nicht jemanden kennenlernen kannst, der deiner Mutter ähnlich sieht. So ähnlich wie möglich. Super Idee, meint der Junggeselle, ich will es versuchen.

Nach einiger Zeit treffen sich die beiden wieder. »Na, wie ist es denn gelaufen?«, fragt der Spezi. »Ach, mit meiner Mutter ganz gut«, sagt der Junggeselle. »Ich habe tatsächlich jemanden gefunden, der ihr ähnlich sieht. Aber diesmal hatte mein Vater etwas gegen meine Wahl.«

Eine Aufmunterung - wofür? Dafür, selbstständig zu werden und sich von den Eltern zu lösen. Von ihrem Urteil, ihrer Meinung, ihrem Geschmack. Nicht mehr auf ihre Entscheidung angewiesen sein, sondern der eigenen Entscheidung trauen.

Sie sprechen in diesem Zusammenhang von einem Kontrast und weisen dabei auf Ihre Weltläufigkeit. Das ist die eine Seite. Die andere Seite des Kontrasts ist die fortdauernde Bindung an Ihre Eltern. Das verdient Ihre Aufmerksamkeit.

In der Bibel sagt Jesus einmal: »Ein Mann wird Vater und Mutter verlassen und sich mit einer Frau verbinden, und die zwei werden als Paar zusammengehören.« ( Matthäus 19, 5)

Die Eltern verlassen, das hat nichts mit Besuchsverbot zu tun oder gar mit Kontaktabbruch. Es meint, erwachsen zu werden, sich seelisch zu lösen und ein eigenes Leben zu führen. Nur dann wird die Gemeinschaft mit einem anderen Menschen gelingen. Sonst würden Mami und Papi ja immer noch Tisch und Bett teilen, ständig präsent sein, und dabei - man kann es sich lebhaft vorstellen - würde es einfach zu eng zugehen.

SONNTAGSBLATT - SPRECHSTUNDE

Barbara Hauck

Wenn Sie ein Problem haben und Rat brauchen, dann schreiben Sie an die »Sprechstunde«, Birkerstraße 22, 80636 München. Die Berater antworten auf dieser Seite oder mit Brief. Sie können auch unmittelbar an einen Berater schreiben: Pfarrerin Barbara Hauck, Breite Gasse 82/84, 90402 Nürnberg - oder Kirchenrat Waldemar Pisarski, Meringer Str. 38c, 86163 Augsburg.

Waldemar Pisarski

Wenn Sie eine längerfristige Korrespondenz wünschen, steht Ihnen die Evangelische Briefseelsorge, Postfach 600306, 81203 München, zur Seite. Alle Zuschriften werden vertraulich behandelt.

 

 

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abgerufen 26.09.2016 - 10:45 Uhr

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