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Dieser Artikel: Ausgabe 43/2015 vom 25.10.2015
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»Powerfrauen für Christus«

Landesbischof Bedford-Strohm feierte mit den Augsburger Diakonissen ihr 160-jähriges Bestehen


1855 kam die erste Diakonisse nach Augsburg. Beim Gottesdienst zum Jubiläum standen aber auch aktuelle Ereignisse im Blickpunkt - vor allem das Flüchtlingsthema.

Die »Powerfrauen« bei der Arbeit: Früher mussten die Verbände für das Krankenhaus noch selbst gewickelt werden. Das Bild entstand um 1950.
Foto: Diako
   Die »Powerfrauen« bei der Arbeit: Früher mussten die Verbände für das Krankenhaus noch selbst gewickelt werden. Das Bild entstand um 1950.

        

Ganz im Zeichen der Flüchtlingskrise hat die Diakonissenanstalt Augsburg ihren 160. Geburtstag gefeiert. Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, nutzte seine Predigt beim Jubiläumsgottesdienst in der St.-Anna-Kirche für einen leidenschaftlichen Appell, die Asylsuchenden mit offenem Herzen zu empfangen. Menschen in Not müssten unabhängig von Religion und kultureller Herkunft unterstützt werden, betonte der bayerische Landesbischof.

Auch wenn sich viele Deutsche durch die Aufnahme Tausender Flüchtlinge überfordert fühlten, dürfte die Hilfsbereitschaft nicht versiegen. »Die Antwort kann nur sein, sich auf die eigene Kraft zu besinnen, neue Kraftquellen zu erschließen, mehr Menschen zu gewinnen, mit denen die Verantwortung geteilt werden kann«, forderte Bedford-Strohm. Abschottung könne dabei ebenso wenig eine Lösung sein wie Bilder der Abschreckung, die verhindern sollen, dass Menschen in Deutschland Zuflucht suchen. Hilfsorganisationen wie die Diakonie spielten vor allem bei der Organisation der Hilfe eine wichtige Rolle, sagte er.

»Wer auf das schaut, was daraus geworden ist, kann nur Dankbarkeit empfinden«: Heinrich Bedford-Strohm (Bild links, 3. v. re.) und andere Gäste beim Festgottesdienst.
Foto: Behrbohm
   »Wer auf das schaut, was daraus geworden ist, kann nur Dankbarkeit empfinden«: Heinrich Bedford-Strohm (Bild links, 3. v. re.) und andere Gäste beim Festgottesdienst.

        

Auch der Rektor des Diako, Heinrich Götz, erklärte, dass die Bedeutung des Diakonischen Werks und seiner Institutionen durch die Ankunft der zahlreichen Flüchtlinge wachse. Zugleich nehme aber auch die Belastung für die Beschäftigten zu. Zudem warf Götz einen Blick nach vorne. Das Diako sei aus der Pflege entstanden. Auf der Basis dieser Wurzeln müsse auch die Zukunft gestaltet werden.

Die Augsburger Diakonissenanstalt nahm am 15. Oktober 1855 ihre Arbeit auf. An diesem Tag kam Julie Hörner aus Straßburg als erste Diakonisse in die Stadt und begann ihren Dienst in einer Mietswohnung in der Jakobervorstadt.

Heute umfasst die Schwesternschaft 55 Diakonissen, die allerdings nicht mehr im aktiven Dienst sind. Aus dem Diakonissenhaus ist in den vergangenen 160 Jahren aber ein umfassendes Werk mit zahlreichen Einrichtungen entstanden.

Der Chor der tansanischen Diakonissen.
Foto: Wenisch
   Der Chor der tansanischen Diakonissen.

        

Nach eigenen Angaben beschäftigt das Diako derzeit 650 Menschen, 300 davon in der Stadtklinik. Daneben gehören unter anderem das Pflegeheim Pauline-Fischer-Haus und eine Fachakademie für Sozialpädagogik zum Diako.

Landesbischof Bedford-Strohm lobte in seiner Predigt die Entwicklung des Werks: »Wer heute auf das schaut, was daraus geworden ist, der kann nur große Dankbarkeit empfinden.« Die Diakonissen bezeichnete er als »Powerfrauen für Christus«, die zum Segen für viele andere Menschen geworden seien.

Auch Augsburgs Zweite Bürgermeisterin, Eva Weber (CSU), würdigte den Einsatz der Diakonissen, die unzähligen Bürgern der Stadt in schwierigen Phasen beigestanden hätten. Dieses Engagement strahle auch in die Stadtgesellschaft und sei »ein leuchtendes Vorbild« für viele Menschen. Gerade in diesen Tagen könne man von diesem Beispiel lernen.

CHRONIK DES DIAKO

  15.10.1855: Die Diakonisse Julie Hörner aus Straßburg beginnt ihren Dienst

  1893: Einweihung des neuen Mutterhauses mit Krankenhaus

  1902: Einweihung des Altenheims

  1979: Aufbau einer Schwesternschaft in Tansania

  1992: Eröffnung des Pflegeheims Pauline-Fischer-Haus

  2007-2016: Neubau der Stadtklinik am Diako

 

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Daniel Wenisch

 


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abgerufen 27.05.2016 - 00:21 Uhr

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