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Dieser Artikel: Ausgabe 44/2015 vom 01.11.2015
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Duschen mit Schöpfkelle

Franziska Lober (18) aus Wilhermsdorf arbeitet in einem kirchlichen Kindergarten in Tansania


Seit drei Monaten arbeitet Franziska Lober aus Wilhermsdorf (Dekanat Neustadt/Aisch) in einem kirchlichen Kindergarten im ostafrikanischen Tansania.

Franziska Lober (Mitte) erlebt in Manyoni das Innenleben eines afrikanischen Kindergartens.
Foto: privat
   Franziska Lober (Mitte) erlebt in Manyoni das Innenleben eines afrikanischen Kindergartens.

        

»Nein, eine Wellblechhütte ist es nicht. Ich wohne in einem festen Haus mit Fußboden und Fenstern und hab ein eigenes Zimmer.« Irgendwie scheint Franziska Lober (18) doch ganz glücklich, dass sie in einem Hostel auf dem Gelände der anglikanischen Kirchengemeinde Manyoni wohnen darf. Denn die meisten der knapp 20.000 Einwohner der Provinzhauptstadt wohnen in einer kleinen, dunklen Hütte.

Ansonsten lacht sie viel am Telefon. Seit drei Monaten ist die Abiturientin nun bereits auf dem Schwarzen Kontinent, hat schon eine ganze Menge Wörter in Suaheli gelernt. Denn mit ihren Schulsprachen komme sie dort nicht weit, gibt »Franzi« zu.

Vor allem für ihre »Arbeit« ist die Landessprache wichtig: Gemeinsam mit einer gleichaltrigen Münchnerin leistet sie im anglikanischen Kindergarten von Manyoni neun Monate lang Internationalen Jugend-Freiwilligen-Dienst, kurz IJFD. Der Einsatz in Tansania wird von der DMG organisiert: »Damit Menschen Gott begegnen«. Franzi ist mit ihr »sehr zufrieden, auch mit dem Vorbereitungsseminar«. Das dauerte drei Wochen lang, fand in Baden-Württemberg statt und sollte sie und die anderen DMG-Freiwilligen einstimmen auf den Dienst in der Fremde.

Doch was sie im Land erwartete, war schon ein bisschen Kulturschock. Klar, da war einerseits die deutsche Missionarin Elisabeth Schenk, die Schulleiterin, die sie in Tansania empfing. Andererseits waren dort jene Menschen, denen sie tagtäglich begegnet auf der Straße, und die sie, die blonde Deutsche, zwar freundlich begrüßten, aber am Anfang doch recht fragend beäugten.

Zum Glück gab es jedoch auch noch die Kinder. »Die bekommen Unterricht, so wie in Deutschland in der Vorschule. Also Rechnen lernen von eins bis neun, Schreiben, vor allem ABC und kurze Worte, auch ein bisschen Englisch.« 60 Kinder, Drei- bis Sechsjährige, sind angemeldet im KiGa; nicht immer sind alle da, sagt Franzi: »In der ersten Stunde wird gespielt, dann gibt es Gruppenarbeit« mit drei bis acht Kindern. Und die sind dabei »auch gute Lehrer für uns Freiwillige. Denn die Kinder verstehen noch nicht, dass wir ihre Sprache nicht können. Und so lernen wir die ganz einfachen Sachen automatisch von ihnen.«

Was passiert außerhalb der Schul-Arbeit? »Kultur kennenlernen zum Beispiel. Oder man wird ganz spontan eingeladen von einer Familie. Die kauft dann noch schnell was ein, ein bisschen singen, man versucht es zu verstehen, man wird ganz einfach mit reingenommen. Aber vor Einbruch der Dunkelheit man muss in der Unterkunft sein«: Sicherheit sei schon wichtig in Tansania.

Ausflüge macht sie natürlich ebenfalls, vor allem an den Wochenenden. So hat sie schon mit ihrer Mit-Austauschlerin Melissa die Hauptstadt Dodoma angeschaut, in der man im Sand läuft und Stromausfall zur Tagesordnung gehört: »Dort gibt es nur einen Supermarkt mit zwei Regalen. Und Männer fahren mit lebendigen Hühnern auf dem Fahrrad.« Davon hat sie sogar ein Foto gemacht. Und sogar beim Deutschen Botschafter war sie.

Ein anderes Mal haben es Franzi und ihre Kollegin »genossen, ein Wochenende in einem toll ausgestatteten Hotel zu verbringen«. Abwechslung gehört eben auch zum Austauschdienst, ob beim Essen, oder um »mal wieder eine normale Hose tragen zu können!«.

Klingt, als hätte sich Franziska Lober ganz gut eingelebt in Manyoni. Auf ihrem Weblog schreibt sie beispielsweise: »Die Tage waren wieder sehr bunt und aufregend! Es ist immer wieder erstaunlich, was für beeindruckende Dinge wir hier in so kurzer Zeit erleben.« Dazu gehört auch das spannende, völlig andere, öffentliche Transportwesen, das sie in Tansania erlebt.

Aber es gibt etwas, das sie lieber so hätte wie zu Hause: »Die Dusche. Die ist hier nicht ganz so, wie man es von Deutschland her kennt. Da ist nur eine Armatur an der Wand, und aus der kommt nur kaltes Wasser. Will man warmes, muss man vorher welches erwärmen und mit einer Schöpfkelle über den Kopf schütten«, gibt sie im Skype-Interview lachend zu.

Zum Abschied ruft sie: »Wasalimie Tanzania!« - Grüße aus Tansania.

 

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Heinz Wraneschitz

 


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abgerufen 30.09.2016 - 13:43 Uhr

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