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Dieser Artikel: Ausgabe 45/2015 vom 08.11.2015
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Kunst entfaltet Denkräume

Schweinfurter Kunsthalle zeigt Ausstellung »Gott und die Welt« - Gespräch mit Kurator Helmut Braun


Noch bis zum 13. März 2016 zeigt die Kunsthalle Schweinfurt die Ausstellung »Gott und die Welt«. Kurator ist Helmut Braun, Kunstreferent der Landeskirche.

»Zwischenraum« hat Juliane Schölls ihre Installation aus Pappmodellen genannt.
Foto: Museum/Annette Kradisch
   »Zwischenraum« hat Juliane Schölls ihre Installation aus Pappmodellen genannt.

        

Braun hatte freie Hand bei der Entwicklung des Konzepts und der Auswahl der Künstler - es gab wie immer nur eine Bedingung: Die Künstler müssen einen Bezug zu Franken haben. Die 2015er Triennale fügt sich zudem in den Schweinfurter Ausstellungsreigen zum Jahresthema der Lutherdekade »Bild und Bibel« ein. An der Ausstellung sind 19 Künstlerinnen und Künstler in zahlreichen verschiedenen Darstellungsweisen beteiligt - etwa in Plastik, Skulptur, Zeichnung, Malerei oder Raum-, Klang- und Lichtinstallationen.

Inhaltlich geht es um die Frage, »ob in künstlerischen Arbeiten spirituelle oder religiöse Erfahrungen ablesbar, vermittelbar oder gar erlebbar sind«, heißt es im Begleitmaterial: »Es wird der Frage nachgegangen, wie sich Gott und die Welt möglichweise berühren, verbinden und durchdringen.«

Helmut Braun ist Kunstbeauftragter der bayerischen evangelischen Landeskirche.
Foto: epd-b
   Helmut Braun ist Kunstbeauftragter der bayerischen evangelischen Landeskirche.

        

  Herr Braun, »Gott und die Welt« - das klingt nach einer sehr beliebigen Kunstausstellung ...

Braun: Als ich angefragt wurde, ob ich »Fokus Franken - Triennale Schweinfurt für zeitgenössische Kunst« unter dem Titel »Gott und die Welt« kuratieren will, ging es mir zunächst ähnlich. Wenn man das Motto ernst nimmt und sich mit Fragen nach Gott und der Welt beschäftigt, hat man es aber sofort mit existenziellen Überlegungen zu tun. Nachdenken über das Faszinosum allen Seins ist ja ständiges Reflektieren über das Woher-Wer-Wohin.

Dabei fällt auf, dass es derzeit in den Natur- und Geisteswissenschaften viele Experimente, Forschungsergebnisse und Annäherungen von unterschiedlichsten Positionen an diese traditionell philosophischen und theologischen Fragen gibt. Der Schwerpunkt meiner inhaltlichen Konzeption liegt auf dem »und« zwischen Gott und der Welt.

Diese bunte Installation von Hubertus Hess trägt den Namen »Wunderkammer«.
Foto: Museum/Annette Kradisch
   Diese bunte Installation von Hubertus Hess trägt den Namen »Wunderkammer«.

        

  Wo berühren, verbinden und durchdringen sich Gott und die Welt in der Kunst?

Braun: Als ich mein Konzept einer Künstlerin vorgestellt habe, sagte sie spontan, dass dieser Moment der Berührung, also das Sichtbarmachen von etwas Unfassbarem, genau der Moment ist, den Kunst festzuhalten versucht. Demnach wäre die Kunst ja geradezu prädestiniert, um sich diesem Thema zu widmen. Kunst versucht, den Sinn des Lebens sinnlich begreifbar zu machen. Abgesehen davon geht meine These in der Ausstellung in die Richtung, dass in manchen Werken zeitgenössischer Kunst eine ganz besondere Kraft liegen kann. Und diese besondere Kraft kann sich uns als religiöse Erfahrung darstellen.

  Früher diente die Kunst oftmals der Kirche; wie ist das Verhältnis heute?

Braun: Um Missverständnissen vorzubeugen: Ich zeige in der Ausstellung keine »kirchliche« Kunst. Alle Arbeiten sind frei entstanden, haben eine große Nähe zum Thema, aber darüber hinaus vielfältige Deutungsmöglichkeiten.

Kirche geht zu häufig noch davon aus, dass Kunst religiöse Themen oder biblische Geschichten illustrieren soll, eine Umsetzung des Worts sein soll. Ich sage: Kunst ist ein universelles Medium der Kommunikation.

Wenn ihr entsprechende Freiräume ermöglicht werden, dann kann sie sich auch in aller Freiheit entfalten und verstanden werden. Das sollte im kirchlichen Bereich ernsthaft und kompetent getan werden. So könnten sich sinnlich erfahrbare Denkräume ergeben, die diskursiv - und durchaus kontrovers - erlebbar gemacht werden und einen Mehrwert für theologische Fragestellungen bedeuten können.

 

  AUSSTELLUNG: Triennale III - Gott und die Welt«. Bis zum 13. März 2016 in der Kunsthalle Schweinfurt, der St.-Johanniskirche und der Heilig-Geist-Kirche. Internet:  www.kunsthalle-schweinfurt.de

»GOTT UND DIE WELT«

Kunst entfaltet Denkräume. Schweinfurter Kunsthalle zeigt Ausstellung »Gott und die Welt« - Gespräch mit Kurator Helmut Braun. » lesen!

Jeder versteht etwas von moderner Kunst. Seit dieser Woche: Ausstellung »Gott und die Welt« in der Schweinfurter Kunsthalle. » lesen!

 

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Fragen: Daniel Staffen-Quandt

 


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abgerufen 28.06.2016 - 13:20 Uhr

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