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Sonntagsblatt 46/ vom

Voller Raritäten

70 Jahre UNESCO: die sechs bayerischen Welterbestätten


Vor 70 Jahren, am 16. November 1945, wurde in London die UNESCO als Kulturabteilung der Vereinten Nationen (UN) gegründet. Auf der Agenda der 195 Mitgliedsstaaten steht neben Förderung von Wissenschaft und Bildung vor allem der Schutz der menschlichen Kulturgüter. Auf der Liste des »UNESCO-Welterbes« stehen derzeit 779 Kultur- und 179 Naturdenkmäler. 40 davon entfallen auf Deutschland - und sechs auf Bayern. Kennen Sie alle?

Die Altstadt von Bamberg.
Foto: Bamberg: marcus hofmann / fotolia

        

  (1) Die Altstadt von Bamberg. Nirgendwo in Deutschland ist eine historische Innenstadt noch so unversehrt erhalten, befand die UNESCO 1993. Schon Karl Immermann schrieb von seiner »Fränkischen Reise« anno 1837: »Das ist eine Stadt, die steckt voller Raritäten, wie die Kommode einer alten Großmama, die viel zusammenscharrte.«

        

Das Markgräfliche Opernhaus in Bayreuth.
Foto: Bayerische Schlösserverwaltung, www.schloesser.bayern.de

        

  (2) Das Markgräfliche Opernhaus in Bayreuth, unverständlicherweise immer im Schatten des Festspielhauses, steht seit 2012 auf der Liste. So bekämpfte Wilhelmine, die Schwester Friedrichs des Großen, ihren Provinzschmerz!

        

Die Wieskirche, eine Perle des altbaierischen Rokoko.
Foto: Patrik Huebgen / PD

        

  (3) Die Wieskirche, seit 1983 Weltkulturerbe, gilt als Perle des altbaierischen Rokoko. Als sie 1754 fertig wurde, zogen am Horizont schon der Wolken der Aufklärung und der Säkularisation auf, die unter anderem dem Kloster Steingaden, Bauherrin der Wieskirche, die Existenz kosteten.

        

»Schönstes Pfarrhaus Europas«: die Würzburger Residenz.
Foto: Bayerische Schlösserverwaltung, www.schloesser.bayern.de

        

  (4) Die Würzburger Residenz verdankt ihre internationale Bekanntheit nicht nur der architektonischen Meisterschaft Balthasar Neumanns, sondern auch dem Lob Napoleon Bonapartes. Der übernachtete hier 1806 auf dem Weg nach Jena und Auerstadt und wähnte sich im »schönsten Pfarrhaus Europas«. Welterbe seit 1981.

        

Die Altstadt von Regensburg.
Foto: refresh(PIX) / fotolia

        

  (5) Die Altstadt von Regensburg, als langjähriges politisches Zentrum des Heiligen Römischen Reichs auf der Liste seit 2006. Regensburg gilt als größte erhaltene mittelalterliche Stadtanlage nördlich der Alpen.

        

Nachbau einer Befestigungsanlage des Obergermanisch-Raetischen Limes bei Weißenburg.
Foto: Mediatus (H.J.) / Wikimedia Commons / CC-BY-SA-3.0 & GFDL

        

  (6) Der Obergermanisch-Raetische Limes verläuft in seinem östlichen Teil durch Mittelfranken und Ober- und Niederbayern. An vielen Orten wie in Weißenburg (Foto) kann man in Nachbauten oder Ausgrabungen diese Befestigungsanlage aus römischer Zeit nacherleben (Weltkulturerbe seit 2005).

 

  IM NETZ:  www.unesco-welterbe.de

 

 

Thomas Greif