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Dieser Artikel: Ausgabe 46/2015 vom 15.11.2015
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Helfen - aber wie?

Sonntagsblatt-Sprechstunde


Warum es sich lohnt, auch beim Helfen gut auf die eigene innere Stimme zu hören.

Ich bin sehr engagiert in meiner Gemeinde, bin verantwortlich für den EineWelt-Verkauf, ich bin unter anderem im Vorbereitungskreis für besondere Gottesdienste und überlege zurzeit, ob ich nicht eine Ausbildung zur Lektorin mache. Mein Pfarrer ermutigt mich - und ich glaube, es passt zu all dem, was ich bisher schon tue.

Nun mache ich mir viele Gedanken über die Situation der Flüchtlinge. Wir haben auf Gemeindegebiet ein Haus, in dem seit Kurzem fast 50 Menschen aus Syrien wohnen, auch Familien mit Kindern. Einige Leute aus der Gemeinde geben dort Deutschunterricht.

Ich finde, ich müsste auch irgendetwas tun für diese Menschen, müsste ihnen helfen, sich hier willkommen zu fühlen - aber Deutschunterricht traue ich mir nicht zu. Ich bin sehr unsicher und stelle gerade alles infrage, was ich tue, weil ich denke, jetzt gibt es Wichtigeres zu tun - und wir müssen doch alle mit anpacken …

Frau P. (67)

 

Ihre Frage spiegelt viel Engagement und den Wunsch, denen zu helfen, deren Not uns seit Monaten bewegt. Viele packen jetzt mit an. Deutschunterricht ist eine Möglichkeit. Durch Ihr Wort »anpacken« und Ihre Schilderung, was Sie alles in der Kirchengemeinde tun, ist mir das Bild eingefallen, das in der Bibel für die Gemeinde Jesu Christi gebraucht wird: das Bild vom einen Leib und den vielen Gliedern. Wenn alle auf einmal an einer Stelle »anpacken«, dann hat diese Kirchengemeinde zwar viele Hände - aber gerät doch auch ins Wackeln, weil die Aufgaben der anderen Glieder zu kurz kommen.

Ich bin mir sicher, dass die Herausforderungen in einer Situation, in der so viele Menschen keine andere Möglichkeit für sich und ihre Kinder mehr sehen als die Flucht, viele unterschiedliche Antworten brauchen. Da geht es um praktische Hilfe, aber genauso um Fragen nach gerechtem Handel und ökologisch verantwortlichem Einkaufen oder um die Gestaltung von Gottesdiensten, die zum Nachdenken und Reden anregen.

Es ist wichtig, dass jeder und jede Einzelne sich die Rahmenbedingungen und Grenzen seiner/ihrer eigenen Möglichkeiten zu helfen bewusst macht. Es könnte doch sein, dass Sie gute Gründe dafür haben, dass Sie sich Deutschunterricht nicht zutrauen. Sei es nur der, dass sie dadurch noch mehr zu tun haben als bisher. Haben Sie eigentlich noch Zeit zum Durchatmen?

Ich würde so ein inneres Signal von »Ich trau mir das im Moment nicht zu« erst mal einfach ernst nehmen. Natürlich können Sie mal mit anderen über deren Erfahrungen beim Deutschunterricht reden. Sie können sich überlegen, ob Sie mal mitgehen - aber so eine Unterrichtsverpflichtung ist ja mehr als ein paar Stunden im Terminkalender. Sie stellen ja nicht nur Ihre Zeit, sondern auch Ihre Aufmerksamkeit, Ihre Gefühle zur Verfügung.

Vielleicht aber gehören Sie im Moment zu denen in der Gemeinde, die die nötige Hilfe in anderen Bereichen und auf andere Weise geben - und das finde ich ganz okay so, damit das, was Ihre Gemeinde als Ganze tut, auf Dauer Hand und Fuß hat.

SONNTAGSBLATT - SPRECHSTUNDE

Barbara Hauck

Wenn Sie ein Problem haben und Rat brauchen, dann schreiben Sie an die »Sprechstunde«, Birkerstraße 22, 80636 München. Die Berater antworten auf dieser Seite oder mit Brief. Sie können auch unmittelbar an einen Berater schreiben: Pfarrerin Barbara Hauck, Breite Gasse 82/84, 90402 Nürnberg - oder Kirchenrat Waldemar Pisarski, Meringer Str. 38c, 86163 Augsburg.

Waldemar Pisarski

Wenn Sie eine längerfristige Korrespondenz wünschen, steht Ihnen die Evangelische Briefseelsorge, Postfach 600306, 81203 München, zur Seite. Alle Zuschriften werden vertraulich behandelt.

 

 

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Barbara Hauck

 


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abgerufen 01.10.2016 - 19:11 Uhr

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