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Dieser Artikel: Ausgabe 46/2015 vom 15.11.2015
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Visitenkarten der Gemeinden

Die Landeskirche nimmt die Leistung von Pfarramtssekretärinnen in den Blick


Für das Gelingen der Verwaltungsreform, die die Landeskirche vor zwei Jahren angestoßen hat, spielen die Pfarramtssekretärinnen eine wichtige Rolle. Oberkirchenrat Hans-Peter Hübner, Leiter der Abteilung »Gemeinden und Kirchensteuer« im Landeskirchenamt, erläutert den aktuellen Stand der Reform.

Hans-Peter Hübner.
Foto: ELKB/Rost
   Hans-Peter Hübner.

        

  Unter dem etwas sperrigen Titel »Verwaltungsdienstleistungen für Kirchengemeinden« hat die Landeskirche vor zwei Jahren eine Reform der kirchlichen Verwaltung auf den Weg gebracht. Wie ist der aktuelle Stand?

Hübner: Den Titel empfinde ich überhaupt nicht als sperrig, weil er präzise beschreibt, um was es geht. Die Verwaltungseinrichtungen sollen so fortentwickelt werden, dass sie den Gemeinden noch verlässlicher als Dienstleister unterstützend zur Seite stehen können. In einem ersten Schritt haben sich die 35 kirchlichen Verwaltungseinrichtungen zu zehn Verwaltungsverbünden zusammengeschlossen.

  Was haben die Kirchengemeinden von diesen neuen Kooperationen?

Hübner: Eine ganze Menge. Bisher werden die Kirchengemeinden landauf, landab unterschiedlich versorgt, weil sich die für sie zuständigen Verwaltungseinrichtungen unterschiedlich entwickelt haben. Als verbindliche Aufgabe war ursprünglich nur das Haushalts- und Finanzwesen festgeschrieben. Neben dieser Pflicht haben die Dienststellen weitere Aufgaben übernommen und je nach Interessenslage oder Qualifikation zusätzliche Schwerpunkte gesetzt.

  Wie viele Stellen gibt es in den kirchlichen Verwaltungseinrichtungen?

Hübner: Rund 450 Vollzeitstellen. Nachdrücklich zu unterstreichen ist, dass die Verwaltungseinrichtungen bereits im Rahmen der bisherigen Möglichkeiten mit großem Engagement das Beste für »ihre« Kirchengemeinden getan haben. Ihre bisherige weithin hoch geschätzte Arbeit ist überhaupt erst das Fundament für die Verwaltungsreform.

  Welche Rolle spielen die Pfarramtssekretärinnen in dem Reformvorhaben?

Hübner: Auf sie kommt es gerade unter dem Aspekt der Mitwirkung der Kirchengemeinden und Pfarrämter für das Gelingen der Verwaltungsreform wesentlich an. Denn sie sind neben den Pfarrern die wichtigste Kontaktstelle zwischen Gemeinde und Verwaltungseinrichtung. Deshalb haben wir als weiteren Baustein das Projekt »Assistenz im Pfarramt« auf den Weg gebracht. In diesem Projekt sollen die Rahmenbedingungen der Arbeit von Sekretärinnen in den Pfarrämtern und Dekanatsbüros geklärt werden. Denn ihr Aufgabenprofil hat sich stark verändert. Während viele Pfarrer ihre Texte per Computer inzwischen selbst schreiben, ist die Sekretärin noch viel mehr zur Terminmanagerin, Anlaufstelle für Kirchenmitglieder, zum Kommunikations-Knotenpunkt und oft auch zur Visitenkarte der Gemeinde geworden. Außerdem wird ihr Arbeitsplatz zunehmend durch aufwendige EDV-Anwendungen bestimmt. So hat die Bedeutung der Pfarramtssekretärin in der Verwaltung deutlich zugenommen. Dabei haben sich neue Aufgabenprofile herausgebildet, etwa wenn sich mehrere Gemeinden zu einem Verbund mit übergreifendem Pfarramt zusammengeschlossen haben.

  Wie will die Landeskirche auf diese Entwicklung reagieren?

Hübner: Mit einem ganzen Bündel von Maßnahmen. Wir müssen hier sogar das System der landeskirchlichen Zuweisungen für Gemeinden überprüfen, weil es seit 2007 keine verbindlichen Vorgaben mehr für die Stundenzahl der Sekretärinnen gibt. Das hat häufig zu Stellenreduzierungen bei den Sekretärinnen, andererseits zu Mehrbelastungen bei den Pfarrern geführt. Die Sekretärinnen brauchen zudem feste Dienstordnungen mit genauer Beschreibung ihrer Aufgaben, um zu vermeiden, dass diese sich bei jedem Pfarrerwechsel ändern.

  Müssen nicht aber auch Tarif und Vergütung angepasst werden?

Hübner: Dieser Frage werden wir uns selbstverständlich stellen. Wenn in einer Großstadt in einem Innenstadtpfarramt eine Sekretärin praktisch als Büroleiterin fungiert, muss sich das in ihrer Eingruppierung niederschlagen. Ein Einheitsmodell kann ich mir jedoch nicht vorstellen.

  Welches Ergebnis wünschen Sie sich am Ende des Prozesses?

Hübner: Als Ergebnisse wünsche ich mir zum einen für die Sekretärinnen im Gemeindebereich differenzierte Modelle für Dienstanweisungen und zur gemeindeübergreifenden Zusammenarbeit, Empfehlungen zur Stundenzahl und einen überarbeiteten Gruppenplan zur Eingruppierung. Zum anderen soll im Interesse aller Gemeinden und Pfarrämter ein möglichst einheitlicher Standard für die Verwaltungs-dienstleistungen realisiert sein. Aber vor allem liegt mir die zentrale Intention der gesamten Verwaltungsreform am Herzen. Denn mit allen diesen Maßnahmen trägt die Verwaltung auf der Gemeindeebene dazu bei, dass die Kirche auch bei abnehmender Zahl der Pfarrer ihrem Auftrag nachkommen kann. Wenn Sekretärinnen und Verwaltungseinrichtungen Pfarrer wirksam entlasten, haben diese mehr Zeit und Kapazitäten für ihre Kernaufgaben in Verkündigung und Seelsorge. Die Verwaltungsreform flankiert somit nicht nur den Pfarrerbildprozess, sondern trägt dazu bei, dass unsere Kirche auf zukünftige Herausforderungen gut vorbereitet ist.

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Interview: Achim Schmid

 


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abgerufen 08.12.2016 - 06:53 Uhr

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