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Dieser Artikel: Ausgabe 46/2015 vom 15.11.2015
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Privates mit Fremden bereden

Senioren finden in Online-Communities Hilfe


Sie tauschen sich über Neuigkeiten aus, flirten oder verabreden sich für Reisen: Immer mehr Ältere sind in Online-Communities aktiv. Spezielle Seiten für Senioren sind beliebt. Die Nutzer finden dort auch Unterstützung bei privaten Problemen.

Soziale Zugehörigkeit, Gemeinschaft, Teilhabe: Immer mehr ältere Menschen suchen Kontakt über das Internet.
Foto: racorn/123rf
   Soziale Zugehörigkeit, Gemeinschaft, Teilhabe: Immer mehr ältere Menschen suchen Kontakt über das Internet.

        

Ihre Nachbarn mag Sigrid Kühner (Name geändert) schon ganz gerne. Aber wenn sie sich mit ihnen unterhält, bleibt sie immer ein bisschen vorsichtig. »Es gibt große Ratsche hier«, berichtet die 66-Jährige, in der Nachbarschaft wird gern getratscht. Über Themen wie den Tod ihres Mannes sprechen? Lieber nicht. Anders ist das online: In einer Senioren-Community hat sie Gesprächspartner gefunden, denen sie sich öffnet.

Sigrid Kühner ist kein Einzelfall. Immer mehr ältere Menschen suchen Kontakte über das Internet. Schließlich gehört das Netz für viele Senioren inzwischen zum Alltag. Jeder zweite Deutsche ab 60 Jahren ist laut der ARD/ZDF-Onlinestudie zumindest gelegentlich online, fast jeder dritte sogar jeden Tag. Die Onliner unter den Senioren ab 65 Jahren waren laut einer Umfrage des Digitalverbands Bitkom im vergangenen Jahr durchschnittlich 51 Minuten täglich im Netz unterwegs.

Viele Wege führen zu neuen Kontakten: Manche suchen dort, wo sich auch ihre Enkel tummeln, in sozialen Netzwerken wie Facebook. Andere bewegen sich in speziellen Angeboten für ihre Altersgruppe. »Viele Senioren finden Facebook zu schnell und unübersichtlich. Es gibt für sie zu viele Funktionen, und die Einstellungen sind zu komplex«, sagt die Sozialpädagogin Jennifer Kreß. In ihrer Doktorarbeit hat sie Communities für ältere Menschen erforscht und dafür unter anderem mit Kühner gesprochen. Elf Prozent der Internetnutzer ab 60 Jahren sind laut der ARD/ZDF-Onlinestudie in Communities aktiv.

Sigrid Kühner war bis zu ihrer Pensionierung als Buchhalterin tätig. Eine Bekannte erzählte ihr von Feierabend.de. Die Macher der Seite wollen gezielt Senioren ansprechen: Der typische Nutzer »genießt das Leben als Rentner oder Pensionär«, heißt es auf der Homepage. Die Möglichkeiten sind mit denen der großen sozialen Netzwerke vergleichbar: Die Community-Mitglieder können ein Profil anlegen, sich mit anderen austauschen und in Gruppen zusammenschließen. Die Schrift ist etwas größer, die Seite sieht überschaubar aus. Nach eigenen Angaben sind knapp 180.000 Menschen angemeldet.

Grundsätzlich nutzten Senioren Online-Communities aus vergleichbaren Motiven wie junge Menschen, sagt Anja Hartung, Vorsitzende des Vereins Gesellschaft-Altern-Medien: »Es geht um soziale Zugehörigkeit, Gemeinschaft und Teilhabe.«

Trotz der positiven Möglichkeiten drohen online auch Gefahren. Sigrid Kühner lernte nach kurzer Zeit einen Mann kennen, der rasch klarmachte, dass er vor allem Sex wollte. Sie brach den Kontakt ab. Hinzu kommt: Weil vielen Senioren Erfahrungen mit der neuen Technik fehlten, seien sie eine besonders beliebte Zielgruppe für Täuschungs- und Überrumplungsaktionen, beispielsweise bei Online-Einkaufsmöglichkeiten, warnt Forscherin Hartung. Dagegen helfe ihnen dasselbe wie ihren Enkeln: Medienkompetenz.

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abgerufen 27.07.2016 - 17:15 Uhr

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